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Bericht der Großloge für Deutschland · 1900-05-01 · Nr. 6 - Mai · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1900
Issue
Nr. 6 - Mai
Date
1900-05-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Dieser Weg hat den Vortheil, dass der Betrag aus der Grosslogenkasse von allen Brüdern zu tragen ist, trotzdem in Berlin, Köln, Frankfurt, München Breslau die Brüder schon anderweitig zu den Kosten der Ausbildung beitragen: die zweite Hälfte der Kosten ist von den Kreisen zu tragen, ebenso wie der Betrag von Mk. 250, welche für jede ausgebildete Schwester zu der Pensionskasse zu zahlen ist Die Kosten, welche die Kreise aufzubringen haben, bestehen für jede einzelne Schwester im Mutterhaus im ersten Jahre Lehrgeld Mk. 1000. Bei Beginn des dritten Jahres erhält der Kreis die Schwester, welche dann zu bekommen hat: Freie Station (Dienstkleidung, Kost, "Wohnung, Heizung. Beleuchtung uud Wäsche), im Erkrankungsfalle entsprechende Verpflegung, Gehalt, welcher beträgt: für die beiden ersten Jahre je Mk. 300. und von da ab alle zwei Jahre um i'.O Mk. steigend, bis zum Höchstbetrage von Mk. 000. Den Kreisen fliesst dagegen das Pflegehonorar zu und ist anzunehmen, dass durch dieses die Küsten für Gehalt und Pensionskasse so ziemlich gedeckt werden. . Setzen wir voraus, es überweist' jeder Kreis für die nächsten zehn Jahre jährlich eine Schülerin ' dem Mutterhause, so hat er jährlich Mk. 500 aufzubringen, da für das zweite Jahr der Ausbildung Kosteb nicht zu tragen sind, setzen wir ferner voraus, dass die ausgebildeten Schwestern Kosten nicht verursachen, da die Pflegehonorare diese decken, so meinen wir, es sei den Logen dringend zu empfehlen, die Ausbildung u. s. w. der Krankenpflege allein durchzuführen und keine besonderen Vereine an einzelnen Orten zu bilden. Nur da, wo in grösseren Städten z. B. Hamburg, Mainz u. s. w. vielleicht das Bediirfniss ist, nicht jerst nach einer Reihe von Jahren einzelne Schwestern, sondern in wenigen .Jahren eine grössere Anzahl ausgebildeter Schwestern zu haben, empfiehlt es sich vielleicht, dass die Logen grössere Vereine bilden, um die Kosten für die Ausbildung mehrerer Schwestern zu erhalten, immer aber soll dazu unsere Organisation benutzt und alle Verhandlungen mit dem Mutterhause in Berlin oder anderweitig nur durch die Grossloge geführt weiden. Wir legen überhaupt den grössten Werth darauf, dass die Centrale für die, vorgeschlagenen Kreise bei der Grossloge verbleibt, dass diese die Abmachungen, die Zahlungen aller Art enthalt und leistet, die Grossloge wird dem Mutterhause gegenüber allein verantwortlich. Das Mutterhaus hier ist bereit, wenn durch die Grossloge diese Organisation für 37 deutsche Städte geschaffen wird, uus in jeder Beziehung entgegen zu kommen, und auch Gesuche um Ausbildung von Schwestern aus Städten, wo keine Logen sind, an uns zu verweisen. Wir beantragen: 1. Die Grossloge beschliesst eine Vereinbarung mit dein Verein für Krankenpflegerinnen in Berlin herbeizuführen, da- 'mit mindestens 5 Schwestern alljährlich für den 8. Distrikt ausgebildet werden. 2. Die ganze innere Organisation und die Einzelbestimmungen über die Thätigkeit der ausgebildeten Schwestern soll zwischen der Grossloge resp. dem Generalcomite und einem in der Sitzung der Grossloge zu wählenden Comite; in dem jeder Kreis durch einen Br. vertreten sein muss, festgelegt werden. 3. Zu deu Kosten der Ausbildung trägt die Grossloge für jede Schwester Mk. 500 bis zum Hüchstbetrage Mk. 3000 jährlich bei; dieser Betrag wird dem »Neuen Centralfouds" entnommen. Begründung zum Antrag 5. •ledern, der sich für jüdische Angelegenheiten interessirt, sind die grossen Verdienste, bekannt, die sich der Deutsch- Israelitische Gemeindebund insbesondere dadurch erwirbt, dass er es gerade den kleinsten jüdischen Gemeinden ermöglicht, ihre Kinder nicht ohne Kenntniss der Geschichte nnd der veredelnden Religion des Judentfiums aufwachsen zu lassen. Die der Grossloge übergebene Liste enthält eine Aufstellung der im Geschäftsjahre 1890/1900 vom D. L G. B. gewährten Zuschüsse zu den Kosten des Religions-Unterricht«, sie betragen nahe 10 000 Mark und wurde es dadurch ermöglicht, dass in ca; 180 "kleinen Gemeinden an über 1300 Kindern ein geordneter Religionsunterricht, der von reisenden Inspektoren regelmässig beaufsichtigt wird, ertheilt werden konnte. Unsere Grossloge gab dazu voriges Jahr 1000 Mark und wurden die besonders bezeichneten Gemeinden dadurch in den' Stand gesetzt, Religionsunterricht ei theilen zu können. Keine Gegend Deutschlands ist von der Wohltliat ausgeschlossen, aber auch nur ein flüchtiger Blick lehrt, dass der reichste Segen gerade., in den Gegenden gestiftet wird, wo die ärmste jüdische, Bevölkerung, entweder, wie in der Provinz und dem Grossheizogthum Hessen den schwersten Angriffen von judenfeindlichfer Seite ausgesetzt ist, oder, wiez. B. in der Moselgegend, zü den geistig am weitesten zurückgebliebenen Kreisen . unserer', -deutschen Glaubensgenossenschaft zählt. [ Es ist Jedermann bekannt,. dass die kleinen jüdischen Gemeinden immer leistungsunfähiger werden, denn den einigermaassen besser situirteu Juden - treibt es zur Grossstadt, wo sein Erwerb und die Erziehung seiner Kinder leichter und wo er nicht der Judenfeiiidschäft, wie -sie auf dem platten: Lande sich ständig mehr ausbreitet,, gegenüber steht. Es ist daher nicht hoch genug anzuschlagen, dass gerade in diesem immermehi: sich verkleinernden Gemeinden das Rüstzeug nicht fehlt, die. Kinder'-im Jndenthum zu erziehen, was sollte sonst aus der nächsten Generation werden? Der D. I. G> B.,' welcher sich bekanntlich nach vielen andern jüdischen Aufgaben widmet, erschöpft durch die Hergabe von 9000 Mark pro aniH> seine dafür verfügbaren Mittel, ist aber nicht im Stande.allen nöthigen Anforderungen", die in einem sich steigernden Maasse aus den kleinen Gemeinden an ihn herantreten, -gerecht werden zu können, und so ei scheint es unsere moralische Pflicht durch 'dite hiermit verlangte Subvention von 10DO Maik mitzuhelfen an der sittlichen Zukunft unserer deutschen Glaubensgenossenschaft und bitten wir. daher um Annahme unseres Antrages. / . - '• , ' -':>'.. :" ".-'VV.- ' ■■ '. ' ■" . ' j '• " Aufruf für Galizien und Rumänien. ■ I ._..;/■> ■ . ■ *• ' Die trostlosen Nachrichten, die iii letzter Zeit fast»alltäglich aus Galizien uud Rumänien zir uns gelangep, haben von Neuem die allgemeine Aufmerksamkeit auf die unglückliche soziale Lage gelenkt,, unter welcher die galizischen Glaubensgenossen leben. Von. jeher hat die jüdische Bevölkerung dieser.Länder, fast: J*/Ä Millionen Menschen, mit grosser wirthschaftlicher Noth zu kämpfen gehabt. Durch Feindseligkeiten vielfacher Art und duich antisemitische Aufreizungen ist die Noth der an und für sich schon Armen aufs Höehste gestiegen, so dass eine grosse Anzahl buchstäblich Hunger leidet und schweren Krankheiten erliegt. Es dürfte sich erübrigen, eine ins'specielle gehende Schilderung der dortigen Zustände zu geben,' da sie hinlänglich bekannt-

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