Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1898
- Issue
- Nr. 9 - Dezember II
- Date
- 1898-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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— 106 — Bauplatz, noch konnten wir auf eine Unterstützung der Loge rechnen Aber trotzdem ging die Commission mit einem Eifer vor, der Seinesgleichen sucht. Jedes der Mitglieder setzte seine ganze Kraft and sein ganzes Wissen für diese Sache ein, und Jeder wollte an der Palme des Ruhmes hier mitgewirkt zu haben, einen Antheil haben. Wenn manchmal unüber steigbare Hindernisse, die unsere Thätigkcit zu hemmen schienen, sich nns in den Weg legten, so richteten wir uns immer wieder in dem Bcwusstsei auf, dass unser Wirken einer guten Sache gilt, nnd dass wir nicht wanken dürfen, bis das Werk vollbracht. , j Würdiger Präsident! Ihr grosses Interesse, welches Sie von Anfang an dem Unternehmen entgegen gebracht, die ideale Richtung, die Sie, vermöge Ihrer hervorragenden Eigenshaften, der Loge immer und immer , wieder vorzeichneten, die Anregung zur Hochherzigkeit und Opfcrwilligkeit unter den Brüdern, haben einen grossen Antheil an dem. Gelingen dieses I'nternchmens. Ich halte es daher für meine vernehmlichste Pflicht Namens der gesammten Bau-C ommission Ihnen den innigsten Dank dafür auszusprechen. Aach den Brüdern allen, die uns mit Rath und That so treu zur Seite standen und wahrhaft bewundernd eine Opferwilligkei bethätigten, die werlh wäre in den Annalen der Lessing - Loge mi goldenen Lettern eingetragen zu werden, sage ich den herzlichsten nnd - tiefgefühltesten Dank. Nunmehr, würdiger Präsident, übergebe ich Ihnen Namens des Direktorium* und' mit Genehmigung des Aufsichtsrathes der Lessinglogcn haus-Aktiengesellschaft den Schlüssel /u diesem Hause. „M6ge unser Einzug ein glücklicher sein, und möge Ihr" Wirken zum Wohle der I-oge jins noch recht lange erhalten bleiben." .Mögen alle Hoffnungen und Wünsche, die sich in diese gTosse Schöpfung knüpfen, in Erfüllung gehen." »Möge das Hausein Hort dei Wohlth.itigkcit, ein Zeichen der Achtung und innerer Kraft sein.' t'nd wenn wir dereinst nicht mehr sind,. so werden wir unseren Nachkommen ein Andenken hinterlassen, für welches d es uns danken und sagen werden: .Diejenigen Brüder, lie sich in der Aufrichtung dieses monu mentalen, einst historisch werdenden Baues betheiligt, das warery Brüder, das waren wahre Brüder des Bandes der Bnei Brjss." .Möge das Band wahrer Bruderliebe und Eintracht uns auch fernerhin umschlungen halten, und möge die Loge stets wa> hsen. blühen und gedeihe%»* In diesem Sinne, meine Bruder, bitte ich mit mir in den Ruf einzustimmen: .Hoch die Lessing-Loge'* .Hoch der Präsident!" - I I - I Mit wenigen, aber herzlichen Worten erwiderte der Präsident dem Redner und sprach ihm zugleich in gerechter Würdigung seiner hervorragenden Verdienste um den Bau den Dank der Loge für seine aufopfernde Thätigkeit aus. Hierauf hielten die Brüder in feierlichem Zuge unter Vorantritt der Präsidenten des VIH. und X. Distrikts ihren Einzug in den Logentempel. — j j Nachdem das Harmoniumspiel und der Gesang, welche den Einzug begleitet hatten, verklungen waren, eröffnete der hochwürdige,Grosspräsident Br. Timendorfer die Sitzung. Er dankte zunächst der Loge für die grosse Ehre, die sie ihm habe zu Theil werden lassen, indem sie ihm die Eröffnung ihrer ersten Sitzung in ihrem neuen Heime übertragen habe Und knüpft hieran den Wunsch, dass ihr Einzug ein gesegnetex sein, unddass die Brüder alle fortwirken mögen in dem Sinne, in welchem sie dieses vornehme Haus erbaut hätten. Nachdem er hierauf die Sitzung formell eröffnet hatte, übertrug er den weiteren Vorsitz, dem Präsidenten Br. Dr. Gross, welcher zunächst 10 neu aufgenommene Brüder in feierlicher Weise einführte und verpflichtete. Hierauf hielt unser Präsident die Weiherede, welche im vorigen Monatsbericht wiedergegeben ist. Stürmischer Beifall folgte dieser Rede, die mit Begeisterung vorgetragen, 'von Herzen kam und zu Herzen ging. Alsdann erlheilte der Präsident das Wort dem hochwürdigen Grosspräsidenten Br. Timendorfer aus Berlin: .Mit^Freuden", so etwa führte der Redner aus, .sei er der Einladung gefolgt und habe selbst bei dem geschäftslührenden Ausschuss um seine Entsendung gebeten, denn das Fest, das die Lessing-Loge heute feiere, sei ein hochbedeutsames nicht nur für sie, sondern über den engen Kreis hinaus; da es von neuem Zeugniss dafür ablege, dass der ideale Sinn noch nicht erstorben sei in den Juden, die rrtan sonst so gern als die Hauptvertreter des Materialismus hinstelle. Er überbringe die herzlichsten Glückwünsche der Grossloge, aber als Grosspräsident sei er wohl auch berechtigt, zwei Mahnungen daran zu knüpfen, die ihm sehr am Herzen lägen. Das sei zunächst die Mahnung: Die ethische Bedeutung des Logenbesuches richtig zu würdigen und darum häufig in die Sitzungen zu kommen. Viele ausserhalb und viele innerhalb der Loge fragten wohl: wozu sei eine Vereinigung, wozu die Zusammenkunft nothwendig, um Gutes zu thun? Allein die Fräger vergässen, dass es weniger natürlich sei, von. selbst das Gute zu üben, dass im Allgemeinen die Menschen der Anregung bedürften. Und diese Anregung gehe ebensowohl aus von dem dazu geweihten Orte, dessen Heiligkeit tausendfältig ausstrahle auf die Besticher, wie von den Besuchern selbst, die hinkämen in dem Bewüsstsein ihrer Aufgabe und ihres hohen Zieles. Darum sollten die Brüder eifrig die Sitzungen besuchen, um Anregung zu geben und Anregung zu empfangen. Sie sollten aber auch, und das sei seine zweite Mahnung, dafür Sorge tragen, dass fortdauernd das Bedürfniss nach solch einem Zusammenwirken vorhanden sei. Wir lebten nicht ewig und darum sei es Pflicht, für Nachwuchs zu sorgen! Zunächst müssten wir darum darnach streben, unsere Kinder für den Bund zu erziehen. Nur wenn das«Alter und die Jugend sich in den Dienst des Ordens stellten, sei es um ihn gut' bestellt! Darum ermahne er, die Kinder zu guten Juden und zu guten Menschen zu erziehen, dann werde immer das Bedürfniss nach diesen Räumen vorhanden seih. .So möge", so schloss der Redner seine zu Herzen gehenden Worte, .der alte Geist der Lessing-Loge einziehen in das neue Haus, und dieses eine Stätte der Wahrheit und des Friedens und des Lebens für alles Edle und Gute sein. Möge der Geist der Wohlthätig- . keit, der Eintracht und der Bruderliebe einziehen in diese ^äume und seinen Segen ausgiessen über alle, die hierher kommen. Möge die Lessing-Loge wachsen, blühen und gedeihen zum Segen für die Menschheit!" Lauter Beifall lohnte dem Redner, nach welchem der lochwürdige Grosspräsident der Humanitäts-Vereine in Oesterreich Br. Dr. Hammerschlag das Wort ergriff, um in herzlichen Worten seine Freude über das gelungene Werk auszusprechen und der Loge im eigenen Namen und im Namen der Humanitäts - Vereine die besten Glückwünsche, darzubringen. Redner knüpfte hieran den Wunsch und die Hoffnung, dass das neue Haus eine Heimstätte für alles Gutes und Edle werden, die Lessing-Loge aber alle Zeit ein leuchtendes Vorbild für alle Logen sein möge. — Hierauf ertheilte der Präsident den Deputirten der einzelnen Logen das Wort und es sprachen: , Namens der Deuschen Reichsloge Präs. Br. Liohtenstein,