Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1899
- Issue
- Nr. 9 - Dezember
- Date
- 1899-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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tausch von Kindern der Logenbrüder in deutschem und österreichischem Distrikt der U. O. B. B. Logen. Als Referent nimmt der w. Vicepräs. Br. Dr. Cohn das Wort und führt aus, dass die Idee des ersten Vorschlages nicht neu ist. Iu der Schweiz nämlich wird diese Idee schon praktisch ausgeführt, indem Kinder aus der deutschen Schweiz in die französische und umgekehrt gegeben werden, um sich mit der Sprache, mit Sitten und Gebräuchen vertraut zu machen und in der That muss man sich sagen, dass ein solcher Austausch von Kindern für diese selbst und für.die Eltern grosse Vortheile l>ringen kann, wenn z. B. der Sohn einer Familie einer kleinen Stadt zur Vollendung seiher Studien in die Grossstadt oder wenn die Tochter einer Familie aus der Residenz zur Kräftigung ihrer Gesundheit nach einem kleinen Orte geschickt werden soll, die häuslichen Verhältnisse dies aber nicht ermöglichen, so mussman sagen, dass durch einen solchen wechselseitigen Austausch von Kindern für viele Eltern eine Gelegenheit geschaffen wird, ihren Kindern etwas zu bieten, VWM sonst nicht möglich ist. . Und wenn gerade ein solcher Tausch unter Logenbrüdern stattfindet, so sind alle Vorbedingungen gegeben, dem Pflegling eine zweite Heimath zu schatten. Expräs Br. Rosenstiel schlägt daher vor, bei allen Logenbrüdern des deutschen und österreichischen Distrikts 'mittels Fragebogen zu eruiren, wer einen solchen Austausch für sein Kind wünscht, und in welcher Weise er dies gehandhabt wissen will. Br. Rosenstiel Verspricht sich neben dem praktischen Resultate auch eine Förderung des I Ordens selbst durch eine grössere Annäherung der Logenbrüder und eine bessere Bethätigung der Brüderlichkeit. Bezüglich des zweiten Vorschlages empfiehlt es sich, die Sache ohne Weiteres ins Werk zu setzen, da es an Theilnehmern nicht fehlen wird. Ermunteit wurde Br. Rosenstiel zu seinem Vorschlage durch Wünsche, die Logenbrüder ihm gegenüber häufig ausdrückten, es zu ermöglichen, dass ihre.Kinder auf gemeinschaftliche Kosten mit Kindern gleichen Standes unter Autsicht eines Lehrers in ein See- oder Soolbad gesandt werden könnten. Wie günstig ein solcher Ferienaufenthalt auf die Kinder wirkt, ist bekannt, leider ist es aber vielen Brüdern nicht möglich, ihren Kindern eine solche Vergünstigung zukommen zu lassen. Oft sind die Eltern geschäftlich daran verhindert, oder aber ihr Gesundheitszustand verbietet es, mit Kindein zu reisen. Andere wollen Rundreisen machen oder in ein Luxusbad gehen, für alle diese empfiehlt es sich, ihre " Kinder gemeinschaftlich wegzuschicken, es wäre daher rathsam, dass sich einige Brüder zu einem Comite vereinigen, um die Angelegenheit in die Wege zu leiten. Expräs. Br. Rosen- >tieLbemerkt noch zum Schluss, dass er mit seinem Vorschlage durchaus nicht beabsichtigt habe, die hier bestellenden Ferienkolonien armer Kinder einzuschränken oder zu schädigen. Expräs. Br. Adolph Mayer, der Vorsitzende der hiesigen Ferienkolonie, hält die Errichtung einer solchen Ferienkolonie, für ganz unnöthig, da der Apparat der bestehenden Ferienkolonien sehr gut funktionirt, und die Kinder stets unter bester Führung sind, und auch bessere Kinder, sogar viele aus Logenkreisen, sich bei den Ferienkolonien betheiligen. Ausserdem fürchtet Br. Mayer auch eine Schädigung der Ferienkolonie in pekuniärer Hinsicht. Aus diesen Gründen ist er gegen die beiden Vorscldäge. Bei der Abstimmung weiden beide Vorschläge abgelehnt. Anwesend waren 130 Brüder. In einem Schlusswort sprach der Präs. Br. Max Stein die Hoffnung aus, dass bei der nächsten gemeinschaftlichen Sitzung sich wieder eine so grosse Anzahl von Brüdern betheiligen möge, um durch gegenseitigen Meinungsaustausch das allgemeine Interesse zu beleben, und die Ziele und Zwecke des Ordens zu fördern. Dr. Oppenheim. Protokollirender Sekretär der Montefiore-Loge. Rede des Ex-Präs. Br. Tuch, gehalten in der Henry Jones-Loge in deren Fest-Sitzung am 4. Oktober 1899. Meine lieben Brüder! Mit froher Begrüssung wenden wir uns einander zu. Nach der Unterbrechung, die unserer Arbeit während der sommerlichen Schwüle und während der Festtage auferlegt war, gewährt es uns Genugthuung, dass die Antheilnahme an den gemeinsamen Bestrebungen frisch geblieben ist. Alle, die es ernst mit unserer guten Sache meinen, haben sich heute hier wieder eingefunden und bekennen damit ihre Treue zu unsern Grundsätzen. So darf denn die Hoffnung rege sich erheben, dass mit neu gesammelter Kraft die Brüder (und — setzen wir auch hinzu — ihre Angehörigen) dem Werke sich hingeben Werden, zu dem sie frei und freudig sich verbanden und worin von ihnen das Heil erblickt wird, nicht nur für ihre engere Umgebung und für die Judenheit, sondern für die Menschheit. Diese freudige Begegnung zu ernstem Wollen darf uns an sich schon als Fest gelten. Erhöht wird unsere Festesstimmung dadurch, dass wir damit das Andenken an die Ordensgründung verbinden. — Um die Zeit, in der unsere Stammesgenossenschaft den Tag der Gesetzesfreude begeht, wurde vor 56 Jahren die erste Bne Briss-Loge durch den Sohn unserer Stadt, dessen Namen unsere eigene Loge trägt, durch Heniy Jones ins Leben gerufen. Und so ist denn die Wiederkehr des jüdischen Freudenfestes für uns alljährlich' ein Erinnerungstag der am 13. Oktober 1843 erfolgten Entstehung unseres Ordens. Die Fülle der Eindrücke, die sich hieraus ergiebt, haben unsere hiesigen Brüder stets in weihevoller Stunde gewürdigt. Auch heute sind es die Gefühle für die Stammesgenossenschaft, ist es die Begeisterung für unsere Ordensziele, womit wir uns hier zusammenfinden, und wofür anlässlich der Wiederaufnahme unserer Thätigkeit es als geziemend erachtet werden wird, dass wir uns den allgemeinen Aufgaben des Ordens die besonderen für unsere Loge einmal gründlicher für uns ableiten. / Welcher Art das Streben unseres geliebten Ordens ist, das, meine BBr., ist Ihnen Allen bereits vor und bei der Aufnahme in die Gemeinschaft uhd später durch das gesprochene und gedruckte Wort oft dargelegt worden. Ferner haben diejenigen, die der feierlich und auf ihr heiliges Ehrenwort übernommenen Verpflichtung ernsthaft und nach Kräften mit uns zu arbeiten, entsprachen, die Programm-Erklärung, mit der jede Sitzung vom Präsidenten eröffnet wird, regelmässig entgegengenommen. Mehr als das Wort jedoch leuchtet das Werk entgegen, das gemeinsame Werk der Männer, die daran seit fast sechs Jahrzehnten vor uns und