Mannheim
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Bericht der Großloge für Deutschland · 1899-04-01 · Nr. 3 - April · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1899
Issue
Nr. 3 - April
Date
1899-04-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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' beleuchtende, zu Herzen gehende Ansprache in Versen an die neuen BBr. Es folgte die zündende Festrede des Br. Dr. Freund, die in formvollendeter Weise vom Standpunkt des Judenthums und unseres Ordens den Verlauf des scheidenden und die Aussichten und Aufgaben des kommenden Jahrhunderts trefflich kennzeichnete. An die Festloge schloss sich ein von ca. I/O Personen besuchtes Festbankett mit Ball. Tischreden und Tafellieder, sowie die vorzüglichen Arrangements unseres Vergnügungs-Comitcs. bestehend in Aufführungen, gesanglichen Darbietungen, Vorführung der Oppenhefm'schen Bilder aus den jüdischen Familienleben stempelten das Fest zu einem glanzvollen, während andererseits im Sinne unseres Ordens der Verkehr zwischen den BBr. und Schwestern ein zwangsloser und harmonischer war. So . wird denn das Fest, allen Theilnehmern unvergessen bleiben. Wegen Gründung einer eigenen Loge in Liegnitz haben wir seit längerer Zeit gearbeitet. Dank auch der Thätigkeit des von Berlin nach Liegnitz verzogenen Br. Dr. Moses sind auch da unsere Arbeiten von Erfolg gekrönt gewesen. Eine Frage, der wir in Folge,des Anwachsens unserer Mitgliederzahl näher treten v mussten, ist die Beschaffung neuer grösserer Räume: eine Commission ist damit betraut, solche miethsweise ausfindig zu machen, gelingt dies nicht, so sind wir gewillt, in einem eigenen Grundstück solche zu schaffen. So können wir mit Befriedigung auf die letzten Monate zurück- und mit Vertrauen in die Zukunft blicken, dessen uns bewusst, dass das numerische Wachsen uns auch vermehrte Pflichten auferlegt, werden wir weiter .bauen an dem Tempel der Wohlthätigkeit. Bruderliebe und Eintracht zu unserm Besten und dem Gedeihen des gesammten geliebten Ordens, . * August Lamey-Loge in Mannheim. In der zur dritten Stiftungsfeier unserer Lr>ge abgehaltenen Festsitzung erstatteten der Beamtenrath und die Obmänner der einzelnen Ausschüsse Bericht^ über die Thätigkeit im abgelaufenen Jahre. Aus diesen Berichten ist Folgendes mitzutheilen : Die Arbeitsthätigkeit auf geistigem wie auf humanitärem Gebiete steht im letzten Jahre . hinter den Erfolgen der früheren ,erheblich zurück Abgesehen davon, dass die Sitzungen wegen des Hau$neubaues ein halbes Jahr sistirt •waren, nahm unter den Berathungsgegenständen die Hausfrage einen breiten Raum ein. und äbsorbirte einen grossen Theil unserer Zeit und unseres Interesses. Mit Recht konnte der würdige Präsident des abgelaufenen Termins, Br. Jacob Liebmann, in seiner Einleitungsrede zur Festloge betonen, dass auch diesem Hausbau eine hervorragende Bedeutung im Sinne unserer Ordensideen zukomme, indem das" Haus Jedem zeige, dass wir die Logenidee in Mannheim nicht für eine vorübergehende Erscheinung halten, sondern dass dieselbe feste Wurzel gefasst hat. Wie aus dem Bericht des Anschfaffungsausschusses zu ersehen war, dürfte eine regere Frequentirung unserer Gesellschaftsräume seitens der Brüder und ihrer Familien noch zu wünschen sein, zumal die Räume mit allem Comfort ausgestattet, Spielgelegenheit, eine grosse Auswahl von Zeitungen u. s. w. vorhanden sind. Der Besitz des neuen Hauses hat uns indess ermöglicht, jm letzten Jahre mit der Einführung offener Logen zu beginnen: auch nahmen unsere festlichen Veranstaltungen im eigenen Hause einen gemütlicheren Charakter an, ausserdem treffen sich Sonntags Abends eine Reihe von Familien in unserem Saale zu fröhlichem Beisammensein. Die Mitgliederzfchl betrug im Beginne wie am Ende des Termins 135; fünf Neuaufnahmen stehen ebenso viele freiwillige Rücktritte gegenüber Der Besuch der Sitzungen war ein guter, im Durchschnitt dürften ungefähr 60 Besucher auf den Logenabend treffen. Der Bericht des geistigen Ausschusses konnte rmt Recht hervorheben, dass derselbe bemüht war, trotz der Last der geschäftlichen Angelegenheiten für jeden Logenabend geistig anregenden .Diskusionsstoff zu liefern. Von Vorträgen und Referaten, die im letzten Jahre gehalten wurden, seien genannt: Br. A. Blum: Agrarpolitisches aus Baden und die jüdische Landbevölkerung (2 Vorträge). „ Dr. Felsenthal: Ueber die Lage der Juden in Galizien - (2 Vorträge). ,, „ ,, Festrede zur Ohanukabescheerung. „ A. Gernsheimer: Judenthum und Islam. ,, J. H. Levi: Ueber Brüderlichkeit. „ Dr. Moses: Ueber jüdische Erziehung. „ „ „ Festrede zum 3. Stiftungsfeste. ., ,, Regensbufger: Freimaurerorden und U.O. B.B. ,,- „ Rothenberg: Dia Krankheiten der Juden. ., Staad eck er: Ueber die Kriminalität der Juden. ,, „ Festrede zur Hausweihe. ., ,, Ludwig Bamberger. H. Steinthal Ausserdem in offener Loge: Br. Dr. Heinemann-Frankfurt- Heine und das Judenthum. Professor Lefmann-Heidelberg: Judenthum und Buddahthum. Es wurde eine Bibliothek angelegt, die hauptsächlich moderne jüdische Werke enthält. Das Referat des Unterstützungs-Ausschusses Hess durchblicken, dass auch die humanitären Aufgaben durch den Hausbau Xoth gelitten haben. Immerhin wurden bedeutende Ausgaben gemacht zur Unterstützung Einzelner sowohl, wie zur Subventionirung wohlthätiger Anstalten und Institutionen. Die Hauptarbeit auf humanitärem Gebiete ist an den Frauenbund Caritas übergegangen, welcher im letzten Jahre 1675 Mk. aufgewendet hat zur Unterstützung, Arbeitsnachweisung, wie zur Erziehung ärmerer Kinder. Loge und Caritas haben gemeinsam die Chanukabescheerung arrangirt und hierzu einen eigenen Beschenkungsfond geschaffen. Zum ersten Male im abgelaufenen Terrrune trat der soziale Ausschuiss in Aktion. In eingehenden Verhandlungen hat dieser Ausschuss die Lage der Juden auf dem Lande berathen und urp eine sichere Grundlage für seine Thätigkeit zu gewinnen , Fragebogen abgefasst, die sämmtlichen jüdischen Gemeinden des Landes zugehen sollen. Von der badischen Landessynode wurde eine Kommission zum Studium und. zur Förderung der sozialen Lage der jüdischen Landbevölkerung eingesetzt, in welche zwei Brüder unseres sozialen Ausschusses, die BBr. Dr. Moses und Dr. Pfälzer gewählt wurden, so dass unsere Interessen und Ideen die wirksamste Vertretung finden können. Mit den auswärtigen Logen Bestand ein inniges Verhältniss, besonders mit denen des Grossherzogthums Baden. Wir waren durch Delegirte vertreten beiden Festen der Frankfurt-Loge, Sinai-Loge, Friedrich-Loge, Karl Friedrich- 1

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