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Bericht der Großloge für Deutschland · 1899-12-01 · Nr. 9 - Dezember · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1899
Issue
Nr. 9 - Dezember
Date
1899-12-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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97 — des Judenthums für die Jugend notliig ist. Das Judenthurii solle im Orden erhalten werden, und deshalb müssen die Mir glieder von dein Werthe des Judentimms überzeugt werdet In der Familie müsse die Erziehung der Kinder zum Juder tlium geschehen, die Eltern müssen sich unsere Ideen unl unseren Gedankengang aneignen. Trotzdem sei es eine andere Frage, ob wir als Orden die Vorschläge unterstützen oder ausführen sollen. Der Vicepräs. der w, Deutschen Reichstage Brudtr Dr. Kuznitzky möchte zuförderst der Ansicht entgegentreten, als ob' Br. Simon im Namen der Reichsloge od« r eines grossen Theiles derselben gesprochen habe. ImGegeitheil, sogar hervorragende Mitglieder seiner Loge, wie Präs. Br. Bloch und Expräs. Br. Joachim, sind starke Vertreter für die Idee der Jünglingsvereine, auch er selbst hege solche Sympathieen und habe solche zum Ausdruck gebracht, indem er schon wiederholt im Verein FraterniUs Vorträge gehalten hat. Es ist nur zu bedauern, dass skh so wenig Brüder finden, die in solchen Vereinen Vorträge halten, noch mehr aber, dass man sogar versucht hat, dtn Mitgliedern solcher Vereine den Zutritt zu unsereu Vorträgt n nicht zu gestatten. Auch er vertritt die Ansicht, dass ein Fortbildungskursus nur für die erwachsene Jugend, weide den Anfeindungen unserer Gegner ausgesetzt ist, zn errtaht< n sei. Es wäre zweckentsprechend, heute noch keinen definitiv« n Beschluss zu fassen, sondern sich mit deriIdee einverstanden zu erklären und die Angelegenheit zuJ weiteren Beratlmi g dem Beamtenrath der vereinigten drei Logen zu übergebe i. Es wäre vielleicht gut zuförderst einen Kursus einzurichten, aus dem sich dann allmählich ein Jünglingsverein entwickeln kann. Br. Ehrenberg liält eine feste Gliederung für nöthig und wünscht deshalb dringend die Gründung eines Jüuglinj; svereins. da man auch hierdurch wieder eine Anzald Mitglieder für den Kursus gewinnen kann. Der hochw. Grosspräs, schliesst sicli der Ansicht des w. Vicepräs. Br. Dr. Kuznitzky an und schlägt vor, eine Resolution zu fassen, in welcher das Einverständn ss der Brüder mit den beiden Vorschlägen ausgesprochen wiid, und die Angelegenheit sodann dem geistigen < 'omite su überweisen. Das Schlusswort erhält Br. Maximilian Stein. Derselbe führt aus: „Wer /vieles bringt, wird '„Manchem etw as bringen," demgemäss habe er absichtlich ein, möglichst rehhhaltiges und viel umfassendes Programm eines derartigen Jünglingsvereins aufstellen zu müssen geglaubt,, nm einen breiten Meinungsaustausch über die ganze Frage zu provozinm. Es sei dies auch gelungen, Hud die durch die Anträge' h;rvorgerufene Debatte allein habe schon viel des Interessanten geboten. Die von verschiedenen Seiten und den verschiedensl en Gesichtspunkten beleuchteten Ansichten seien an sich sei on als ein Erfolg des Abends zu betrachten, wenn es auch nicht sogleich zur sofortigen Verwirklichung der aufgeworfei en Anträge komme. Wenn aber Br. Dr. Rosenzweig se ne ablehnende Stellungnahme zu einem Jünglingsverein daiait jnotivirt habe, dass ein derartiger Verein eine Art „Gesell jnverein* werden würde, in dem sich möglicherweise alle: lei jüdisches Gesindel zusammenfinden könnte, so habe Br. Ros< n - zweig den Referenten zwar missverstanden, da dergeplaite Verein zwar selbstverständlich nur anständige und gebildete junge Leute, insbesondere auch Söhne unserer Logenbrüder aufnehmen würde, aber lteferient aeeeptire dennoch den Ausdruck von ^jüdischem Gesindel* denn-, wenn es ein solches gäbe, so würde, es sicherlich nur eine dankbare Aufgabe der Loge sein, sich dieses Gesindels anzunehmen. Der gleichfalls von den Logen begründete Verein für-Arbeitsnachweis diene ja derartigen Arbeitslosen- Hud Stellungslosen in einer so segensreichen Weise, dass 'skh die Logen dieser Gründung allein nicht zu schämeu hätten, sondern jsiC zu ihren allergrössten und hervorragendsten Leistungen überhaupt zählen dürfen. Der geplante Verein/junger Männer solle jedoch im Grunde genommen nur denselben jüdischen Jünglings- resp. Jugeüdkreisen dienen, für die auch Br. Dr. Rosenzweig eintritt. Für die Verbreitung der jüdischen Litteratur und Geschichte sei auch er und erwidere dem Br. Simon, dass wenn die deutschen jungen Leute in deutschen Schulen neben deutscher Geschichte und Litteratur -auch die griechische lernen müssten, es den jüdischen jungen Leuten nicht schaden kann, wenn sie. neben Schiller und Göthe auch etwas von Maimonides nnd Jehuda Halewi lernten. ^Mit der Pflege ^er Litteratur allein sei es. aberr .äuL keinen Fall gethan, weder für die Jugend, noch auch, wie' die 'Erfahrung lehrt, selbs^ in den Logen. Der Hamburger Jünglingsverein zeige, dass er sich lockerte, als er nur ein Lüteraturverein war, dass er sich aber hob und gut entwickelte, ajs Unterrichtskurse aller Art, besonders Sprachkurse Hud Turnabtheiluugen etc. eingeführt wurden. Vorträge aus dem Gebiete der jüdischen Wissenschalt zu hören, gäbe" ,"es in Berlin vielfache Gelegenheit, und es sei dies keine'. Spezialität der Logen. Wenn es auch durchaus am Platze sei. dass die. Loge diesen Zweig ihrer Thätigkeit sorgfältig pflege,, so würde man doch mit der Zeit dazu kommen, zur Hebung des eigentlichen Logenlebens unter den Brüdern, zur Pflege der jüdischen Kameradschaftlichkeit und zur Anfi'eundung der MitglSeder des Ordens, auf das Rezept zurückzugreifen, das Logenwesen und die Logenräume nach Art des behagliden Klubuesens auszugestalten, unddie Thätigkeit in angedeuteter Weise zu erweitern. Der Jugend alier müssten Wir ujis . schon deshalb verstehen!, weil uns ein von. den Logen kontrollirter Verein jüdischer junger Männer dea Nachwuchs liefern, und eine Art Rückversicherung der Logen, bei-.der Jugend bedeuten würde. Die Einrichtung jüiHscher Fortbildungskurse, wie sie Br. Dr. Rosenzweig Vorschlug, sej für alle Fälle selbst als Abschlagszahlung' auf ein weiter gestecktes Programm nur willkommen zu heissen, dooh 'empfehle, es sich hierbei thatsächlich gleich eine festere Gliederung,'nach den Worten des Br. E h 1 e n b e r g, in die Wege zu leiteTu und zunächst eventuell aus den erwachsenen Söhnen der Logenbrüder einen kleinen Verein ins Leben rufen, der Unter Führung der Logen mit der Einrichtung v» m--Jugend Vorträgen zu beginnen hätte. Jedenfalls sei zu wünschen;--dass ein Kompromiss nach dieser Richtung hin bei weiterer detaillirter Berathung zu Stande käme. '•'•••..>.'•. \ " Bei der Abstimmung• werden ^Punktv 1 und 2 als -prinzipielle Resolutionen mit überwiegender Majorität angenommen und dem Beamtenrath'der drei Berliner Logen zur weiteren Berathung und Ausführung überwiesen, . Zum dritten Punkte der Tagesordnung: „Zwei Vorschläge des w. Expräs. Br. Koseqstiel: a. Einrichtung einer Ferienkolonie für Kinder unserer .Logenbrüder, b. Aus-

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