Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1898
- Issue
- Nr. 9 - Dezember II
- Date
- 1898-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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— 107 — Germania-, Mendelssohn-, Behrendt Lehmann- und Anhalt- Loge Präs. Br. Rabb. Dr. Freudenthal, Concördia-Loge Präs. Br. Rechtsanwalt Goldstein,. ' <- ' .'. Mamreh-Loge Expräs. Bf: Dr.' Kopfstein, Allemania-Loge Expräs. Br. Blaschke, Humanitas-Loge Präs. Br. Dr. Schlesinger, Caritas-Loge Präs. Br. Wertheim,- Amicitia-Loge Expräs. Br. Rechtsanwalt riaczek, Eger-Loge Vicepräs. Br. M. Auerbach, Friedens-Loge" Expräs. Br. Schuck, Frankfurt-Loge Expräs. Br. Auerbach,- ,. ' Victoria-Loge. Expräs Br. Pfeffermann, Rhenus-Loge Br. Vogel, Bohemia-Prag Präs. Br. Denhof, Humanitäts-Verein Karlsbad Expräs. Br. Müller, Moranvia-Brünn Expräs. Br. Dr. Wolff, Austria-Bielitz Br. Koch. Nachdem der Präsident hierauf noch die Gaste für ihr zahlreiches Erscheinen, insbesondere den Deputirten für ihre herzlichen Glückwünsche und den Logen und Brüdern für ihre Geschenke gedankt hatte, wurde die Festloge mit einem von einem Männorchor unter Leitung des Ober- Kantors Cerini ausgeführten Gesang geschlossen. An die Festloge schloss sich im grossen Festsaal ein Bankett von 320 Gedecken, das, gewürzt durch geistreiche Toaste und eine Reihe ernster und heiterer Festlieder, die Brüder noch lange vereinigt hielt. Nach dem vom Br. Rechtsanwalt Münz ausgebrachten Trinkspruch auf das Bau - Comite wurde der Loge von Br. Auerbach das lebensgrosse Bildniss des Vorsitzenden des Bau-Comites Br. Eduard Bielschowsky überreicht. Auch dieses Bild entstammt aus dem Atelier unseres Br. Laboschin, der hier noch, mehr als in den beiden oben erwähnten Gemälden durch die feine Charakteristik und sichere Pinselführung sein künstlerisches Können gezeigt hat. So hat sich die Einweihung des neuen Hauses zu einem wahren erhebenden Feste für alle Brüder gestaltet, dessen Erinnerung niemals aus ihrem Gedächtnisse schwinden wird. Das treffliche Gelingen aber danken wir, nächst unserem würdigen Präsidenten, der durch seine schwungvolle Weihrede die Hörer mit sich fortzureissen verstanden hat,, den umsichtigen Arrangements des Festkomitcs und vor allem seinem Vorsitzenden Br. Georg Selten. Ihren Abschluss fanden die Einweihungsfestlichkeiten in einem grossen Balle, der zum ersten Male auch die Damen der Loge in den neuen Räumen vereinigte. Nun aber, nachdem der Festjubel verrauscht ist, haben wir uns wieder mit Ernst unseren Arbeiten zugewendet, und mit .Genugthuung können wir konstatiren, dass, wenn uns auch „das eigene Heim" noch manche schwere Opfer a'uf- _ erlegen wird, es doch schon jetzt viel zur Belebung und Verbreitung der Ordens-Idee beiträgt. An jeder Arbeitssitzung nehmen jetzt 130—150 Brüder theil und die Bewerbungen um Aufnahme in unseren Bund sind so zahlreich, dass wir schon jetzt, nach kaum 4 Wochen, wieder in der Lage sind, 14 neue Brüder einzuführen. Hoffen wir darum, dass sich all die frommen Wünsche erfüllen, welche der Lessing-Loge bei der Einweihung ihres Hauses dargebracht wurden. Rhenus-Loge in Mainz. Sie verlangen von uns einen Bericht über unsere verflossene Thätigkeit und eine Beschreibung unseres künftigen Arbeitsplanes. Dazu haben wir folgendes zu bemerken: Ihr Rundsclyliben vom 2$j Juli giebt der schon längst in den Logenkreisen, gehegten Ansicht, Ausdruck, dass die bisher erschienenen^ Monatsberichte unvollständig und gleich- * •> '••'*.*".'.. - förmig sind, dass sie meist nur Lobreden yber die Thätigkeit einzelner, allerdings hervorragend arbeitsamer Mitglieder und deren Veranstaltungen enthalten- und dass es wünschensvvefth sei, dass in denselben 1 mehr anregender, zweckentsprechender Inhalt zu. Tage geförderi werde. Das ist alles wahr und richtig, aber. dazu, bedarf es der Arbeit in solchem Maass'e, dass ein irc seinem ^Berufe stehender Bruder in den seltensten Füllen in-der Läge ist, der Aufgabe in der Weise nachzukommen,'wie es van Ihnen verlangt wird undlwie es' auch thatsächlich..erforderlich wäre. —'Unsere Lofe hat deshalb den Entschluss gefasst, Ihnen von jetzt ab monatlich die Abschrift unserer Protokolle zu übersenden, die Ihnen einen Einblick in unsere Thätigkeit giebt und aus welchen Sie das herausziehen können,, was Ihnen zur Veröffentlichung geeignet erscheint. — In Bezug auf unsere bisherige Thätigkeit können wir sagen, dass unsere Sitzungen ziemlich .''-gut besucht waren, und dass wir auf Anregung unseres Bruders Expräsident Dr. Loeb die Gepflogenheit annahmen, uns nach Erledigung des geschäftlichen Theiles -über alle Tagesfragen, die das Judenthum berühren, auszusprechen. Dadurch erzielten wir in den letzten Wochen einen recht zahlreichen Besuch] so dass diese Debatten zu Punkt 10 ein beständiges Thema! in der Folge bilden werden.' Wir leiten sie stets in der ' ' fy. * - ] * Weise ein, dass für die kommende ^Sitzung ein Referent ernannt wird, dem die Aufgabe zufällt, aus allen vorliegenden jüdischen Zeitschriften ihm zur Debatte geeignet erscheinende Punkte herauszuziehen und solche zur Vorlesung zu bringen, wonach eine allgemeine Besprechung darüber statttindet. Dieselbe ist stets'lehrreich und interessant, fesselt die Anwesenden und giebt nicht -mir mehr Befriedigung der zurückgelegten, sondern auch Sporn zur kommenden Sitzung. — » ' Di? allgemeinen Veranstaltungen, die wir trafen, ähneln genau den in den Mona4sberichten geschilderten anderer Logen. Wir haben unsere;purimspenderi, unsere Chanuka- Feier zum Besten der Armen, wir befleissigen uns im Sinne unseres Ordens zu arbeiten und dessen Grundsätze durch Anwerben neuer, geeigneter* Mitglieder wejitere Verbreitung zu verschaffen. — Wir werden im Aplfil-«nächsten Jahres ein grösseres Lokal beziehen, das ■ einen hübschen Saal und passeh3e Nebenräume in sich schliesst, so" dass wir der Geselligkeit grössere Aufmerksamkeit zuwenden können. In diesem Punkte schliessen wir uns den Ausführungen des Br. Jacob St raus s vollkommen an, die darin j gipfeln, dass der allgemeinen Klage über Abnahme des Lagenbesuchs — neben i ' - •* •* '.* . '* .f den anderseits geschilderten Debatten — durch erhöhte Beachtung der Geselligkeit abgeholfen werden könne. Es wird dann dargelegt werden, dass das Wort „Bruder" eine wirkliche Bedeutung, einen ernsten »Werth erhält und dass die Mög ichkeit eintreten kann, dass. die Schranke fällt, die 1 / 1