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Bericht der Großloge für Deutschland · 1899-05-01 · Nr. 4 - Mai · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1899
Issue
Nr. 4 - Mai
Date
1899-05-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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- 54 — eines Menschenlebens und Menschenwandels nur zu leicht verweht, er soll diese geweihte Schwelle nicht überschreiten. Die Geschichte wird unsere Namen aut ihren Blättern nicht verzeichnen; aber inniger, wärmer als die Blätter der Geschichte, ^bewahrt das Herz die Namen Derer, die ihm tlieuer gewesen. Wir stehen Keiner auf der Höhe der geistigen Ueberlegenheit oder der irdischen Macht, deren Spuren in Anderen nicht vergelten, aber aut eirie Höhe, wie "hoch oder niedrig der Eine oder der Andere sie auch erklimmen mag. will unser < >rden uns stallen, auf die Höhe, .wenn aucli nicht des geistigen Endzieles, aber auf die H S h e d .s geistige© Strebens, auf die ■ Höhe der Menschenliebe, von der aus wir die engen Grenzen des .eigenen Ichs hinweg unseren Blick hinauf heben zu dem ewigen Geist des grossen Weltenbaumeisters." hinauf zu dem All der Menschheit — Und „wer strebend sich bemüht, 'den können^ wir erlösen." ..M -Das Wort, dass draussen unseren Todten so oft nachgesagt und-selten gehalten wirdj ..Sein Andenken wird uns unvergesslich bleiben", hier soll es Wahrheit werden. Dazu soll die Gedenktafel dienen, die wir heut für ihre pietätvolle Bestimmung weihen wollen, an der nach schönem alt- . jüdischen Bratfcli an dem Sterbetage des Bruders das Licht, da« Sinnbild des Geistes, entzündet werden soll. Hier in den Räumen, wo wir mit ihm in Bruderliebe und Eintracht geweilt und wohlthätig gewirkt haben: hier, wo wir das Irdische und Vergängliche vergessen wollen, um uns emporzuheben zu dem, dem wir als (hdensbrüder es auf Erden nachthun wollen, hier wollen wir im Andenken an unsere Brüder aufblicken zu dem. der die Menschen als seine getreuen Mitarbeiter zur Erde entsendet, und der sie vom irdischen Tagewerk abruft, wenn die Zeit ihrer Ablösung gekommen, nicht immer nach vollendetem Tagewerk, aber immer nach seiner Weisheit" und seiner Liebe. . . - So bleibt uns freilich von unserem heimgegangenen Bruder nichts als die Erinnerung, und doch ist das so viel Tür die, die in dieser Erinnerung all die Liebe wieder durchleben, die .sie mit ihnen verbunden hatte, so viel für uns in dem Gedanken, dass, was sie Gutes und Edles geschafft, sie aus .dem Geiste geschafft haben, den liier wir pflegen, durch den wir ummit ihnen verbunden fühlen, in dem Jeder von ihnen unser Bruder war und bleibt, "auch nachdem er von dieser Stätte des Friedens eingegangen zürn ••uigen Frieden. So möge jetzt die Hülle lallen von dem .Gedenkzeichen. d;is wir hiermit dem Andenken unserer heimgegangenen Brüder weihen, als ein Zeichen der Treue, die wir ihnen halten über das Grab hinaus. Möge jeder Blick darauf uns gemahnen, für die Ziele zu wirken und zu schaffen, die wie alles Irdische uns selbst überdauern; jeder Blick darauf es sagen: Wir denken Dein! Anhalt-Loge in Dessau. In dem nunmehr abgelaufeneu Wintei halbjahr hatten wir eine ganze Reihe anregender und interessanter Sitzungen. Von der Einweihungunserer neuen Logenhalle, mit welcher die Wintersaison eröffnet worden war, ist bereit» ausführlich hier berichtet worden. Das günstige Omen, das sie durch die Aufnahme neuer Mitglieder geboten * hatte, hat sich erfüllt; wir haben seitdem noch mehrere frische und brauchbare Kräfte für unsere gute Sache gewonnen und in unseren Kreis eingeführt. Grösseren Stoff zu Besprechungen boten in unseren Arbeitssitzungen besonders die Berathungen über eine durchgreifende Umarbeitung und vor Allem Vereinfachung unserer Statuten. Nicht minder häufig standen die Ergebnisse des Logentags in Halle und die Ausführung seiner Beschlüsse aut der Tagesordnung. Wir wollen hierbei bemerken, dass die Furcht der w. Deutschen Reichs-Loge in Berlin, wie sie im Bericht der Grossloge No. 2 d. Js. Ausdruck gefunden hat, gänzlich unbegründet ist. Der mitteldeutsche Logeutag hat eher alles Andere im Sinne, als eine Erschütterung des Distrikts zu veranlassen: er will nichts weiter, als durch gemeinsames Zusammengehen gemeinsame lokale Angelegenheiten in einer für die betreffenden Logen erspriesslichen Weise regeln. Dieser durch die günstige geographische Lage der betheiligteu Logen bewirkte Zusammenscliluss kann nur Gutes, nichts Gefährliches für die Ordensgesammtheit bieten und ist nichts Anderes als eine thatkräftige Verwirklichung unseres Einheitsgedankens. Einzeln zu schwach, um verschiedene wichtige Maassnahmen durchzuführen, "hat gerade das uns entgegengehaltene Wort uns zusammengeführt: in untate robur! Von den s. Zt. in Halle gefassten Beschlüssen sind eine Anzahl bereits verwirklicht worden. Auch wir hatten dem durch jene Beschlüsse veranlassten offiziellen Besuch des Deputirten der w. Mendelssohn-Loge, Br. Präs. Bacher, anregende Stnnden zu verdanken, in welchen die Lage unserer Logen den Gegenstand " lebhafter und beifälliger Erörterungen bildete. Ebensolche Erörterungen rief das Thema: Grden und Freimaurerbund im Anschluss an Referate unserer BBr. Dr. Freudenthal und Dr. Marcus hervor. Die Verhandlungen in Prag über die- Hebung unserer galizischen Glaubensbrüder', von deren Inhalt unser w. Präsident Br. Dr. Freudenthal;n eingehender Kritik Kenntuiss gab, boten Stoff zu lebhaften Debatten, Hnd auch das uns selbst berührende Thema des Wanderbettels und seiner Verminderung wurde häufiger in unseren Zusammenkünften diskutirt. Oeffentliche Vorträge, an denen auch unsere Damen und weitere Kreise theilnahmen, hielten unsere BBr. Dr. Cohn über „Das Recht der Frau nach dem bürgerliche^ Gesetzbuch", Dr. Freudenthal über .Wilhelm Sommer und seine Schriften" und Dr.-Vogelstein aus Stettin über „Don Isaak Abrabanel,. den jüdischen Minister in drei christlichen Reichen." An diese Vorträge schlössen sich gesellige Darbietungen an, welche die Theilnehmer in froher Laune lange zusammenhielten. Seit neuester Zeit haben wir beschlossen, auch unseren Familien Gelegenheit zu zwangloser Vereinigung an denselben Abenden zu geben, an denen unsere Sitzungen allwöchentlich stattfinden. Den Glanzpunkt unserer geselligen Darbietungen bildete die Feier unseres zehnjährigen Stiftungsfestes am 19. März d. J. Die Feier wurde in Gegenwart der BBr. Bergel-Berlin, Sernau- Halle und Krön hei m-Cöthen als Deputirten der hochw. Grossloge, der w. Germania- und Henry Jones-Loge durch eine geschlossene Loge eröffnet, in welcher die Einführung zweier Söhne von Brüdern, der BBr. Dr. Ascher und Max Tuchmanu, stattfand. An dieselbe schloss sich eine offene Festloge, die einen tiefen Eindruck hinterließ Nach einem Orgelpräludium .ergriff der w. Präsident Br. Dr. Freudenthal, welcher es sich nicht hatte-nehmen lassen, trotzdem er noch Rekonvalescent war, seinen Pflichten nachzukommen, das Wort zu einer packenden Ansprache, in welcher er. an

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