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Bericht der Großloge für Deutschland · 1900-05-01 · Nr. 6 - Mai · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1900
Issue
Nr. 6 - Mai
Date
1900-05-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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s* (ausschliesslich der Sitzungshalle an zwei Abenden der Woche geheizt und beleuchtet gratis zur Verfügung zu stellen Der Vereinsvorstand nat in dankbarer Anerkennung der Logenthätigkeit vier unsrer Brüder zu seinem Ehrenrath ernannt, so dass es uns zu unsrer Freude ermöglicht ist uns in engerer Fühlung mit dem hohen und edlen Streben f der jungen Leute zu halten, die an ihre schöne Aufgabe mit wackerem Ernst und Eifer gingen. In der kurzen Zeit des Bestehens — seit Anfang Februar — sind zwölf Vor träge gehalten worden, darunter zwei Eröffnungs-Reden von den BBr. Gottfried Göldschmidt und Expräs Mor. Joseph: «Was gab das Judenthum der Menschheit?' vom Br. Dr. Abr. Hirsch; ■.Reise nach den Niagara Falfs* vom Br. Dr. Georg Hirsch; »Hamlet" vom Br. Dr. Emil Hirsch; »Geschichte des Wechselrechts* von Br. Expräs. Sussmann.- Von jungen Kaufleuten, ordentlichen Vereinsmitgliedern, wurden Vorträge gehalten über die Vertreibung der Juden aus Spanien, die (jieschichte der Bleistiftfabrikation, den Propheten Arnos, dje Hauptfaktoren zur Gestaltung des Lebensglücks, Geschichte des Handels, und über Werth und Geld. Die meisten dieser Vorträge haben lebhafte »eingehende Diskussionejn hervor gerufen, den gleichen Erfolg hatten kürzere Referate, Fragen im Fragekasten u. s. w. Es führt hier zu weit, im Einzel nen die Vereinsthätigkeit zu schildern oder auf die in heutiger Zeit überaus wohlthätige Wirkung, des-Nähern einzugehen. Aber wir glauben, ohne vermessen zu sein, unsern Sichwesterlogen den herzlichen Rath geben zu ■sollen, sich gleichen Bestrebungen hinzugeben. Denn alle sind wir wohl darin einig, dass es kaum eine höhere und wirkungsreichere Auf gäbe auf geistigem Gebiet des Ordens geben michte, als sich der herangewachsenen Jugend zu widmen, die bei der gegenwärtigen lebhaften Geschäftstätigkeit und de n heutigen sozialen Verhältnissen der Fürsorge dringend bed.irf. Diese wird den jungen jüdischen Kaufleuten am ehesten in einer eigenen Vereinigung, die ihnen Gelegenheit giebt. edle Geselligkeit und. geistiges Leben zu pflegen und ihren Sinn für jüdische Geschichte und Litteratur zu erweitern. Wir stellen uns mit grossem Vergnügen zii jeder wei eren Auskunft bereit, wie wir auch schon auf Anfragen aus zwei grösseren Städten gerne eingehend geantwortet hiben. Victoria-Loge in Görlitz. In dem Zeitraum seit unserer letzten Berichterstattung hat einen breiten Raum in unseren Verhandlungen und Arbeiten die Ausgestaltung unseres äusseren Logenlebens eingenommen. Unser Wunsch, uns für das bisherige'Heim, das 3 Treppen hoch gdegen und des Hauchs der Gemüthlichkeit entbehrend, ein be laglicheres und grösseres zu schaffen, war, nachdem im letzten Jahr unsere Brüderzahl bedeutend gewachsen, zur Nothwendigkeit geworden und dem für Beschaffung anderer Räume eingesetzten Comitcist es nach langer Arbeit gelungen, solche in"jeder Beziehung für uns günstige zu finden. Dank dem hervorragenden Organisations-Tah nt und der Schaffensfreudigkeit unseres w. Präsidenten, dem auch andere BBr. hilfreich zur Seite standen, dank auch besonders der Opferwilligkeit unserer BBr. und Schwestern hat en wir uns nun, ohne die Logenkasse erheblich in Anspruch tu nehmen, ein, wenn auch in gemietheten Räumen, vornelm und behaglich ausgestattetes Heim geschaffen. Wir besitzen für unsere Festlichkeiten ein ausreichendes Inventar an Wäsche, Geschirr und Bestecks, und sind auch in der Lage, diese Räume unseren BBr. für ihre Privatfestlichkeiten zur Verfügung zu stellen und wir sind gewiss, dass die harmonisch'! wirkenden Räume auch die Stimmung unter den BBr. und Schwestern günstig beeinflussen und jenen Hauch wahrer Brüderlichkeit erzeugen werden, der, alle kleinlichen Differenzen besiegend, unsern Blick auf das Ganze gerichtet sein lässt und uns anfeuert, unseren idealen Zielen immer näher zu kommen; über die Einweihung unseres Heims berichten wir weiter unten. Die vielen mehr dem Aeusserlichen dienenden Arbeiten haben es nicht gehindert, dass wir auch dem geistigen Leben, den Bethätigungen des Wohlthuns und der Bruderliebe unsere volle Aufmerksamkeit widmeten; nachdem die Ferienslimmung, die wohl überall im September noch fühlbar, überwunden, hatten unsere Sitzungen sich zahlreichen Besuchs zu erfreuen. Unser Ordensfest feierten wir am 16. Oktober durch ein durch anregende Tischreden verschöntes Brudermahl; am 29. Oktober hielten wir, wie dies schon lange in Aussicht genommen war, eine offene Loge mit unseren Schwestern bei unseren Brüdern in Bunzlau ab, - es hatten sich von hier'25 Personen an der Excursion betheiligt, im Ganzen hatte die Logensitzung und das darauf folgende gemüthlich-harmonisch verlaufene Festmahl, bei welch' letzterem es auch an Tischreden und musikalischen Darbietungen nicht fehlte, über 5U Personen vereinigt. In der Loge wurde besonders die Frage der Ausbildung jüdischer Krankenschwestern angeschnitten und den Boryslawer Grubenarbeitern eine namhafte Unterstützung bewilligt und es war eine Freude zu sehen, mit welchem Eifer auch die Schwestern den Verhandlungen folgten. Der Sitzung vorausgegangen war ein Vortrag unsres Br. Dr. Freund über das Thema „Fin de siecle im Judenthum"; Redner führte uns durch die Leidensgeschichte des Judenlhums, nachweisend, das» stets an der Jahrhundert-Wende seine grösslen Leidensstalionen waren, mit der Hoffnung, dass die weitere Ausbreitung unserer Ordensideale der wahren Humanität endlich zum Siege verhelfen werde, klang der formvollendete Vortrag, aus. — - Da es unseren vielen auswärtigen BBr. nur selten und dann in Folge ungünstiger Eisenbahnverbindungen nur unter grossen Opfern möglich ist, an unseren Arbeitsabenden Theil zu nehmen und unser Bestreben, das Band mit denselben immer fester zu knüpfen, durch Abhaltung der Loge in Bunzlau so schönen Erfolg gezeitigt hatte, beschlossen wir, auch für die Brüder in Cottbus und Forst in Cottbus eine Arbeitsloge abzuhalten und konnten wir diesen Plan am 21. Januar er. zur Ausführung bringen. Durch Trauer- und Krankheitsfälle war zwar die Zahl der Theilnehmer von hier keine grosse — sogar unser w. Präsident war durch Krankheit am Erscheinen behindert, doch nahm die Sitzung einen sehr würdigen Verlauf. Es erfolgte in derselben die Einführung eines Cottbuser Kandidaten; in der Sitzung selbst beschäftigten wir , uns mit der Frage der Eintragung in das Vereinsregister, mit den Anregungen des Br. L i e.b h o 1 d - Heidelberg über die Krankenschwesterfrage, ferner referirte 3r. Frankel über den Inhalt der letzten Minorah-Hefte. Nach der Sitzung vereinte ein opulentes Mahl die vollzählig anwesenden Cottbuser und Forster BBr. und Schwestern

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