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Bericht der Großloge für Deutschland · 1899-05-01 · Nr. 4 - Mai · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1899
Issue
Nr. 4 - Mai
Date
1899-05-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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schaft ohne Gleichen die Grenzen Brandenburgs den Duldern jeglichen Glaubens. Wie viel tausend mal ist in den Marken das Danklied der böhmischen Exulanten erklungen: Das Volk. «Ins sonst im Fenstern sass. Von Irrthum ganz umgeben, Das findet hier nun sein Gelass . * ünd darf in Freiheit leben! Als Ludwig XIV. das Edikt von Nantes aufhebt, da tiitt ilmi der kleine., brandenbargisclie Herr als Wortführer der protestantischen Welt kühn entgegen und bietet durch sein Potsdamer Edikt den Vertiiebeneu Schirm und Obdach. 1'eberall.- wo noch die Eiammen des alten Glaubenshasses einzuschlagen, schreiten die Hohenzollern schützend und versöhnend .ein. Sie ruteii.die Wiener .ludenschafr an die Spiree. sie sj-iiern den Protestanten in Heidelberg ihre Kirchen und bereiten IT««*» evangelischen Salzburgern .in i >>tpieussen eine neue Heimath. Auch Preu*sens grösster Kinn» blieb den Grundsätzen seiner Vorfahren treu! Wie hat Friedrich der Grosse, der den Grundsatz ailtstellfe. dass in seinem Lande ein .Feder nach seiner Facta seeliyr werden könne, eine groe^beizige Toleranz geübt.' Ohne diese Toleranz JBrare das 5fe*awtbl8heu, die innere Reformation 'des Judenrhums. mit der der Name Moses M<ndelsolin für alle Zeiten ->i / * - ■ •verbunden ist. garaicht möglich gewesen. - Aber mir RjechL sagt Goethe: ..Toleranz sollte-eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein, sie muss. zur Anerkennung führen.- Dulden hebst beleidigen." l ud so musste auch .weiter gegangen weiden, als dies bis dahin geschehen war. Aus der Toleranz; die die Hohenzollern gegen die .In I n übten, musste schliesslich die Anerkennung hervorge en. Freükh datierte es noch einte ganze Zeit, bis es soweit kam. Eisl W"><» wurde, in der Verfassung durch Friedrich WfThelin IV. die Gleichberechtigung aller Religionen aus-_ _ sjuochen und erst 1^71 wurden die letzten Hindernisse dea \■•lliLe-n Gleichstellung beseitigt. . , End wie unser Herrscherhau« seit. Jahrhunderten ein Hort der Menschenliebe, der Brüderlichkeit und Toleranz War, S'i ist fcs dies bis heute »«blieben. Wir schulden den Hohenzollern deh wai nisten Dank 1 nicht nur als Deutsche, auch ab .luden.- Durch Wort und That wollen wir zeigen, dan v. ir nicht veigessen Uaben. wie Grosses wir ihnen zu verdanken ßabeu—und.wir werden's nie vergessen! Erinnern wir uns der edlen Worte, die der hehre Dulder. Kaiser Friedri ch, nach seiner Tor »nbesteignng an Bismarck' schrieti: * , .Jen will, da-s der .-elf Jahr bündelten in meinem Hanse heilig geiulfeue Grundsatz' religiöser Duldung auch ferner alten Meinen l'ntei ihanen; welcher Religionsgemeinschaft und Wekhem Bekenntnisse sie auch angeboren, zum Schutze gereichen. - Ein Jeglh her unter ibneu steht meinem Herzen gleich nahe — haben doch alle gleichmässig in den Tagen der Gefahr ihre volle Hingebung bewährt!-4 — Sr. Majestät unsereiu_Jetzigen Kaiser vertrauen seine Unterthanen, welchen Glaubens sie auch sind, dass er in seinem heiligen Eiter für seines Volkes Wohl di~ Bahnen finden «erde, die dem Vaterlande Heil und Ehre bringen. Meine Brüder! Einen stolzen Namen haben Sie sich für Ihre Loge gewählt, der Ihnen besonders ernste Pflichten aulerlegt: Sie haben sich alle Zeit als Deutsche, als Jaden und als Mitglieder de» Ordens zu bewähren! Zu jeder Stunde muss Ihnen gegenwärtig sein, dass sie als Brüder Verpflichtungen gegen den Orden insbesondere haben. Ihr Handel und Wandel darf das Licht des Tages nicht scheuen, Ihr Auftreten mus> bescheiden! Ihr Streben ernst sein; Sie müssen in Frieden mit' allen Logen leben, Sie haben von nun an nicht nur Ihre eigene Ehre, sondern auch diejenige der Gesamintheit zu wahren! l ud nun frage ich Sie, meine Brüder, ob Sie Ihren Entschluss. eine eigene Loge zu gründen, auch iii dieser ernsten Stunde aufrecht halten?" — Es mag noch bemerkt werden, dass die Hohenzollern-Loge 30 Mitglieder zahlt und Präsident derselben Br. Marcus A u e r b a c h ist. , ' Aus dem Gedächtnissbuche der Grossloge. Seit Erstattung des letzten Berichtes hat der Distrikt den Tod folgender Brüder zu beklagen: Es starben: , > . _ I _ . - 1: ■ v .: Aus dem Bureau der 'Grossloge. Der geschäftsführende Ausschuss hielt am 8. Mai noch eine Sitzung ab. aus welcher die Erledigung folgender allgemein interessirender Gegenstände hervorzuheben -Aväven. Ks war" die Frage entstanden, ob tür die verstorbene Frau eines Bruders eine Trauerloge abgehalten werden darf? Der Ausschuss ist der •Ansicht, dass das nicht statthaft sei, denn dadurch werde der Werth der Trauerloge, welche die höchste Ehrung für ein verstorbenes Mitglied darstelle, herabgemindert, auch sei die Grenze schwer zu finden in Fällen, wo es sich um den Tod noch anderer Angehörigen der Brüder handelt. Der, Ausschuss erkennt es als Prinzip an, dass iu der Grosslogensiteung der Etat durch ein Mitglied des Finanz- Gomites vertreten werde. Da nun kein Mitglied dieses Comitesv für die Grosslogensitzung in Wiesbaden ein Repräsentanten-Mandat besitzt, so ist der langjährige Vorsitzende des Finanz-Comites, Br. Merzbach, ersucht worden, in dieser Grosslogensitzung den Etat zu vertreten. Für Errichtung einer Loge in Danzig ist berechtigte Aussicht vorhanden, die dort erzielten Erfolge sind den Be- 23. Am 2<i. April!>>'.•!» Bruder Aron Katz, Mitglied der Frankfurt-Loge in Frankiurt a. 'M. seit dem 9. Februar 1888, geboren den I. Marz 1838 zu (jarbenteiebj. * 24. Am pr. April I8f>9 Bruder Wilhelm Silberberg, Mifglied der Berthold Auerbach-Loge in Berlin, seit dem 1">. Dezember 1895,, geboren am 1:5, Januar 1830 zu Danzrg. 2">. Am Mai 1899 Bruder Leopold Hirschfeld, Mitglied der Berthold Auerbach-Loge in Berlin seit dem 5'. Oktober 1-880, geboren 184 s in Danzig.

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