Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1900
- Issue
- Nr. 5 - April
- Date
- 1900-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus den Logen des VIII. Distrikts. Fraternitas - Loge in Dresden. Die Wintersaison 189!t'19(K), über,deren Beginn in No. 9 (189'J) dieser Blätter berichtet winde, war auch in ihrem weiteren Verlaufe für unsere Loge ei treulich und voll regen Lebens. Die Sitzungen waren besser besucht als im Vorjahre, und wir gewannen eine Anzahl tüchtiger* neuer Mitglieder, hatten aber ati -li den Schmerz, in M o r i tz Göritz (Chemnitz) tioen eifrigen und allgemein beliebten Bruder duich den Tod zu verlieren. Ein giosfjer Verlust für unser Logenltben war auch die Erkrankung des wind. Vicepiäsidenten Br. Schleich, der, sonst einer der eifiigsten und thätigsten Mitarbeiter, den ganzen Winter hindurch unsere» Sitzurgen fernbleiben iiusste Ein Gegenstand häufiger und erregter Debatten war die schon im voiigen Bericht ei wähnte Lokal frage; sie fand eine allseitig freudig begrüsste Lösung mit der Miethung einer sehr geeigneten 1. Etage im Hause des Cafe Passage, Johannisstrasse und Kingstrasse gelegen. Die neuen Räume, deren Ausstattung ein zu diesem Zwecke gewähltes Comite besoigt, sollen Ende April oder Anfang Mai feierlich ein geweiht und bezogen werden. Da ^wir indess unser altes Lokal bereits am 1. April verlassen mussten. wird es nöthig. einige Sitzungen in einem Interimsraume abzuhalten. Unter reger Theilnahine der Brüder wurde die Berathung der neuen Nebengesetze fort- und zu Ende geführt, der vorgelegte Entwurf wurde mit geringen Aenderungen angenommen. Weiter beschäftigte uns die Frage der Erwerbung einer juristischen Person, doch Hess man, nachdem auf Anfiage bei der Grossloge bekannt geworden, dass von 25 BBr. Juristen sich 20 dagegen erklärt, diese Angelegenheit auf sich beruhen. Br. Dr.A. Cohn brachte in Anregung, bei der Aussendung von Ferienkolonien, s?wie bei <Ur Wahl der Führer Und Orte, mit anderen" Logen gemeinsam vorzugehen; nach längerer- Debatte wurde beschlossen, im Sinne des Antragstellers das Comite für Ferienkolonien mit weiterer Vei folgung dieser Idee zu betrauen. — Br. G u 11 e„n tag ei-stattete ein eingehendes Referat über die lür die nächste Constitutionsgrossloge in Betracht kommendeu Frageu; seine gediegenen und treffenden Ausführungen fanden den Beifall der Loge und wurden der Grossloge übermittelt. In einer der letzten Sitzungen, der auch der würd. Grosssekretär beiwohnte, wurde über die Begründung einer Loge in Chemnitz verhandelt. Dank der eifrigen Bemühungen der dortigen Brüder, insbesondere des Br. Kupferberg. sowie des würd. Br. Grosssekretärs und vieler BBr. unserer Loge sind die Aussichten in unserer Nachbarstadt sehr günstig und steht die Errichtung einer Loge daselbst in Kürze zu erwarten. Die weitere Vorbereitung dieser Angelegenheit soll nun den Chemnitzer Brüdern und der Grossjkfge überlassen werden Die Einrichtung der Diskussionsabende bewährte sich auch in diesem Winter vorzüglich und bildete eine ausserordentliche Anziehungskraft für unsere Brüder. Ausser der Fortsetzung und Schluss des Berichtes von Br. Dr. Eger über seine' Reise nach Chile hörten wir von Br. Rechtsan- \ walt A. Toepljtz einen formvollendeten Vortrag über Ehescheidung nach dem neuen bürgerlichen Gesetzbuch. Er berücksichtigte dabei besonders die Entwicklung der neuen Bestimmungen aus den früheren Gesetzen und speciell auch das Verhältnis} zum alten jüifisohejrltecht, gab somit zugleich ein iuteressai.tes Stink Kulturgeschichte. Ferner sprach Br. Dr. med. G r oss über das Thema: Plauderei aus Kulturgeschichte und Medicin *in hochinteressanter, die zahlreich erschienenen Brüder. unger lein fesselnder Weise. Den Vorträgen schluss sich jedesmal Diskussion an. Den Brüdern mit ihren Angehörigen sowie Gästen boten wir einen Vortrag des Pre£ Dr.. F reude hthal (Breslau) über: Spinoza in Deutschland, der dies schwierige Thema in so geistvoller und klarer Rede hehindelte, dass er stürmischen Beitall fand; feiner eine Vorlesung Ties hiesigen Schriftstellers Willi. Wo 11 e r s v die von etnem gemüthlicheu Beisammensein und TaiiZ'gefolgt war. Schliesslich wurde noch ein Kindel lest lür die Kinder der Brüder und ein Familienabend mit verschiedenen Darbietungen," von Brüdern und^Augehöiigen dei selben'veranstaltet, clie beide einen sehr angeregten Verlauf nahmen. Der '..ursprünglich geplante grosse Ball wurde mit Rücksicht auf-die nahe bevorstehende Festlichkeit zur Einweihung',unseres neuen Lokals vom Programm abgesetzt. "\ \ , > So können wir ^mit dem Verlauf dieses" Winteis wohl zufrieden sein, denn die, wenn auch langsame, so doch stetige Fortentwicklung unserer Loge unddie .Zunahme der Betheiligung der Brüder an-der gemeinsamen Arbeit lässt auch für die Zukunft eiue weitere Besserung und weiteren Fortschritt erhoffen. \. . ./- Amicitia-Loge in Posen: In unserer letzten Sitzung erstattete Br. Carl Goldsclnhidt folgenden Bericht: Würdiger Präsident» wert he' Brüder! Ich erlaube mir über .di$\l5 Kinder unseres Nachhilfe- Unterrichts einen kurzen Bericht zu überTeichen und freue mich. Ihnen über diesen Zweig unserer Logenthätigkeit den denkbar günstigsten Erlolg'mitt heilen zu können, welchen wir jedoch nur der rastlosen und wirklich aufopferungsvollen Thätigkeit des Fiäuleiu Jäcoby zu verdanken haben. Während im vorigen J\ilue kaum 50 "0 die Versetzung, erreicht haben, sind In. diesem Jahre» von den 15 Kindern 13 versetzt worden; bei den 2 zurückgebliebenen Kindern war die Versetzung nur aus-dem Grunde "nichtzu erreichen, weil fliese geistig sehr - zur tick - sind. Die Zeugnisse der 13 versetzten Kinder sind wirklich gute zu nenneii; von diesen Jl 3 Kindern schieden jetzt zu Ostern 2 Kinder aus, weil sie das 14. Lebensjahr ••erreicht haben. Von den 2 ausscheidenden Kiuderu,. welche ^e^Je: jedoch sehr schwächlich sind, will ich versuchen, eine dem Putzfach zuzulühreu, betreff des zweiten Kindes, will, ich eist üie Ansicht der Loge hören, da dieses Kind .elternlos ist und bis jetzt vom Magistrat iu Posen verpflegt und "bekleidet wurde, cty es in Posen heimathsberechtigt und" seinen rnterstützuug*- Wölrnsitz hat. Von den übrigen" 11 Kindern werde ich diejenigen, von welchen ich annehme, dass sie dem Schulunterricht allein, ohue Nachhilfeunterricht,- folgen köunen, ausscheiden resp. wöchentlich nur 1 , oder 2 Beaufsichüguiigsstunden geben lassen, da wir einen . weiteren Nachschub seitens der Rektoren zu erwarten haben, so wird, die Zahl von 14 bis 15 Kindern wohl bestehen bleiben. Wie gross der Erfolg des Nachhilfeunterrichts zu schätzen ist. können Sie werthe Brüder aus der eiuen Thatsache ermessen, dass es uns gelungen ist, eiu Kind, . welches.ich fürchtete, ( der geistigen und sittlichen Verwahrlosung wegen »am Nachhilfeunterricht