Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1899
- Issue
- Nr. 8 - October
- Date
- 1899-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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.Das General-Comitc beschliesst aus den für Galizien bewilligten 10 OOO Mark, dem Oberschlesischen Comite 3000 Mark für die Boryslaer Bergwerkarbeiter zu be willigen." Br. Dr. W o 1 f f hält es für das Wichtigste, wenn die Boryslawer Juden zur Arbeit zurückgeführt werden unc verweist auf die Leutehoth in Ober-Schlesien, Rheinlanc und Westfalen. Dort könnten die Bergwerkarbeiter aus Bon slaw, wie auch die polnischen, die keineswegs beliebter sind, und dennoch ausreichend Arbeit finden, untergebracht werden und wenn der Ertrag der Sammlung innerhalb unserer Logen hierfür in erster Linie verwendet werden sollte, so könnte sich Redner mit der Anregung des Br Dr Maretzki, einen. Aufruf zu erlassen, wohl befreunden Auch Br. P 1 a c z e k erklärt sich für, den Vorschlag des Br. Dr. Maretzki, denn es handle sich in erster Linie darum, den Hunger jener Leute zu stillen. Was Br. Dr W o 1 f f angeregt, sei erstin zweiter Linie zu berücksichtigen ganz abgesehen da\<Jlte£dass die Ausführung dieser An regung grossen Schwimgkeiten begegnen dürfte, denn die Behörden werden kaurrf^die Einwanderung einer grösseren Menge Ausländer zulassen. Br. Schück vertritt die Ansicht, dass die Unterbringung Boryslaver Arbeiter ohne weiteres ausführbar sei, er selbst habe Ausländer als Arbeiter und sei recht zufrieden mit ihnen. Die Regierung machte keine Schwierigkeiten, denn überall fehlt es an Arbeitern, auch sei bisher nicht zu be ■ merken gewesen, dass bei Annahme von Arbeitern confessionelle Unterschiede gemacht worden, und so bestehen denn die besten Aussichten für die Placirung jüdischer Ar beiter. Freilich gestattet die Regierung dauernde Niederlassung ausländischer Arbeiter nicht, sie verlängert jedoch anstandslos die Erlaubniss zum Aufenthalt fremder Ar beiter. Auch dieser Redner ist für die Sammlung zu Gunsten der Boryslawer, die Unterbringung derselben in andern Erwerbszweigen, müsse jedoch unbedingt im Auge behalten werden In ähnlichem Sinne äussern sich die BBr. Lieb hold Bergel und Dr. Gross, worauf die inzwischen eingegangenen Anträge zu dieser Frage zur Verlesung gelangen: 1. Von Br. Dr. Maretzki: Das General-ComiUwird beauftragt, für die ' '' Boryslawer jüdischen Arbeiter eine Sammlung bei den Logen zu veranstalten. 2. Vom Br. Joachim als Amendement zum Antrag Rosens'liel: Statt .JOOO Mk. lOOü'Mk. zu bewilligen. 8i Vom Br. Liebhold: * Die Logen aufzufordern, sich für die Unterbringung Boryslawer Arbeiter in grossen industriellen Etablissements zu bemühen. Bei der hierauf erfolgten Abstimmung wird der Antrag des Br. Dr. Maretzki mit 13 Stimmen angenommen. Br. Rosen stiel erklärt, das Amendement des Bruder Joachim annehmen zu wollen und seinen Antrag dahin zu modifiziren, dass er nur um Bewilligung von 1000 Mark ersuche. y Dieser Antrag auf 1000 Mk. wird mit 10 gegen 7 Stimmen angenommen, und auch der Antrag "des Bruder Liebhold, den derselbe nur als, eine .Anregung hezfichnet, wird fast einstimmig angenommen. ". -\'\- . Br. Timendorfer, de/ inzwischen erschienen war, übernimmt den. Vorsitz. Ueber die Propaganda entspinnt-^sich eine lebhafte Debatte. - ." . ' - J ,.-.•:-> ' ': 7«, .• '.- .... Zunächst theilt der Präsident mit. dass die Errichtung einer Loge in Rybnick unmöglich geworden sei, die Umstände, die dahin geführt haben, sind diskreter Natur. In der Debatte werden Ansichten für Errichtung von Logen in Danzig, Bromberg, Bremen, Oldenburg, Nürnberg, Bamberg, Augsburg, Lissa, Leipzig, Esseh und eine zweite Loge in Hamburg erörtert,' und wird constatirt, dass, wenngleich an den meisten dieser Plätze gearbeitet wird, dennoch bis jetzt kein namhafter Erfolg erzielt worden ist. Die Installation in Stuttgart soll nunmehr bestimmt im Dezember dieses Jahres erfolgen. i: V.-7- Br. Liebhold glaubt, dass "die Propaganda für Errichtung neuer Logen bisher nicht in richtiger Weise geleitet worden ist, wenn an den genannten Plätze/i sovorgegangen wäre, wie es von ihm und Br. Wislocb in Karlsruhe und Stuttgart gehandhabt worden, dann müsste immerhin hier und dort ein Resultat erzielt worden sein.. Eine richtige Propaganda müsse damit anfangen, an dem betreffenderr Orte die Adressen von zur Aufnahme geeigneter Männer zu sammeln, und müssten die Mitglieder benachbarter Logensölche Männer für die Sächezu gewinnen suchen, zunächst durch ein kurzgehaltenes Anschreiben. Einige Zeit darauf hätte -die Zustellung der Broschüre „Zwecke und Ziele" zu erfolgen und'zuletzt mit der Unterbreitung des Maretzki sehen Berichtes, die Aufforderung zu einer bestimmt bezeichneten Versammlung, in welcher von berufenen Rednern ein Vortrag ■ über die Aufgaben des Ordens zu halten sei. -Freilich müssen es sich die Brüder nicht verdriessen lassen, die betreffender! Personen zu besuchen und sich zu vergewissern, dass dieselben zu der anberaumten Versammlung auch wirklich erscheinen, und sollte die Petition um einen Freibrief in dieser'Versammlung auch sofort unterschrieben werden. Br.. Liebhold unterbreitet die An-» schreiben, die bei der Propoganda'in Karlsruhe- und Stuttgart verwendet wurden, und rdie. folgenden Wortlaut haben: ). ■ '..... .-.-.*' >. Jf. . ';'. / -i; ,, . Heidelberg; im Dezember I8t»$. Vertraulich. .." Sehr geehrter Herr' **V -t * '- ' - ■"*-'* " Von Mitgliedern Ihrer geschätzten Gemeinde sind wir darauf aufmerksam gemacht, dass dort die Geneigtheit besteht, eine Schwesterloge des „Unabhängigen Ordens Bnei Briss" zu gründen... Wir begrüssen die Nachricht mit aufrichtiger Freude und würden es als hohen Gewinn für unsere gute Sache betrachten, wenn auch in- Ihrer Gemeinde der Orden eine Heimstätte finden würde, urh so mehr, als ja von je her Ihre'.Vaterstadt den Ruf. geniesst, ') Wir veröffentlichen diese beiden Anschreiben, -voll inhaltlich, weil wir glauben, dass dieselben - den Logen und. Brüje"rn bei der Propaganda gute Dienste leisten könnten