Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1899
- Issue
- Nr. 3 - April
- Date
- 1899-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
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40 Eger-Loge in Ostrowo. Aus unserer Logenthätigkeit, die recht rege ist, wollehVwir einige Momente hervorheben Auf Veranlassung des BrTür. Königsberger wurde ein Comite mit der Berathung des Projektes, ein eigenes Logenheim zu errichten, betraut, da dies geeignet sei, die Logen thätigkeit und das Logenwesen anzuregen und zu heben. In letzterem Sinne haben auch im Winter abgehaltene Vor träge begeitragen. In 'der gemeinsamen Sitzung in Krotoschin ■am 3. Januar wurden Unterstützungen gewährt, die ein gegangenen Zusehritten erledigt. Nach längerer Debatte wurde ein Antrag Auerbach-Königsberger angenommen, dahin gehend, dass es sehr wünschenswerth sei, wenn bei Neumeldungen von Candidaten sämmüiche Schwesterlogen davon verständigt würden. Dieselben sollten binnen einer bestimmten Frist antworten, falls sie etwas - Nachtheiliges wüssten. Die Veranlassung zu diesem Antrage war die einem unserer Brüder bekannte Aufnahme eines Bruders in einer Schwesterloge, die ihn sehr befremdete. Nach Be sprechung verschiedener Artikel des letzten Monatsberichts wurde die Sitzung geschlossen. Westfalia-Loge in Bielefeld. Unsere Loge ist leider von einem herben Verluste dufch den Tod unseres lieben Br. Wallach betroffen worden. Zu Ehren des Verstorbenen veranstalteten wir am Dienstag, den 14. er., so/ort nach der Beerdigung, eine Trauerloge, deren Feier von er hebender Wirkung war. Auf Wunsch der Hinterbliebenen der Feier beiwohnen zu dürfen, luden wir die männlichen Mitglieder der Familie.ein, die in grosser Zahl erschienen waren. Es .erübrigt zu sagen, dass sämmüiche Brüder die am Platze waren, und auch fast alle unsere auswärtigen Brüder der Feier anwohnten. Die Märkische Loge in Dortmund war durch ihren würdigen Präsidenten Br. Goldschmidt vertreten. Unsere Logenräume waren, der Feier entsprechend schwarz drapirt und als die imposante aus ca. 70 Personen bestehende Versammlung unter den Klängen eines Harmoniums unsere Halle betrat, war die Wirkung eine nach jeder Richtung .hin. würdevolle und erhebende. Die Trauerfeier wurde eingeleitet durch gemeinsamen Gesang des Mendelssohn'schen Liedes: „Es ist bestimmt in Gottes Rath"' wonach unser würd. Vice-Präsident Br. Moritz Salomonson die Trauerrede hielt, in welcher-er den edlen Charakter und humanen Sinn des Verstorbenen hervorhob. Der Verstorbene hat uns ein schönes Vermächtniss hinterlassen, ein Vermächtniss, werthvoUer und köstlicher als alle Schätze der Welt, das ist sein guter Name. Wir haben nicht allein einen guten Menschen, nein, wir haben einen treuen Bruder und einen aufrichtigen Juden an ihm verloren. In aufrichtiger Verehrung rufe ich aus: .Diesem Todten kann man nur Gutes nachsagen. Br. Wallach zeichnete sich aus durch einen biederen offenen Charakter; er war treu und fleissig; keine Stunde, sei es bei Tag oder Nacht, war ihm zu früh oder zu spät in der Arbeit für das Wohl seiner Familie und im Dienste seiner Freunde und Mitmenschen. Waren seine Lebenswege auch nicht immer geebnet und abwechselnd an bösen und guten Tagen, so erfreut es uns doch ungemein, dass gerade seine letzten Lebensjahre zu seinen glücklichsten zählen. Hiernach erbat sich der würdige Präs. der Märkischen Loge Br. Isidor Goldschmidt das Wort und widmete RÜt mit fast vor Rührung erstickter Stimme dem Dahingeschiedenen, der ihm ein persönlicher Freund gewesen, Worte der Ehrung. Gleichzeitig hob derselbe unsere würdige Feier hervor, die von grosser Wirkung auf ihn sei, und er niemals ver* gessen würde, dass es gerade die Westfalia-Loge gewesen, in der die Pioniere der Märkischen Loge ihre erste Weihe empfangen hätten; Treue Freundschaft und Brüderlichkeit würden diese Nacjibarlogen stets verbinden. Br. Vicepräsident Salomonson dankt dem würd. Präs. Goldschmidt für seine die Westfalia-Loge ehrenden Worte, ferner für sein Erscheinen und bittet um Uebermittelung: herzlichster Grüsse an die Märk. Loge. Darnach erhielt Br. Herzberg das Wort und feiert I ♦ T I i ö 1 den Verstorbenen als treuen Berufsgenossen, mit, dem er stets in grösster Harmonie und Freundschaft gewirkt habe. _ Hieran reihte sich wiederum ein gemeinschaftlicher Schlussgesang. Nicht allein auf die Brüder, sondern auch auf sämmtlfche Anwesenden hatte die Trauerfeier eine tiefe Wirkung hervorgebracht. Unser Logenleben wurde im letzten Semester darch einen Unfall, der unsern würdigen Präsidenten, Br. Loüis Junkermann, im August vor. J. betroffen hat, in bedauerlicher Weise beeinträchtigt. Der Unfall fesselte ihn bis vor kurzer Zeit an s Krankenbett und machte es dem Bruder — ihm selbst und den Brüdern zum grossen Leidwesen -U unmöglich, den Logensitzungen beizuwohnen. Erfreulicherweise ist seit kurzer Zeit eine Besserung eingetreten, so dass der würdige Bruder die Leitung bald wieder wird übernehmen können. . , Während der Krankheit des Br. Junkermann übernahm unser V^ce-Präsident, Br. Moritz Salomonson, die Leitung der Loge, für die er mit gutem Erfolge nach jeder Richtung hin seine ganze Kraft einsetzte. Der Besuch der Logenabende war fast immer ein guter, die Berathungen anregend und vom besten brüderlichen Geiste beseelt. Die Comites für geistige und gesellige Interessen haben uns manchen Genuss bereitet. Zunächst hörten wir den Vortrag des bei uns stets willkommenen Br. Freund von der Märkischen Loge in Dortmund, über: .Das moderne deutsche Schauspiel", alsdann Herrn Dr. Kohut aus Berlin über: „Friedrich der Grosse und Kaiser Joseph IL; ihre Stellung zum JudenthumJ" und schliesslich Herrn Rabbiner Dr. Lucas aus Berlin über: „Die Juden im Türkischen Reiche.* Die Vorträge-waren stets gut besucht, wirkten belehrend Und in hohem Maasse anregend. Es war der Loge wiederum möglich, verschiedene gemeinnützige und wohlthätige Zwecke zu fördern; durch die seit mehreren Jahren geübte Chanuka-Bescheerung ist in manchen bedürftigen Familien die Noth gelindert und Freude bereitet worden. Victoria-Loge in Görlitz. Wenn wir mit unseren Monatsberichten längere Zeit im Rückstand geblieben, so trägt daran nicht ein Stillstand im Logenleben die Schuld, im Gegentheil, unsere Thätigkeit ist eine so intensive gewesen, das Interesse unserer Brüder ist ein so reges geworden, und die Erfolge, die besonders unsere Propaganda gezeitigt, sind so gross, dass wir wohl sagen können: Die Victoria-Loge ist an einem