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Bericht der Großloge für Deutschland · 1899-08-01 · Nr. 6 - August · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1899
Issue
Nr. 6 - August
Date
1899-08-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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in der galizischen.'Fräse wird dieses Freundschaftsband sicherlich noch mehr befestigen. "\ Mit Genugthuung stelle ich fest, dass auch der Schriftwechsel mit dem hochverehrten Ordenspräsident en Br. Bien eiiieu herzlichen Charakter trägt. Und nun zum, Schlads zu demjenigen Punkte, der in diesem Bericht die erfreulichste Mittheilung verdient: „Die äussere Propaganda". In meiner Antrittsansprache habe ich es nach Befestigung unserer inneren Verhältnisse als hauptsächlichstes Ziel betrachtet, für äussere Verbreitung des Ordens Sorge zu tragen. Dieser Wunsch, ist in Erfüllung gegangen. Die Frankeidoge mit 42 Mitgliedern, die Carl Friedrichloge mit ti". Mitgliedern und die Silesia-Loge mit 41 Mitgliedern sind durch mich installirt Die Gabriel Riesser-Loge mit 29 und die Hohenzollern-Loge mit 30 Mitgliedern sind von Br. Ad. Mayer installirt. Besonders wichtig erscheint uns die Ki"füiuug der Loge in Thorn, da uns damit der Osten eröffnet ist und hoffentlich noch andere Städte im Ipmii »Ii II Osten unseres Vaterlandes uns werden gewonnen werden. j .. Dieselben Brüder, denen wir schon die Gründung mehrerer Logen danken, haben uns Stuttgart erschlossen, wo die Installation wahrscheinlich im Herbst stattfinden wird. L'nd dabei sind wir, Dank des Ansehens, das unser Orden allenthalben geniesst, jetzt sehr wählerisch in der Auswahl der Aufzunehmenden. Wir gestatten den Aufzunehmenden nicht mehr die Frage, ob der prden für sie gut genug >ri. sondern wir fragen umgekehrt, ob der Aufzunehmende gut genug für den Orden sei. Und daran thon wir: Recht, denn auch für unsere Logen gilt der Satz: „Wägt eure Mitglieder, zählt sie nicht nur", und es gilt zu bedenken, dass ein ungeeignetes Mitglied leicht die innere Harmonie einer Loge, das gedejjiliche Zusammenwirken der Brüder gefährden und das Ansehen des Ordens nach Aussen hin schädigen kann. - Dass unsere Bestrebungen auch ausserhalb des ()rdens Sewiirdi^t werden, ergiebt tler erfreuliche Umstand, dass während meiner Amtszeit bereits :i Mal au uns der Wunsch gelangt ist, sich unseren Bestrebungen anschliessen zu dürfen. 2 Mal freilich hat die Correspondenz zu keinem Resultat geführt; der dritte Fall wird Ihnen heute zur Beurtheilung vorgelegt werden. Sie werfden zu entscheiden haben, ob den Petenten von Kybnick und Umgegend ein Freibrief trotz der von der Friedensloge vorgebrachten Bedenken zu ertheilen sein wird, Und so hatte ich wohl ein Recht zu behaupten, dass wir ,ein erfolgreiches Berichtsjahr hinter uns haben. Wir gehen mit den besten Hoffnungen in die Zukunft: möge es un> gelingen, uns noch mehr nacji aussen auszubreiten und nach innen zu vertiefen, und möge unser Orden, was wir erstreben. ininiei |iehr der Sammelpunkt für alle geistigen und w rede Inden Bestrebungen unserer Glaubensgenossen werden. Mit diesem Wunsche und mit dem Wunsche, dass auch unsere listigen Berathungen und Entscheidungen uns Freude und Genugthuung gewähren und dem Orden zum Segen gereiehen mögen, schlösse ich meinen Bericht." Bericht des Comites zur Bekämpfung des Mädchenhandels. Am 2. Juli trat unser Comite zu einer Sitzung in» Hamburg zusammen. Ausser den Hamburger Mitgliedern: den BBr. Tuch, Schriftführer L e v rn s o n, Alfred Cohn. Deutschländer, Ritter, sowie dem Präs. der Henry Jones Loge, Br. Dr. Frank, waren die BBr. Sanitätsrath D&f-M-a r e t z k i (Berlin) und Rechtsanwalt Heinemann (Hannover) anwesend. — Br. Rabbiner Dr. Rosenthal (Breslau) war am Erscheinen verhindert. Die Sitzung nahm das Referat des Br. Tuch über den in den Tagen des 21., 22. u. 23. Juni in London stattgefundenen Congress zur Bekämpfung des Mädchenhandels entgegen. Von. jüdischen Institutionen waren auf diesem Congress die englische Jewish Association for the Protection of girls and Women, sowie unser eigenes Comite offiziell vertreten. Nach ausführlicher Darlegung und eingehender Debatte wurde von dem Comite zweierlei ausgesprochen: 1. dass. während bisher mit vollem Fug und zum Vortheil unserer Bestrebungen eine bestimmte Zurückhaltung betreffs unserer Thätigkeit geübt werden musste, es von jetzt ab ebenso sehr im Interesse der Sache liege, selbstverständlich mit der erforderlichen Vorsicht, in die Oeffentlichkeit zu treten und diese für die von uns ins Auge gefassten Ziele aüf- und wachzurufen; 2. dass es deshalb auch an der Zeit sei, eine unsern Brüdern gewidmete Darstellung im Grosslogen-Bericht zu veröffentlichen. Dieses Referat erfolgt hiermit, und zwar mit der Maassgabe, dass gleichzeitig der Entwicklungsgang unseres Comites vor Augen geführt wird. Der vielumfassende Stoff, den wir zu schildern haben, wird freilich bei aller Zurückhaltung eine gewisse Ausführlichkeit der Anführungen erforderlich machen. Dabei wird die thatsächlich geleistete Arbeit aus dem Grunde, dass die allgemeinen Gesichtspunkte, Charakter und Umfang der zu bekämpfenden Uebel, ihre letzten Ursachen und die gewaltige Ausdehnung der Aufgabe dargelegt werden müssen, nicht genauer erklärt werden können. Die geschilderten Vorgänge werden jedoch die Schwierigkeiten unserer Vorarbeiten, die schrittweisen Errungenschaften und die gewonnene Stellung zur Sache genügend verdeutlichen. Der Vertrieb weisser Sklavinnen hat seit einer Reihe von Jahren in den verschiedensten Ländern grosse Aufregung hervorgerufen. Die Angelegenheit wurde in ihren ersten Stadien mehr dahin untersucht, ob die Prostitution staatlich geregelt sein solle oder nicht. In Westeuropa gewannen die Gegner staatlicher Regelung — die Abolititionisten — grösseren Anhang. Deutschland hat zu dieser Frage, so weit es die Praxis betrifft, eine Mittelstellung eingenommen. Osteuropa stellt sich auf einen dem westeuropäischen entgegengesetzten Standpunkt. Es lässt sich nicht verkennen, dass in der wissenschaftlichen Controverse gute Gründe für Aufrechthaltung staatlicher Regelung, ja für deren Erweiterung nach manchen Richtungen hin beigebracht worden sind. Die spätere Erörterung, die sich auf das ganze Gebiet der ethischen, ästhetischen und sanitären Fragen erstreckte, führte bei dem allmählig gewonnenen tieferen Einblick auf die Kenntniss von der Art, in welcher der Mädchenhandel in seiner weiten Verzweigung und Ver-

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