Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1899
- Issue
- Nr. 1 - Februar
- Date
- 1899-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
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13 — Bien und des Executiv-Comitt'^, der würdige Präsident toastete auf die Grossloge und den Grosspräsidenten, Br. Ed. Levinson auf die Henry Jones-Loge und iure Beamten. Noch viele Toaste folgten und eiu lusliger Tanz hielt die Tlieilnelimer bis zum frühen Morgen zusammen. Eine Zeit ernster Arbeit ist seitdem verflossen, wir bitten das Vergnügen, mehrere auswärtige Brüder in unseren Logensitzungen begrüssen zu können. Unsere Comites entfalteten eine eifrige Arbeit und es gereicht uns zur Genugthuung, diese von Erfolg gekrönt zu sehen. Dem, Uuterstützungs - Comite lagen, wie stets zur Quartals- Miethezeit, die hier auf den 1. November fällt, viele Gesuche vor: es war in der Lage, sie zu befriedigen und von Manchem bauge Sorgen zu verscheucheu. ^inern Glaubensgenossen war der letzte Hypothekposten seines Grundstücks, im Betrage von mehreren "tausend Mark, gekündigt und es war demselben nicht möglich, Ersatz zu besclnffen, sodass der Zwangsverkauf des Hauses unvermeidlich schien. Dem Comite gelang es, das Geld zu beschaffen und so den Mann vor dem Ruin zu bewahren Das Comile für geistige Interessen verwaudte einen Tlieil des ihm budgetmässig zustellenden Geldes zur Anschaffung von Büchern für die Bibliothek und lenkte sein Hauptaugenmerk auf die Hebung des von der Loge gegründeten Jugendbundes. Zu unserer Freude können wir konstatiren, dass derselbe eine sehr rege Thätigkeit entfaltet, dass die von ihm veranstalteten Vorträge, Recitations-Abende und sonstigen geselligen Zusammenkünfte ausserordentlich gut besucht sind und reges Interesse ihm von allen Seiten entgegengebracht wird. Das Kuratorium für Knabenhandfeitigkeits-Uüterricht hat inzwischen neben dem Kerbschnitz- und Papparbeit- Kursüs einen Dritten für jüngere Knaben iu Thonarbeit, eingerichtet, der von 18 Knaben besucht wird, so dass iu diesem Semester insgesammt ca. 55 Knaben in Haudfertigkeit unterrichtet werden. Nachdem uunmehr nach dieser Richtung hin die Arbeiten erledigt sind, hat das Kuratoiium sein Augenmerk der Einrichtung von Jugendspielen für Knaben und Mädchen zugewandt und hofft, dass ihm die erforderlichen Mittel reichlich zufliessen werden. In der letzten, Sitzung unserer Loge( kam eiue Angelegenheit von weitgehendster Bedeutung zur Sprache. In der Eimsbütteler-Strasse hierselbst hat sich ein Missionshaus „Jerusalem" etablirt, das auf seinem Schilde in grossen, hebräischen Lettern Sprüche aus den Psalmen aufgedruckt hat und dadurch vorübergehende, unwissende Glaubensgenossen anlockt. In diesem Missioushause, das von 2 getauften Juden, jetzigen Pastoren geleitet wird, befinden sich äugen blicklich 43 junge Leute, die während ihres Aufenthaltes mit der Fabrikation von Kotfern beschäftigt werden, in deu Lehren des Christenthunis unterrichtet, getauft und dann je nach ihrer Fähigkeit Anstellung oder Verwendung als Von allen Rednern wurde darauf hiuge- Missionare linden wiesen, dass das einzig wirksame Mittel, nach Hamburg kommende ahnungslose Glaubensgenossen vor deu Schlingen der Mission zu bewahreH, die Schaffung eines gut orgauisirteu Arbeitsnacliweises sei. Br. Sal. Goldschmidt ist der Meinung, dass der ganze deutsche District das grösste Interesse daran habe, dass dem Wirken der Mission in Hamburg ein Ende bereitet werde, deshalb müssten sämmt ■ i * liehe deutschen Logen aufgefordert werden, uns »zur Schaffung geeigneter Abwehrmas^egelu' mit Geldmitteln zujunterstützen Br. Peine giebt eine Schilderung, der Art un< sich die Angestellten der Mission an die st Hamburg kommenden Glaubensgenossen an dein Bahnhöfen, auf den Stiasseu, in den Logtrlläuscin Irerandrängen, wie diese jeder Subsistenzmittel Beraubten, oft un;er nagendem Hunger leiden und alzn leitet~den - Lockungen rubrer verfallen. Auf Anregung des Br. Tue Weise, wie dienlos nach der Verwurde beschlossen, gemeinsam mit dem Verbände jüdischer Wohlthätigkeits-Vereine den Vorstand der Gemeinde an die Errichtung eines Arbi&snachweises heranzutreten Wir schlössen unseren Bericht mit der DaiStellung eines Festes, wie es wohLeiözjg in,«irrer Art.zu verzeichnen ist. Zum eilten Male veranstaltete das Bescheu kungs-(konnte unserer Loge am 10. Dezember-sem Kinderfest Wie alljährlich wurden durch Ausgabe'von. ü<*M> Loosen jund Wendungen die Mittel herbeigeschafft., -den Glaubensgenossen, die fiTr-die.Winterze.it ni.thig^ tücke zuzuwenden. Wohlthun befriedigt'! . befriedigt die Al f, wie unser Besöh.-Comite Woli engsteu Kreise werden die Gesuehe geprüft, im aufzufordern. <tige Zu- Kjindeiii. armer en Kleidungs- Doppelt aber thnn übtf Im geschlossenen Couvert den Elteru . der Kinder die Anw eisupgeu" aufJ Kleiduugsstücke zugesandt, sodass weder die Lieferanten er-'" fahren; wem die Kleidungsstücke zukommen, noch die Kinder, dass ihnen solche geschenkt weiden. Wer ab?i: vermäg die Gefühle zu beschreiben, die sich an das am läonnabend des. Chanukah veranstaltete Rindertest knüpften. Lange vorher wird auf der Schulbank, von. (lern Hoffen tittd? Sehnen gesprochen und -nuaussprecldicher Jifliet erfüllt das Kinderherz, wenn Hand in Hand in .eiidloseiu Zuge, vnter Führung unseres lieben ExpräsidentenBr. DfeutgChläuder, der zur Feier des Tages sogar seine .siijenge Oberlehrt rmieue ablegt, einträchtiglich Knaben und -Mädchen den Saal betreteu. So war es auch dieses Mal". ' Weit über 300 Kinder im Alter, von 6—11 Jahren,, Kinder ärnJei er, ■ Kinder wohlhabenderer Glaubensgenossen . betruteü;-untet den heiteren Klängen der Musik den prächtig dekorirteu Saal und wurden an den langen Tischen placirt. Clrokolade nud Kuchen mundete vortrefflich, fröhliche Lieder -entquollen den jugend- Augen lilitzteu, lurzen Festrede Wort, der es erbauen, . durch frischen Kehlen, die Wangen - glähten, die überall Frohsinn, überall Jugend! .Zu einer ergriff Herr Prediger Dr. Seligmahn das verstanden, die kindlichen. Gemüther -zu prächtige Bilder aus der Mäkkabäerzeit. Julius Bien-Lpge in Esch.wege im Monat November verdankten wir unserem Br. Dr. Cohn durch seinen Vertrag über „Shylockeinen ebenso geiiuvsvolleu wie lehrreichen Abend. Im Tebrigen nahm einen erheblichen Theil unserer Zeit die Besprechung des von dem Ausschusse , der Loge unterbreiteten Entwurfes unserer: Statuten in Anspruch Dieser Gegenstand wird uns a'uclVrtoeh^ weiter beschäftigen. Beider aus dieser Veranlassung, vorgenommenen Vergleichuug der Statuten der August.Lämey-Loge rüit denen der Sinai-Loge ist uns laufgefallen, diss al's'.Giüpihingsjahr unseres Ordens dort das Jahr 1843, hier hingegen das'Jahr 1812 angegeben ist. Eine in der hiesigen israelitischen Gemeinde veranstalte Geldsammlung für einen in einem Nachbardorf^ wohnenden, verarmten jüdischen Handelsmann Jährte zu einer Aussprache