Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1899
- Issue
- Nr. 3 - April
- Date
- 1899-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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— 4 1 — Markstein ihrer Geschichte angelangt Bis diese Erfolge aber definitiv errungen waren, glaubten wir unsere Berichterstattung zurückstellen zu sollen. Näheres ergeben die folgenden Ausführungen. Zuvörderst können wir konstatiren, dass der Besuch unserer Sitzungen sich in erfreulicher Weise gehoben hat und dass wir in der Lage waren, geistige Anregungen in Fülle zu bieten. Unsere kurzen Vorträge an den Logenabenden haben sich fest eingebürgert und ist unsere Rednerliste bis Ende April besetzt. Es sprachen Br. Asch über Orthodoxie und Reform im Judenthum in diesem Jahrhundert unter Bezugnahme auf eine Arbeit über dies Thema in der Menorah, ferner Br. Dr. Freund über die von Prof. Breslauer in Berlin jüngst in einer Broschüre behandelte Frage: Sind originale Synagogen und Volksmelodien bei den Juden historisch nachweisbar? Ausserdem sprachen Br. Präs. Pfeffermann über „Unlautern Wettbewerb" und Br. Max Cohn über „Moses Mendelssohn." ■ Sehr anregende Vorträge hielten ferner Br. Expr. Laqueur-Breslau über „Cr^mieux" und Br. Expr. Dr. Ruff-Carlsbad in instructiver und humorvoller Weise über das Thema: »Die jüdische Frau als Hüterin der Gesundheit im Hause." Diesen beiden Vorträgen wohnten auch unsere Damen bei und schloss sich an dieselben ein geselliges Beisammensein. Sehr zur Hebung des Interesses an den Logen- Angelegenheiten in den Sitzungen hat die reiche Ausgestaltung der Monatsberichte beigetragen und fühlen wir uns gedrungen, der hochw. Grossloge für die Fülle des durch diese gebotenen Materials unsern Dank auszusprechen. Wenn wir hierbei noch auf einen Mangel, der in unserer Loge besprochen worden, hinweisen dürfen, so ist es der, dass über das geistige Leben in den einzelnen Logen zu wenig in die Oeffentlichkeit dringt und dass ferner Nachrichten über Vorgänge in den ausländischen Distrikten ganz fehlen, es würde gewiss von allen Logeiji mit Freude begrüsst werden, wenn wir durch die Monatsberichte auch nach diesen Richtungen hin auf dem l^aufendeii erhalten würden. , Wir erledigten auch die Durchberathung unserer neuen Gesetze, die sich mft geringen Abweichungen an das Statut der August-Lamey-Loge anschliessen. Unsere Bibliothek haben wir reicher ausgestattet die Benutzung derselben erleichtert ein von Br. Fränkel mit Fleiss und Sorgfalt zusammengestellter Catalog. Unterstützungen haben wir gewährt an den Frühstücksfond für hiesige arme Schulkinder, ferner an den Verein Leviath Chen, Kinderhospital ■ Jastrzemb, Kinderheim Dietz und für den Verein „Arbeitsnachweis" Berlin, während wir zu Chanuka auch der Armen nicht vergessen haben. Durch den Tod haben wir leider unsern Br. M. Hanneberg-Zittau, der uns ein treuer, den Ideen unseres Ordens ergebener Br. gewesen, verloren, eine grosse Anzahl BBr. erwies demselben die letzte Ehre und müssen wir besonders lobend hervorheben, dass auch die Philantropia-Reichenberg durch 4 BBr. bei dem Leichenbegängniss vertreten gewesen. Seinen 60. Geburtstag feierte unser lieber | Br. Expr. Hey mann, aus diesem Anlass überreichte ihm eine Deputation, bestehend aus sämmtlichen Beamten, eine Adresse, die die Gefühle der Liebe- und Verehrung derj Loge für diesen mit dem Feuereifer des Jünglingsfür unsere Bestrebungen wirkenden Br. zum Ausdruck brachte. Den breitesten Raum in Unserem Logenleben in den letzten Monaten hat aber unsere propagandistische Thätigkeit eingenommen, Dank dem organisatorischen Talent, der kräftigen, dabei aber vornehmen Agitation unseres würdigen Präs. Br. Pfeffermanri, der 'zündenden Wirkung der« Reden unseres Br. -Dr. Freund und der aufopfernden Thätigkeit der BBr.' Expr..;Heymann und Totschek, welche BBr. alle die Unbequemlichkeit öfterer Reisen nicht gescheut, gelang es zuvorderst , in Bunzlau Ii BBr. für unsere Vi'c'toria-Loge zu gewinnen, Dass dieser Zuwachs nicht blos ein numerischer, - sondert auch solcher {an Intelligenz und Bethätigung unserer Bestrebungen' ist, hajben *die BBr. dadurch bewiesen, dass sie -alle 8 Tage sich versammeln ■ ' , v ', -J ' und in würdiger Weise, über Logenangelegenheiten sich aussprechen.' Als Unterlage dienen ihnen unsere Protokolle-, die wir ihnen, sobald sie Wichtiges enthalten, in Abschrift zustellen — und dass, sie ferner beschlossen haben, alle 14 Tage wenigstens 2 BBr, zu unseren Sitzungen zu delegiren: auch einen Vortragsabend mit Damen hpben die BBr. in Bunzlau schon veranstaltet. Br. Dr. Freund sprach über „den Teufel", es waren auch andere' BBr. aus Görlitz erschienen und folgte ein gemülhliches Beisammensein dem Vortrage. 7 ' - .' - Die Einführung .dieser BBr., welche am 9. Januar erfolgte, gestaltete sich ganz besonders feierlich: wir' hatten die Freude, zu derselben'Br. Expr, Laqueuründ Br. Brandt, ] von der Lessing-Loge,-Br. Käiserl Rath Deutsch von der Philantropia-Reichenberg und Br. Expr. Dr. Ruff-Carlsbad als Gäste bei uns zu Sehen, und manches schöne Wort, das auf die neuen BBr. mächtig einwirkte, wurde gesprochen. Ganz besonders erhebend gestaltete sich die Feier dadurch, dass wir mit derselben die Einweihung unserer für die verstorbenen BBr. gewidmeten Gedächtnisstafel ver- banden. Die Einweihung bewirkte unser Br. Dr. Freund. Die Tafel selbst, würdig ausgestattet, bildet eine Zierde unserer Räume und sollen an dem Montag der Woche* in die der Todestag der 'verstorbenen BBr. fällt, Lichte zum; Gedächtniss der Dahingeschiedenen gezündet I werden. An , die Einführung schloss sich ein Brudermahl, das gewürzt durch vortreffliche Reden, den harmonischsten Verlauf nahm ■ *'•■'-. und dazu beitrug, die neuen BBr. auch gesellschaftlich schnell heimisch bei uns zu machen. , Ermuthigt durch den Erfolg in Bunzlau und in aufopfernder und thatkräftiger- Weise, unterstützt von Br. Reyersbach von der Sinai-Loge,'in Cottbus wohnhaft, haben wir unsere früheren Bestrebungen, auch Cottbus und Forst für unsern Orden zu. gewinnen,- wieder aufgenommen und können wir auch da von'einem Vollen Erfolg berichten. 20 Br. haben wir für unsere Victoria-Loge gewonnen und stehen weitere Anmeldungen noch in Aussicht, auch diese BBr. haben sich kohstituirt und nehmen regen Antheil an unseren Arbeiten; auch von Görlitz selbst. halben wir zu unserer Freude einige Neu-Anmeldungen zu registriren. Die Einführung dieser neuen Br. erfolgte zugleich mit der Feier unseres Stiftungsfestes in der Festlöge am 26. Februar er., zu dejr die Lessing-Loge und Philäntropia Deputirte entsandt hatten, unsere hiesigen und auswärtigen BBr. waren fast vollzählige auch BBr benachbarter Logen als Gäste erschienen. Nach erfolgter feierlicher Einführung hielt Br. Expr. Wurm eine die Ziele und Zwecke des Ordens