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Bericht der Großloge für Deutschland · 1899-10-01 · Nr. 8 - October · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1899
Issue
Nr. 8 - October
Date
1899-10-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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— 90 dass ihre Bürger im Streben nach idealen Gütern in erster Reihe stehen, r Wir erlauben uns, Sie höflichst einzuladen, uns bei diesem Werke gütigst unterstützen zu wollen. I Angebogen finden Sie die Grundzüge unserer Be strebungen verzeichnet, und bitten wir Sie, denselben Ihre geneigte .Beachtung zu schenken. Mitgliedern unseres Ordens, die sich in Kurzem, erlauben werden, Sie dieserhalb zu besuchen, um Ihnen jeden sonst gewünschten Aufschluss zu geben, wollen Sie gütigst eine gute Aufnahme zu Theil werden lassen Hochachtungsvoll (hier folgen die Namen allgemein bekannter Brüder). Vertraulich' ' II. Frankfurt a. Bf., Heidelberg, im Dezember 1898 Mannheim, München, Karlsruhe -Sehr geehrter. Herr! Die unterzeichneten Mitglieder des Ordens Bnei Briss gestatten sich hiermit, Sie, geehpter Herr, in folgender Angelegenheit um Ihre. Mitwirkung zu-bitten. Unser Orden, in Deutschland, Oesterreich und Amerika allgemein verbreitet, hat sich das hohe Ziel gestellt, am geistigen Zusammenschlüsse aller ehrenhaften Juden zu arbeiten, das Bewusstsein ihrer Würde und ihrer Gleichberechtigung mit allen andern Bürgern des Staates zu heben und in sittlicher und sozialer Hinsicht wohlthätigen Einfluss auszuüben Er will die wahren Zwecke der Nächstenliebe fördern und einen Mittelpunkt für die Lösung allgemein menschlicher und insbesondere jüdischer Aufgaben bilden. . > Wir würden es als hohen Gewinn für unsere gute Sache befrachten, wenn auch in Stuttgart unser Orden eine Heimstätte fände." Mehrere Mitglieder unseres Ordens werden sich am Sonntag, den 25. Dezember lS'.t'.t, Nachmittags 3 Uhr im „Mozart-Saaleder Liederhalle einfinden und beehren wir uns hiermit, Sie, geehrter Herr, zu der daselbst stattfindenden Versammlung ganz ergebenst einzuladen. Wir "glauben bei dem regen Interesse, dass Sie für die Sache des Judenthums haben, mit dieser Ein- . ladung kerne Fehlbitte an Sie zu richten. Indem wir noch^einen Bericht über die Ordensbesjrebungen im deutschen Distrikt zu Ihrer gefl. Kenntnissnahme beilegen, empfehlen wir uns Ihnen mit vorzüglicher Hochachtung (Unterschriften wie bei Ad L) Br. VVisloch ist mit Br. Liebhold der Ueberzeugung. dass pur bei Beobachtung des bezeichneten Verfahrens ein Erfolg zu erwarten sei. Abneigung und Bedenken, die überall existiren, müssen die Pioniere sich bemühen, durch persönliche Aussprache mit dem Einzelneri zu beheben, und wer wirklich Herz für Juden und Judenthum besitzt, wird für unsere gute Sache auch zu gewinnen sein. i,j Der Sekretär, als Referent zu diesem Punkte, weist darauf'hin, dass wie das statistische Jahrbuch ergebe, auch an arideren, ausser den heute erwähnten Plätzen, grosse jüdische Gemeinden existiren, besonders sei 'das im Bezirk der Rheinland-Loge der Fall. So z. B. in Barmen-Elberfeld mit r><K) Haushaltungen, Crefeld mit 400, Düsseldorf mit 4!H>, Bonn mi£200 und Aachen mit 4H>. Es entsteht die Frage, ob nicht" fdie Rheinland-Loge ersucht werden solle, an diesen Plätzen für die Errichtung von Logen zu Virken, denn, wenn gleich zugegeben werden muss, dass gewisse Schwierigkeiten zu'überwinden sein dürften, so sei dennoch in so grossen Gemeinden die fast bestimmte Aussicht auf - Gewinnung einer genügenden j**zahl achtbarer Charaktere vorhanden. Br. Benjamin bemerkt demgegenüber, dass. die Frage der Propaganda in der Rheinland-Loge häufig erörtert werden, dass dort jedoch Bedenken, bes°riders gegenüber Aachen und Crefeld erhoben worden sind, dass er jedoch von Neuem der Rheinland-Loge nahelegen wolle, die Propaganda an jenen genannten Plätzen in die Hand zu nehmen. Um ls/4 Uhr tritt eine Mittagspause ein. Der Präsident eröffnet um 3 Uhr Nachmittags die Sitzung und ertheilt derselbe dem Sekretär das Wort zur Berichterstattung über die aus dem Centrai-Fonds zu unterstützenden Wittwen und Waisen. Letzterer theilt mit, dass der Cenfral-Fonds 1899/1900 eine Einnahme, durch die Beiträge der Brüder ä 3 M., von M. 11100 zu verzeichnen haben dürfte. Demgegenüber sind bisher die Hinterbliebenen von nur 4 unserer verstorbenen Mitglieder mit zusammen 1240 M. zu unterstützen gewesen urid^kommen an laufenden Zuwendungen für 2 unserer Brüder M. 1862,44 und für einen fremden Bruder M. 480 hinzu. Einmalige Ausgaben sind bis jetzt geleistet worden an Institute M. 11<M), Mädchenhandel 12<H>, für Vorträge an Logen M. 290, Beitrag zur Herstellung der jüdischen Geschichte in einer Volksausgabe M. 500, für diverse kleine Positionen M. 100. Die Gesammtausgaben 1899 ä Conto des Centrai-Fonds belaufen sich bis jetzt auf .M. 0972 44 und sei somit alle Veranlassung vorhanden, die bisherigen Leistungen für die Wittwen und Waisen verstorbener Mitglieder auch für den gegenwärtigen Termin zu bewilligen. Dje Logen, denen die betreffenden Verstorbenen früher als Mitglieder angehörten, haben die Weiterzahlung durchweg unter gehöriger Motivirung beantragt, und auch dargethan, dass sie selbst zur Erhaltung der Existenzen jener hi%terbliebenen Familien mit leisten. Unter Hinweis darauf, dass der Centrai-Fond in erster Linie doch zur Unterstützung von Wittwen und Waisen zu dienen habe, spricht der Referent die Erwartung aus, dass die Versammlung einstimmig die Forlzahlung der bisherigen Zuwendungen an Wittwen und Waisen gutheissen wird. Die Anregung des Sekretärs wird einstimmig zum Beschluss erhoben und soll im näschsten Termin die Frage der Unterstützung hiriterbliebener Familien durch den geschäftsführenden Ausschuss geprüft und erledigt werden. Es gelangt alsdann die Frage zur Erörterung: „Sollen D i s t r ik t s - D e p u t i r t e ernannt werden? Zu Referenten hierüber sind die Brüder L i e b h o 1 d und Schuck ernannt worden.^ t- Br. L i e b h o 1 d hält die Berufung von Distrikts- Deputirten für sehr vortheilhaft, besonders bei neuen Logen, um diese auf eigene Füsse zu stellen, was bisher meistens

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