Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1900
- Issue
- Nr. 6 - Mai
- Date
- 1900-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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— 87 — mit denen aus Görlitz und Bunzlau, Aufführungen und ein solenner Ball beschlossen das in allen Theilen gelungene Fest. Bei dieser Gelegenheit wollen wir -nicht verfehlen, besonders lobend zu erwähnen der Thätigkeit unsrer BBr. 'e i n b a c h - Bunzlau, R e y e r s'b a c h : Cottbus, Warschauer- Forst, in den gegründeten Vereinigungen, 'denen sie präsidiren, werden, unterstützt durch ihnen zugehende Protokolle unserer Loge, alle das Logenleben betreffenden Fragen besprochen, und diese Vereinigungen haben im Zusammenhalten der BBr. in geselliger Beziehung geschaffen, wie est bisher in kleinen Gemeinden nicht existirt hat, ja nicht einmal für möglich gehalten wurde. Aber auch in anderer geistiger Beziehung haben sie es verstanden, segensreich zu wirken, das Interesse für das Judenthum, das in den kleinen Gemeinden erloschen schien, anzufachen; sie haben jdies erreicht in Cottbus und Forst durch Gründung von Litjteratur-Vereinen, aus eigner Kraft und finanziell etwas unterstutzt von uns, haben sie hervorragende Redner für Vorträge gewonnen und diese auch ärmeren Glaubensgenossen unentgeltlich zugängig gemacht, ebenso haben auch die Buhzlauer durch Vorträge das Interesse der BBr. und Schwestern wachzuhalten gewusst. Auch bei uns in Görlitz hat es an Anregungen durch Vorträge nicht gefehlt, solche hielten und zwar sogenannte kurze Vortrage an den Logenabenden: Br. Asch über nachbiblische Geschichte des Judenthums, Dr. Freund über Berth. Auerbach und Moritz Oppenheini, während wir zu grösseren Vorträgen auch vor Schwestern BfT Dr. Hoffmann!- Reichenberg, der über „das Seelenleben des Kindes" in geistvoller und» formvollendeter Weise sprach und Br. Dr. B r a n n - Breslau, der das Thema interessant behandelte, gewonnen hatten. In den Sitzungen widmeten wir den im Vordergrund stehenden Fragen volle Aufmerksamkeit. Betreffs Förderung von Ahlem wollten wir hier in der Gemeinde propagandistisch wirken und hatten von Br. Consul Simon einen Redner für eine einzuberufende Versammlung erbeten, leider war es ihm in diesem Jahre nicht möglich, unserm Wunsch zu entsprechen. Was die Ausbildung von Krankenpflegerinnen betrifft, so sind W zu der L'eberzeugung gekommen, dass wir hier in der verhältnissmässig kleinen Gemeinde selbstständig; nicht vorgehen können, doch werden wir die Maassnahmen anderer grossen Logen und der Grossloge fördern und uns finanziell beteiligen; die Frage der Eintragung in das Vereinsregister isi auch Gegenstand besonders gründlicher Erwägungen gewesen, definitiv erledigen wollen wir sie. nachdem, die Grosslogen-Tagung hoffentlich vollständige Klarheit über diese Materie gebracht. Nachdem wir am 0. Februar er. die letzte Sitzung in den bisherigen Räumen abgehalten, an deren Schluss Br. Dr. Freund einen Rückblick auf unsere Thätigkeit in denselben geworfen und die Hoffnungen, die wir an den Wechsel unserer Arbeitsstätte knüpften, zum Ausdruck gebracht, war es durch die rastlose Thätigkeit unseres w. Präsidenten möglich, schon am 25. Februar er. den Einzug in das neue Heim zu bewerkstelligen. Die Feier der Einweihung, die wir mit der unseres Stiftungsfestes verbanden, gestaltete sich zu einer imposanten, die Festloge bei Anwesenheit aller hiesiger und vieler unserer auswärtigen BBr., des von der hochw. Grossloge depütirten Br. Bergel und Deputirter benachbarter Logen zu einer erhebenden. Br. Bergel vollzog in feierlicher Weise die WeifTe*, es folgte ein schwungvoller Prolog unseres Expr. Br. Wu r m , an diesen schloss sich die Festrede des Br. Dr. Freund, der die Stätte mit dem Salomonischen Tempel vergleichend, ausführte, dass wir das Allerheiligste in uns tragen, dass wir die Priester sein sollen, die auf dem Altere wahrer Bruderliebe opfern, dass der Weihrauch der Eintracht bei unseren Arbeiten aufsteigen solle und dass wir auch im Vorraum, das ist draussen im Leben, die Ideale anseres Ordens, welche die Ideale der Menschheit sind, hoch halten und für sie eintreten mögen.' Es folgten dann gehaltvolle- Ansprachen des Br. Dr. Moses v. d. Silesia, Br. Meyer v. d. Lessing-Loge, Br. Rosenbaumv d. Philanthropia- Reichenberg und Br. Bergmahn v.'d. Fraternitäs-Loge, Dresden. Zum Schluss sprach der hochw. Delegirte Dr. Bergel es noch aus1, wie es ihn mit Befriedigung erfülle, an dieser Festloge theilgenommen zu haben, .sie habe ihm bewiesen, dass wir mit Ernst an die Aibeit jgehen und ihm ferner durch die Rede des Br. ft o s e n b a u m - Reichenberg gezeigt, dass auch.jenseits der Grenzpfähle unsere Ideale verständnissvoll gepflegt und bethäd'gt werden. An die Festloge reihte, sich ein Brudermahl, das in höchst animirter Weise verlief'und. eine Fülle geistiger Genüsse in Gestalt von Tischreden bot. Auch zu einem "Abendbrot mit unseren Schwestern haben wir uns in unserem, -neuen Heim schon vereinigt", demselben ging ein Vortrag, von Br. Dr. Freund über „Frau Rath, Göthes Mutter» voraüs und es-wurde geschlossen durch Aufführungen, denen .noch ein Tänzchen folgtet- Fürzwanglose gesellige Zusammepkünfte haben wir den Sonnabend jeder Woche festgesetzt und erhoffen von dieser Maasnahme eine immer innigere'/Gestakung des Verkehrs unter den Brüdern und Schwestern. ■ ' . Durch Deputirung bei freudigen, und traurigen Anlässen haben wir für Aufrechterhaltung der freundschaftlicher* Be-' Ziehungen zu unseren Nachbar) ogen"gesorgt. Wir waren vertreten bei einem Fest in "Re'ichenberg und jüngst ebenda bei der Beerdigung des/Br.- L a ng.s.t e i n , später noch einmal zur Trauerloge, ebenso in. Breslau bei der Beerdigung des Br Rechtsanwalt Dr. Moses und unser w. Präsident und noch ein Bruder nahmen/auch Theil am ersten Stiftungsfest der Silesia-Loge in Liegni.tz. ..- Trotzdem unsere Neuanschaffungen finanzielle Opfer erfordert, haben wir auch Wohlthntigkeit nach Kräften geübt, wir unterstützten das Lehrlingsheim-Cöln. Verein Leviath- Chen, Arbeitsnachweis, Lehrerinnen:-Heim,-Schaar-Zion-Loge, Taffa, den. Frühstücksfohd für. arme Schulkinder und sandten » ' an die Grossloge einen, nanihaft'en Beilrag für die Boryslawer Bergarbeiter. Wir haben uns' ferner auch die Propaganda nach Aussen angelegen sein lassen, Unsere Bemühungen, in1 Hirschberg i. Schi, den Boden'für ünsenrOrden zu bereiten, sind leider an dem IndiffeTentismüs;*der dortigen maassgebenden Kreise vorläufig gescheitert. Für uns selbst haberi wir wieder 2 BBr gewonnen, deren Einführung zugleich mit der Installation unsrer Beamten, welche sämmtlich wieder gewählt sind, stattgefunden hat. - J