Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1899
- Issue
- Nr. 1 - Februar
- Date
- 1899-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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an das Sterbebett seines Sohnes gerufen, den eine schwer Lungenentzündung ergriffen hat. Der Sohn im Fieber erkennt zuerst seinen Vater nicht und als er ihn erkennt, versteht er. dessen Sprachenicht. Der Vater versteht kein Englisch stehenden fragen, was sein Sohn saf d selten ist eine Szene Icli möchte Ihnen dies die volle Meisterschaft seiner Charaktere in mjle Zola. ergreifender geschildert worden Kapitel vorlesen, es zeigt Ihnen Zangwills, die ergreifende Tragi der naturalistischsten Beleuchtung eiHes E Ebenfalls meisterhaft ist der alte Reb Schmul ge schilJert. 1 Eine Patriarchen-Zeichnung gi-^bt uns Zangwill in diesem Mann voll milder Frömmit keit ohne Fanatismus, wcjhlthltig über aeine karglichen Mittel hinaus, voll Liebe zu seiner Familie, voller Mitgelühl lür jeden der sich ihm bittend naht. A >er auf der anderen .Seite unerbittlich, r , j > » wenn es die Erfüllung des Gesetz?s Moses gilt Und in vermeintlicher Erfüllung dieses Ge;etzes muss er seiner nerz ihres Leber> be jungen Mann, David des Herzens und des Tochter glücklich zu Tochter Jlanna den bittersten Sch reiten. Hanna liebt einen tüchtigen Brandon. der alle Eigenschaften Charakter* hat. um sie, die geliebu machen. wenn er nur noch religiöser würde, wie Reb Schmul so innig wünscht, u ld wie es der liebende Bräutigam, dem während seines Alfenthalts in Süd-Afrika 2 um Frommsein keine Zeit übrig )lieb (wie David sagt), auch verspricht. Der freudig bew< gte Vater giebt seinen um 1 muss die Umplötzlich im Gespräch erfährt, dass er ein Segen zu der Verbindung, als er mit dem jungen Mann von diesem Kosen ist. Es fällt dem Vater ein, dass vor einiger Zeit bei einem Familienfest ein Uebermüthiger Hanna einen Ring an den Finger gesteckt hat und dazu .die altjüdische Trauungsformel sagte r .'■■;<•• Ich gebe dir dieser» Ring und verlobe mich dir hiermit nach dem Gesetze Moses und Israels, und dass der Reb, um die rechtlichen Folgen dieser leichtsinnigen Handlung, die nach dem Gesetz eine rechtsgiltige Heirath war, abzuwenden , der Tochter 'den Scheidebrief ausgefertigt, den ihr der junge Mann geben musste. Ihr seid ein Köhen. ruft Reb Schmul schmerzerfüllt aus. Ein Konen darf keine geschiedene Frau heirathen. Meiner Tochter Glück, unser Glück ist dahin. Seine geliebte Tochter, der ihn mit Bitten und Vorwürfen bestürmende Bräutigam, können den alten Mann nicht davon | abhalten, zu thun. was er für Recht Irält. Mit zerrissenem Herzen entsagt Hanna ihrer Liebe zu David, der sie vergeblich zu einem Fluchtversuch überreden will, stürmt endlich fort, Wuth und Erbitterung im Herzen. Diese Episode gehört mit zu den dramatischsten' des Romans und gäbe allein schon einen sehr dankbaren Stoff für ein ergreifendes' Trauerspiel. , Eine der am zartesten empfundenen Skizzen ist das Kapitel Mendel Chaims Hochzeitsreise. Eine Schilderung, so zart alle Herzensempfindungen wiedergebend, so recht aus warmem Herzen "geschrieben, und deshalb auch zum Herzen gehend. , ' Ein altes Ehepaar, das sich nach dreissigjähriger Ehe trotz zweier Kinder, die derselben entsprossen, geistig nicht näher getreten, findet sich am .Abendihres freudelosen und entbehrungsreichen Lebens zusammengebracht, durch das bitterste Leid, den Kummer ihres geliebten Sohnes Daniel. Dieser, der Ernährer-seiner .betagten Eltern, liebt .ein schönes, braves Mädchen* das ihn wieder liebt. Er hat aber den edlen Entschtüss gefasst, "heldenhaft dieser Liebe zu 'entsagen, weil er die'Pflicht hat, ehe er an einen eigenen Hausstand denken kajart, mit seinem kleinen Verdienst seine alten Eltern.zu-,ernähren. Letztere wissen, dass er das Mädchen liebt, . fre^tzdent er. dies .entschieden in Abrede stellt. Sie wissen, 'das,s er aus Liebe zu den Kitern, aus KindespIliclU 'seinem Herzenswunsch entsagt, und der Gram über das jSckicksäl ihres geliebten Sohnes führt die alten Leute langsam aber sicher einander zu. Sie finden sich in Liebe und in dem Manne,, den das neue nie erhoffte Glück wieder\hoffnimgsfre,udigeT und elastischer gemacht' hat, reift der EntscMuss, mit seiner Frau nach Amerika auszuwandern, um es dem Sohne zu ermöglichen, seih geliebtes Mädchen heimzuführen, Diesem sagt er, sein reicher Bruder habe. ihn-erngeläden, seine alten Tage bei ihm zu beschliessen. In'Wirklichkeit will der alte Mann m der neuen Welt .sein früheres Handwerk, er ist Glaser, wieder ergreifen, um ,'s'ich durdhzubringen. So reist das, Elternpaar 'nach Amerika,, von dem nichts ahnenden Sohn' zum Hafen begleitet, ■ eine Hochzeitsreise, wie Mendel Chaim zu seiner Frau sagt, - a*üf welcher sie den Bund ihrer Herzen, die^sich.-Sß spät gefunden, besiegeln. Wenn Zangwill viris in diev Synagoge fuhrt, um einen Jörn Kippur-Gottesdienst zu" schildern, so ergreift den Leser ein Schauer der Bewunderung,- für diese grandios« Schilderung. Wie ein .Meer, das1 wogt und brandet, wie ein vom Sturm erfasster Wald, So-bewegt sich die Masse der Andächtigen hin und 'her,, -.erfasst von dem Sturme der Gottesfurcht, der Begeisterung Jür 'den-, Gott, den sie durch ihr inbrünstiges Flehen zürn Erbarmen bewegen wollen. In seiner wilden Regellosigkeit ist dieser Gottesdienst desto poetischer und ergreifender.. . . •/ Aber auch an heiteren Episoden fehlt es bei Zangwill nicht. Wenn er' mit breitem-'Behagen eine Barmizwah- Feier im Ghetto schildert, wie vor Beginn des Mahles schon ein Jeder die Früchte und Süssigkeiten von den Obstschalen nimmt, wie. die Kinder hinter dem Stuhl des _ t . , '• ■ ' . "".,'_*" * - Vaters stehend, . ihr Tlieil ..in Empfang nehmen, gegen den Willen des Gastgebers, der . io. heller'Verzweiflung .sich endlich dazu entschliesst,: .die Kuchen ins "Nebenzimmer zu .3 .*/*■■* *.'.' . *"■* - retten, wie Alle diesen "Moment.' benutzen, um die A^epfel, die unter dem Tische im. Korb, liegen, .-.einer erfolgreichen Revision zu unterziehen, das ist nach der N'atur gezeichnet, und mit feinem Humor'erzählt.' ', - ■•; •'.'.". .'.*'.,*"„""**-,»•- * V Die Schilderung eines Erev-Tessach im- Ghetto, das an diesem Tage den Besuch der Juden von Kensington bekommt, um dort jpntefdige Flsswaaren einzukaufen, ist einzig. - ' - ".' j . Ich würde meinen Zweck Verfehlen, wenn ich Ihnen dies Alles detaillirt beschreiben \\> >Ute.; Ich will ja,: dass Sie Zangwill lesen und deshalb besehränke ich mich darauf, Andeutungen zu mächen, Sie auf die vielen Schönheiten hinzuweisen, ^jimit' Sie dieselben beim Lesen selbst rm . %