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Bericht der Großloge für Deutschland · 1899-04-01 · Nr. 3 - April · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1899
Issue
Nr. 3 - April
Date
1899-04-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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theilt. Letztere fand im Logensitzungssaale statt. Sie wurde durch Sologesänge (mit Harmoniumbegleitung) eingeleitet und geschlossen; die Festrede hielt — wie früher*— in liebensj würdiger Weise unser Rabbiner Herr Dr. Cohn. — Nach dem officiellen Theile fand in einem anderen Räume die Bewirthung der Beschenkten statt, und auch eine grosse Zahl von Brüdern mit ihren Angehörigen blieben in fröhlichem Kreise lange beisammen. Eine AnzatM Tischreden, sowie einzelne Gesangsvorträge trugen zur Hebung der Stimmung bei. — y Bei dieser Gelegenheit wurde durch eine Sammlung unter den Brüdern das Fundament zu einem Fonds für ein eigenes Heim gelegt. Wir freuen uns ausdrücken zu können, dass sich der opferthätige Sinn unserer Brüder hierbei sehr bewährt hat; besonderer Dank gebührt uhserem Finanzsekretär Br. Emil Danziger, der seine ganzen Kräfte in den Dienst dieser guten Sache setzte und noch setzt. — Einen ebenso schönen Verlauf wie das Chanukafest nahm unser diesjähriges Wintervergnügen (25. 2.), bei welchem durch theatralische, gesangliche und sonstige Vorträge die Brüder und ihre Angehörigen erfreut wurdenein an schliessender Tanz sorgte für das Vergnügen der Jugend. Neben der Geselligkeit wurden in den letzten Monaten auch die geistigen Interessen gepflegt: Es ist schon früher berichtet worden, dass am 28. 12. 18!>8 Br. Expräs. Laqueur von der Lessing-Loge bei uns einen Vortrag über Cremieüx' hielt. Br. Dr. Preiss sprach am 26. 1. 1899 über »hervorragende jüdische Aerzte des Mittelalters." Unsere Bemühungen, mit den Nachbarlogen gemeinschattlich einen hervorragenden Redner für diesen Winter zu engagiren, haben leider zu keinem Resultat geführt; ebenso war es uns nicht möglich, für unsere alleinigen Kosten z\i einer uns convenirenden Zeit einen von uns gewünschten auswärtigen Redner zu erhalten. Auf der anderen Seite haben sich aber unserer Loge nahestehende Herren zu Vorträgen bei uns bereit erklärt, so dass für geistige Nahrung gesorgt ist. .— Für litterarische Zwecke ist ein grösserer Betrag von der Loge ausgesetzt worden, sodass eine wesentliche Vergrösserung unserer Bibliothek möglich wird. — Schliesslich sei noch bemerkt, dass auf Anregung des Expräs. Br. Lewy die früher während der Sitzung üblichen 5 Minuten-Vortrage über ein allgemein interessirendes Thema wieder eingeführt werden sollen. Mamreh-Loge in Beuthen. jJeber unsere Logenthätigkeit berichten wir, dass nach eir gehender und sorgfältiger Berathung unsere Nebengesetze nunmehr im Allgemeinen nach dem Entwürfe der August Lamey-Loge in 3. Lesung angenommen sind, und dass wir demnächst in der Lage sein werden, dieselben der hochw. Grossloge zur Genehmigung vorzulegen, und zwar, sobald die eingesetzte Redäktions- Kommission ihre Thätigkeit abgeschlossen haben wird. Am 19. Januar hielt Ex-Präs. Br. Dr Kopfstein in der Loge einen sehr belehrenden Vortrag über das, Geistesleben in der Judenheit" während der Zeit von Herodes bis ins neunte Jahrhundert. Am 26. Februar beging unsere Loge nachträglich ihr löjähriges Stiftungsfest durch eirje Feier für unsere lieben Kleinen und die Erwachsenen. Unser rühriger „Schwesterbund" hatte in Gemeinschaft mit unserem Geselligkeits- Comite die Arrangements " für die beiden Festlichkeiten in durchaus geschickter und .wahrhaft,, hingebender Weise gefördert. ->', v - - . j Das Kinderfest, ein .Purim-Costüme-Fesjt. begann um 3 Uhr Nachmittags, und es betheiligten sich1 an demselben ausser den Kindern unserer Brüder nüch 20 fleissige Schulkinder, die zu diesem Feste von der Löge eingeladen, waren. Das war ein herzerquickendes Äld, als die Kleinen in ihren reizenden Co'stumen. nach und nach' den festlich geschmückten Saal füllten u.nd an den gedeckten Tischen sich placirten, um sich die gebotenen Erfrischungen trefflich munden zu lassen. Br. Rosenbaum II. begiüsste Namens der Loge die „kleinen Gäste." wies in kürzer Ansprache auf die Bedeutung des Pürimfestes hin und ermahnte die Kinder zum treuen Festhalten am , Glauben. der Väter. An abwechselnder Unterhaltung fehlte es nicht. Innige Reigentänze, kleine wohlgelungene theatralische Aufführungen und recht niedliche Präsente boten ^unseren Lieblingen Vergnügen und Zerstreuung und nur ungern schied die fröhliche Kinderschaar von der Stätte der FreudeVals gegen 8 Uhr Abends das Ende, des „Kinderfestes' proktamirt wurde. Schwestern und Bruder vereinigten sich sodann bei einem Souper, welches gewürzt wurde durch sinnige , und humorvolle Trinksprüche, erheitert durch ein vom Br. Rosenbaum II gedichtetes Festlied,' gekrönt durch den Geist froher Geselligkeit und herzlicher Einigkeit. » ■ ..•" . V" j ' 1 * ■■ .*'/•■' - _ "", . Allemania-Loge in Stettin-. Nachdem die Berathungen über die Nebengesetze, welcheeinen sehr grossen* Theil unserer Logensitzungen für sich in Anspruch nahmen, beendigt waren, haben<Kvir uni wieder den Referaten und kleineren Vorträgen in den' Sitzungen zuwenden können. Neben den regelmässigen Referaten über die Monatsberichte berichtete ü. A- Br. Dr. Vögelstein über seinen Besuch in der Anstalt Ahlem, die peinliche Sauberkeit und guten Leistungen in derselheh rühmend. . Am Sonntag, den-5. Februar, hielt Br. Dr. Peyser vor den Brüdern und deren Damen einen sehr beifällig aufgenommenen Vortrag über: - „Volkskrankheiten und deren Verhütung." Das Gomitc für dyi Bekämpfung des Mädchenhandels, hat sich constituirt und sind demselben Mk. 200,— zur Verfügung gestellt worden. . '., : - ' Ueber die Ursache des etwas ermatteten Interesses an> dem Logenleben und über die geeignetsten Mittel zur Hebung des Logenbesuches wurde in eingehender Debatte verhandelt. Man war einerseits der Meinung," dass eine freundschaftliche persönliche Intervention des w. Präsidenten, - andererseits regelmässige interessante Vorträge und Referate vortheilhaft wirken dürften. .'. * Leider haben wir. durch den unerwarteten Tod des Br. Kochheim, eines Mitbegründers unserer Loge, und den Heimgang des Br. Max,Fiater schmerzliche Verluste erlitten. Für die Errichtung einer Loge in Danzig haben die BBr. Cronbach und Lachmann sich erfolgreich bemüht, und sind die Aussichten durchaus zufriedenstellend. Auch in Königsberg i. Pr., sowie Cöslin nebst' umliegenden Städten sind diesbezügliche Verhandlungen, angeknüpft.

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