Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1901
- Issue
- Nr. 2 - Februar
- Date
- 1901-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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in den letzten Jahren die Lage der Juden in Rumänien sich fortwährend verschlimmert hat; wie im Zusammenhang mit dem Aufkommen antisemitischer Strömungen in Deutschland leider das Wohlwollen sich vermindert hat, das die Grossmächte' in den siebziger Jahren für die Unterdrückten betätigt, und es daher die Pflicht der besser gestellten Glaubensgenossen sein muss, die Hülfsaktion eifrig mit Rat und That zu fördern. Endlich sei in diesem Zusammenhang das Referat des Bf. R a b b Dr. Horovitz über die Berliner- Vorbesprechung betr. eines Judentags erwähnt, aus dem wir ein klares Bild der Verhandlungen über diesen so wichtigen Punkt entnahmen. Aui dem Gebiete der praktischen Wohllhätigkeit waren wir in seitheriger Weise thätig. Wir hatten im November die Schwesterlogen durch Cirkulare zur Förderung der Waisenanstalt in Jerusalem aufgefordert. Sowohl aus den Antworten der würdigen Schwesterlogen, wie aus den Mitteilungen des Vorstandes der Anstalt ersahen wir zu unserer grossen Freude, dass unsere Anregung auf sehr fruchtbaren Boden gefallen ist. — Auch im Januar sahen wir uns zur Versendung eines Cirkularschreibens an die Schwesterlogen veranlasst, in welchem wir den Verein zur Erforschung jüdischer Kunstalterthümer dem Wohlwollen der Logen empfehlen. Wiewohl wir den Erfolg dieses unseres Rundschreibens noch nicht übersehen können, so hotten wir doch, dass die wacker und erfolgreich arbeitende Gesellschaft auch seitens der Schwesterlogen das berechtigte Interesse für ihre Bestrebungen finden wird. Gelegentlich haben wir auch der an uns herangetretenen Aufforderung Folge gegeben, einer Schwesterloge, über unseren „Montefiore-Verein" zu berichten. Indem wir hiermit nochmals ausdrücklich versichern, dass wir jeder Schwesterloge, die mit der Gründung eines ähnlichen Vereins umgeht, mit Vergnügen Auskunft über den .Montefiore* verschaffen, erinnern wir nur daran, dass der Verein jungen Leuten, die des Familienanschlusses in Frankfurt entbehren, Zusammenschluss und Halt bieten, ihnen Anregung zu nutzbringender Verwendung ihrer Abende gewähren und den Gefährdungen der Wirtshausbesucher etc. entgegenarbeiten soll. Die stets zunehmende Zahl der Vereinsmitglieder, der gute Besuch der Vorträge und der glänzende Verlauf der Veranstaltungen des Vereins zeigen uns, dass sich der Verein auf rechtem Wege befindet. — i Angesichts der fortwährenden Steigerung unserer Aufgaben war es uns doppelt lieb, die gern getragene Bürde auf eine grössere Anzahl von Schultern legen zu können. Am 10 Januar hatten wir die hohe Freude, ll liebe Brüder unserem Bunde zuführen zu können; weitere Anmeldungen liegen vor. Die Frankfurt-Loge hat nunmehr das dritte Hundert ihrer Brr. überschritten; sie wird sich bemühen, auch in ihrer Wirksamkeit der äusseren Zunahme zu entsprechen. Ein Theil der neu aufgenommenen Brr. nahm bereits am 5. Januar an unserem Stiftungsfeste theil, welches dank der eifrigen Arbeit unseres Geselligkeits-Comites bei zahlreicher Betheiligung seitens der Brr. und ihrer Familien den schönsten Verlauf nahm. Bei der akademischen Feier hielt Br. Geh. Reg. Rath Professor Dr. Cohen-Marburg die Festrede über das Thema .Ein Blick in unsere Sittenlehre''. Es können hier natürlich nur einige Punkte aus dem gediegenen und ^geistvollen Vortrag des Br. Cohen hervorgehoben werden: so der Hinweis, das im Judenthum nicht blos die eigenen Glaubens verwandten, sondern die Angehörigen aller Religionen, die sich dem Sittengesetz fügen, zur Seligkeit bestimmt sind, dass der Wert des Menschen im Sinn der jüdischen Ethik sich, lediglich nach dessen Gesinnung und deren Bethätigung — denn thatenlose Gesinnung ist ohne Werth — richtet; dass die Sabbatidee die Vorbildlichkeit des Schöpfers für die Menschheit, die Messiasidee die die gleichmässige Bestimmung aller Menschen zu ewigem Glücke zum Ausdruck bringt-, ' Und wahrlich, es war ein erhebendes Bewusstsein für uns, all diese Ideen aus dem Munde eines Professors der Philosophie' zu hören und die Gewissheit mit uns zu nehmen, dass die grossen Lehren unserer Ahnen durch die . Untersuchung der modernen Philosophie ihre volle Bestätigung erfahren haben. An die akademische Feier schloss sich gemeinschaftliches Abendessen an kleinen Tischen; diesem folgte der Ball; und wie sehr dasGeselhgkeits-Comite es verstanden hatte, seine Aufgabe zu lösen, das bewies am besten der Umstand, dass erst gegen 7,6 Uhr morgens die letzten Theilnehmerinnen und Theilnehmer .von' den Festsälen des Saalbaues Abschied nahmen. -. " *. .. -.r"; ,'"*."'-*%' ' ■ "- - " '■.<■■' ' Kaiser Friedrich - Loge in Bremen. „Was in der Zeiten Bildersaal jemals ist trefflich gewesen, das wird immer Einer einmal wieder auffrischen und lesen." Mit diesem Motto waren vor einem Jahre um diese Zeit die Festkarten unserer Installationsfeier versehen. Rasch wie im Fluge ist uns dieses erste Jahr unseres Bestehens entschwunden. .Ach, die Zeit entrinnet schnell — wie der Tropfen dem Wasser quell." Was aber mit dem schnellen Fluge der Zeit nicht entschwinden konnte und für uns. kaum jemals entschwinden wird, ist das „Treffliche in der Zeiten Bildersaal": unsere Installationsfeier, an die wir bei unserem ersten Stiftungsfeste unwillkürlich zurückdenken müssen — ohne des trefflichen, von schlichter Wahrheit durchdrungenen und eben darum so packenden und hinreissenden Propaganda- Vortrags zu vergessen, den der hochw. Exgrosspräs. Sanitätsrath Br. Dr. Maretzki .vor unserer Consütuirung hier gehalten hat. Noch schauen wir im Geiste die stattliche Anzahl hervorragender Vertreter, des' gel. Ordens, an deren Spitze den hochw. Grosspräs. Br. Timendorfer; wie er da stand erhobenen Hauptes, gleich einem Apostel der Wahrheit und des Rechts;, noch zittern nach in unseren Seelen die herrlichen Klänge seiner von Liebe und Sanftmut!), aber auch von Kraft und Stärke strotzenden Worte, die er an uns richtete. In der That, die Installation einer Loge in Bremen war ein Ereigniss für den B. B. - Orden nicht minder wie für uns selbst. Worin die Bedeutung des Ereignisses liegt? Darüber wollen wir keine Worte verlieren, sondern die anlässlich der Installationsfeier gehaltene Ansprache unseres Präsidenten A b r a h a m sprechen lassen.; Hochw. Grosspräsident, meine lieben Brüder! Die feierliche Stunde, welcher wir seit Monaten entgegen gesehen haben, sie ist uns heute gekommen, und wenn wir uns der hohen Bedeutung dieser Stunde recht bewusst.wer-