Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1898
- Issue
- Nr. 9 - Dezember II
- Date
- 1898-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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I — 108 - heute noch zwischen Bruder und Bruder existirt. Dann wird unsere gemeinsame Arbeit gesegnet sein, und in dieser frohen Hoffnung reichen wir allen Brüdern von Fern und Nah die Hand. Nassau-Loge in Wiesbaden. Es ist erfreulich wahrzunehmen, dass der feste Stamm der regelmässigen Bes/icher der Loge sich etwas vergrössert hat. W ■'it-'.i fc'jSjjK 1 ffi-v. '■ ' I Unsere Propagandabemühungen haben bis jetzt noch nicht viel Früchte gezeitigt, doch hoffen wir in nächster Zeit der einen jüngsten Aufnahme einige weitere anreihen zu können. Wir sind sehr wählerisch und müssen dies sein, wollen wir nicht Gefahr laufen, bereits erzielte Resultate wieder zu verlieren. .Bis jetzt wurdenim laufenden Sitzungstermine seitens des Comitüs für geistige Interessen zwei Vortragsabende für Mitglieder und Gäste veranstaltet. Es sprachen: Herr Kunsthistoriker Ohlendorf über ,Kunst und Kunstanschauung* und Br. Rabb. Dr. Salfeld aus Mainz über , Historische Erinnerungen auf einer Rheinfahrf*. Namentlich verstand es Letzterer, die Zuhörer durch Inhalt und Vortragsweise zu fesseln. Im Lafife des Winters werden noch einige derartige Vorträge stattlinden. Am 26. Dezember soll unser Stiftungsfest, und zwar diesesmal gemeinsam mit unsern Schwestern, gefeiert werden. Hoffentlich bringt dieser Versuch, unsere Brüder und deren Damen sich such gp^elkcMftlioh nähe tnrteq 7" las?' unserer Loge neuen Zuwachs und unserer Thätigkeit neue Anregung. , . I | . Die Nassau-Loge hat die Veranlassung gegeben, das UnterstüUungs-Wesen unserer Gemeinde zu regeln und zu zentralisiren: und zwar mit günstigem Erfolge. Der früher ungemein lästige, professionelle Wanderbettel ist bedeutend eingeschränkt worden. Immerhin ist auch jetzt noch öfters zu bedauern, dass Arme, Bedürftige, Nothleidende in ihrer Unterstützung verkürzt werden, durch Inanspruchnahme unseres Unterstützungsvereins seitens gewerbsmässiger Schnorrer. Sehr belastet wird dessen Budget .durch die Kategorie derer, welche, als angeblhjh krank oder trotzdem sie unheilbar sind, von einem Badeplatz zum andern ziehend auf Kosten ihrer Glaubensbrüder leben. Innerhalb der Loge haben wir verschiedenen grösseren wichtigen Fragen unsere Arbeitszeit gewidmet. Die Bestrebungen des Vereins zur Förderung der Bodenkultur unter den Juden sind uns sehr sympathisch, doch haben wir geglaubt, unsere Sitzungen nicht mit Berathungen über noch in weiter Ferne liegende Projekte ausfüllen zu sollen, sondern uns mit erreichbaren, mehr in dem Rahmen unserer Ordenstendenzen^ liegenden Dingen zu beschäftigen. |, Jn erster Linie haben wir uns die Bestrebungen des Düsseldorfer Vereins zur Heranbildung jüdischer Hand wei kslehrlinge zu eigen ge^ ... Vielleicht gelingt es uns, auch hier am Platze einen Z* .igverein dieses segenspendenden Instituts unter der Aegide der Nassau-Loge ins Leben zu rufen. Schon in den letzten Ja' ren hat sich unser Vicepräs. Br. E. Cahn in dieser Bez- .„g sehr verdient gemacht. Auf seine Veranlassung sind theils durch private Wohlthätigkeit, theils durch Unterstützung der Loge schon mehrere Handwerkslehrlinge ausgebildet und untergebracht worden. Jetzt hat die Loge durch eine zu diesem Zweck creirte Commission einen Aufruf zur Betheiligung an diesem Werke an sämmtliehe jüdische Gemeinden unseres Bezirks ergehen lassen. Wir bezweckten hierdurch nicht allein pekuniäre Unterstützung zu erhalten, sondern vor; allen Dingen die Landgemeinden für diese Einrichtung zu,' interessiren und deren Mitglieder zu veranlassen, davon Gebrauch zu machen. Der Erfolg dieses Aufrufes war ein überraschender.* Selbst die kleinsten und ärmsten Gemeinden bieten in rührender Weise ihr Scherflein dar, durchdrungen von der Ynohugkeit und Tiagweiic unseres Flaues. Und nicht zum wenigsten profitirt die Loge von dieser Thätigkeit. Die Theilnahme an den Verhandlungen nimmt zusehends zu, seitdem dieses actuelle Thema auf der Tagesordnung steht. Es ist hierdurch wohl für längere Zeit für anregenden, eine Zukunft versprechenden und unsere Mitglieder fesselnden Stoff gesorgt. ' | Sobald diese Arbeit einen zufriedenstellenden Abschluss gefunden hat, wollen wir uns mit der Frage beschäftigen: Ist es wünschenswerth, in Wiesbaden jüdische Krankenpflegerinnen zu domiciliren? Bruder Expräs. Heimerdinger und Br. Präs. Dr. Lahnstein haben es unternommen, sich mit dieser Frage vertraut zu machen und werden im Laufe des Winters in offener Loge hierüber referiren. t 1*1 ... j V ' I Hncliilniok «nü Ni.ix r,' ' 1 Cohn (Jnh. A. Ii Hrodacz), Berlin N 0., Kaiserstr. 41.'