Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1901
- Issue
- Nr. 2 - Februar
- Date
- 1901-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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- 14 — Herr Dr. Friedländer, der Generalsecretir der Baron Hirsch-Stiftung hat mir erklärt, dass Schulen wegen Mangel an Mitteln aus dieser Stiftung nicht mehr e: richtet Verden können, und da ich das segensreiche Wirket dieser Schulen beobachtet, erachte ich es als ein dringendes Bed ürfniss, ('apitalien zur Errichtung weiterer Schulen zu beschaffe i, denn sie müssen die Basis für das weitere Rettungswerk sbgeben und das dort erzogene Menscheumaterial muss der E'werbs thätigkeit zugeführt werden, dann wird man Erziehungshäuser tüi obdaclislose Kinder nicht mehr brauchen, weil die Juden und besonders die jüdischen Mütter selbst in den Lrmsten Verhältnissen mit Aufbietung aller Kiäfte für ihre Kinder /n sorgen bestrebt sein werden. Es wurde für Galizie n schon viel Geld aufgewandt, aber zumeist ist das Rettui gswerk nicht richtig begonnen worden. Jeder giebt einen inderen l.'ath und schliesslich werden die Geldspender irre, - weil sie nicht wissen, welcher Weg der richtige ist. Vielleic lt trifft die grosse Agitation der Logen das Notwendige und es finden sich Mariner die thatkräftig und mit Energie die Wirrtn lösen. •I Fnd nun noch einige Worte über Slobotkä lesnia. Br. Simon hat. ohne genügend, über die Zikunftsjiläne von Slobotka lesnia unterrichtet zu sein, auch iiier mit seinen praktischen Blick das Richtige getrotfen. Das Gut in seiner langgestreckten Ausdehnung ist für eine Ackerbauschule viel zu gross. Als ich zum ICrwerbe desselben zugerathen, habe ich der J. C. A. auch gjnz bestimmte Vorschläge für die Anlage unterbreitet, du darauf hinausgingen, die jetzt verpachteten Ackerstücke ve-pachtet zu belassen und dieselben, für die in der Anstalt ausgebildeten Knaben, zur. Ansiedelung zu reserviren, wozu sich dieses Land iesshalb am besten eignet, weil es an die Stadtmatern von Kolomea grenzt. Das Hauptgut in Grösse von ungefähr 600 Morgen, welches schön arondirt ist, soll zu eine:1 Ackerbauschule verwandt werden, und diese muss modenen Verhältnissen entsprechend, mit besten zweckmässigen Gübäuden, mit vorzüglichem lebenden und todten Inventar ausgestattet werden. Die Felder sind zu drainiren, die Schlägt correct einzuteilen und eine geordnete Wirthschaft einzuricJ iten, die berufen ist vorbildlich zu wirken. Ausserdem muss e Ta Lehrplan ausgearbeitet werden, in welchem Praxis und gemeinsam wirken und durch welchen das gesammte Pensum der Lernenden festgelegt wird. Theo: Arbef Aus dem Gedächtnissbuche i der Grossloge. Seit Erstattung unseres letzten Berichts hat unser Distrikt den Tod folgender Brüder zu beklagen. Es starben: 45. 4- Am 30. November 1900 Br. Dr. Salo Baeck, Mitglied der Humanitas-Loge in Gleiwitz seit dem 25. September 1900, geboren am 22. Mai 1875 in Lissa-Posen. Am 8. Februar 1901 Br. Heimann Wongtschowski, in Kreuzburg, Mitbegründer der Caritas-Loge, jetzt in Kempen - Posen — 26. 4. 85. —, geboren 1845 Eingesandt. Wenn es noch eines Beweises bedurfte, wie es überall in den Logen des U. O. B. B. als eine Hauptaufgabe betrachtet wird, die Nächstenliebe zu pflegen und den Bedrängten beizustehen, so erbringt der nachstehende Bericht, den uns dieSamoil-Loge inJassy über ihre Thätigkeil im letzt abgelaufenen Jahre zugestellt hat, diesen Beweis. „Liebe Brüder! Mit dem neuen Jahrhundert treten wir in das 11. Jahr des Bestandes unserer Loge und entledigen wir uns hiermit der Pfli^t, Ihnen in einem gedrängten Berichte ein Bild der Ihnen bekannten Thätigkeit unserer Loge im abgelaufenen Jahre, vorzuführen. Diese Aufgabe ist uns um so angenehmer, als wir im Gegensatze zu manchen vergangenen Jahren, über eine "von den Umständen gezeitigte, ausgedehntere Activität zu berichten haben. . > ./ Wir erachten es als eine Pflicht der Pietät, des Verlustes, den unsere Loge durch den Tod von 3 verdienstvollen Brüdern erlitten hat, vor den Eingang in die Einzelheiten; zu erwähnen. Dieser Allbezwinger-Tod entriss uns und ihren Familien die Brüder: M. N e i g h e r. Wilhelm Pappst, und Nathan p i e g 1 e r. Wir bedauren lebhaft deren Hinscheiden nnd n ihnen stets ein ehrendes Andenken bewahren, auch den Verlust. Dazu gehört nun die volle Kraft eines practsch und theoretisch gebildeten Landwirths, der mit Energie, aber auch mit Liebe für seinen Beruf: Lehrer und Leiter Jugend zu sein begabt ist und es wird das Gelingen dieses grossen Werkes: Ueberführung der Joden zur Landwi-thschaft und Ansiedelung derselben unter den Augen ihrer Lehrer, nur dann ausführbar sein, wenn die richtigen Persoren dazu gefunden und angestellt werden. Da ich selbst bei dem Ankauf von Slobotka lesnia thätig war, begleiten mein innigsten Wünsche das Gelingen des Werkes, dem ich meinen Erfahrungen mich gern berathend zur Verfügung stelle Ex Präs. L. C Oberamtmann 0 h n