Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1898
- Issue
- Nr. 9 - Dezember II
- Date
- 1898-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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haben ihr die schlesischen Logen anlässlich der Einweihung des neuen Heims ein Geschenk gestiftet, woran wir uns gern be theiligten. — In der Absicht das Interesse der Brüder für das Logenleben zu heben, Soll fortan jedes Mitglied ein Exemplar der Monatsberichte erhalten. — Wir erachten es für vorteilhaft, wenn die Namen aller in unserem Distrikt neueingeführten Brüder regelmässig in den Monatsberichten bekannt gegeben würden. — Wir waren vertreten: bei der Installation der Silesia in Troppau, der Feier der Lessing Loge und bei den von der Mamreh- und Humanitas-Loge prächtig arrangirten Ordensfesten, wie überhaupt unsere Beziehungen zu den Schwesterlogen die besten sind. — Die Trauerfeier für den verstorbenen Expr. Br. Frey war eine überaus würdige und ernstfeierliche, die Gedächtniss rede hielt Expräs. Br. Friedländer. — Der Grossloge für Rumänien konnten wir, auf Grund des Circulars derselben f 5 den Sohn eines unserer Brüder als Hülfslehrer empfehlen, der demnächst diese Stelle antreten wird. — Unsere Beiträge mussten wir um 6 Mark pro Jahr erhöhen.. — Ueber einen Vortrag des Expräs. Br. Laqueur und über unser Chanuka- Fest berichten wir nächstens und hat uns auch Expräs. Br Dr. Kopfstein einen Vortrag zugesagt. Mamreh-Loge in Beuthen. Unsere Sitzungen erfreuen sich recht reger Betheiligung seitens der Brüder, sie boten durch die Berathung neuer Nebengesetze reichen Unterhaltungsstoff, besonders bei der Frage, ob auch, jetzt wieder, wie früher, in jedem Todesfalle eines Bruders, dessen Hinter bliebenen Mk. 600 gezahlt werden sollen. Die Majorität hatte sich für diesen Modus erklärt, unser Präsident inhibirte jedoch die Ausführung dieses Beschlusses unter Hinweis so wohl auf die Grosslogen-Beschlüsse als auch auf die That sache, dass solcher Modus undurchführbar und mit grossen Gefahren für die Loge verknüpft ist. — Aus Rücksicht auf den hierorts bestehenden .Lese-Verein*, ier Vorträge über Gegenstände aus den verschiedensten Gebieten halten lässt, sehen wir für jetzt von der Berufung auswärtiger Redner zur Abhaltung öffentlicher Vorträge ab, dagegen hat uns unser Expräs. Br. Dr. Kopfstein freundlichst zugesagt, innerhalb der Loge periodische Vorträge aüs der jüdischen Geschichte halten zu wollen. , Derselbe sprach bereits über das Thema: »Die Zeit der Makkabäer' und erntete mit seiner Leistung reichsten Beifall — Für Erweiterung unserer Bibliothek haben wir einen Betrag ausgesetzt. — An die Verlesung des Protokolls der 45. Ausschuss-Sitzung knüpfte sich eine lebhafte Debatte, in welcher der Wunsch zum Ausdruck gelangte, dass die von der Grossloge unterstützten Personen den Präsidenten der Logen oder den Repräsentanten zur Grossloge vertraulich namhaft gemacht werden mögen. Lessing-Loge, Breslau. Nach heissen Kämpfen, unter schweren Opfern, hat unsere Loge sich ein eigenes Heim gegründet und am 16. Oktober 189S ist das neue Haus von ihr geweiht worden. Von Nah und Fern sind uns hierzu Glückwunschschreiben und Telegramme zugegangen, und die meisten Logen haben sogar durch Entsendung vqp Delegirten ihre Anhänglichkeit an die Schwesterloge bewiesen, so dass' wir wohl annehmen dürfen, dass eine Schilderung unseres Logenhauses und der Einweihungsfeierlichkeiten auch in weiteren Kreisen unserer Brüder Interesse finden wird. Nicht bloss das, erfreuliche Anwachsen det Mitgliederzahl unserer Loge, sondern mehr "noch die Schwierigkeit, geeignete Räume für', die regelmässigen Arbeitssitzungen miethsweise zu beschaffen, machte bei einem grossen Theile unserer Brüder den Wunsch nach; einem eigenen Heim rege, und dem rührigen Eifer, eines ad „ hoc gebildeten Comites gelang es in der .Form eines Aktien-Unternehmens, der Logenhaus-Bau-Aktiengesellschaft, das zum Ankauf eines Platzes und Errichtung, eines Gebäudes erforderliche Kapital zusammen zu bringen. .Nach i'/2 jähriger Arbeit ist nun das Werk vollendet, und das Gebäude präsentirt sich nach seinem vornehmen Aeussern und seiner geschmackvollen Einrichtung als würdige Heimstätte einer Vereinigung, die sich nicht nur die Pflege der Geselligkeit,' sondernauch die| Erreichung ethischer Ideale zum Ziele" gesetzt hat. — In den unteren Räumen sind die Geseüschafts- und Spielzimmer untergebracht, im L Stock befindet sich der prachtvolle Festsaal und darüber der eigentliche Logentempel.' Alle Räume sind den Zwecken entsprechend, denen sie dienen sollen, ausgestattet und zeugen durch ihre vornehme Einfachheit - von einem gediegenen Geschmack. Die innere' Einrichtung des Hauses, vuelche allen Anforderungen eines modernen künstlerischen Geschmacks entspricht, ist theils aus Logenmitteln, zum grösseren Theil aber aus freiwilligen Spenden der Brüderangeschafft worden. Von den vielen Qeschepken, welche einzelne Logen und Brüder zur Ausschmückung der -Räume gespendet haben, seien hier nur die beiden lebensgrossen Bilder unseres Kaisers und weiland Kaiser Friedrichs III., hervorgehoben, weil diese zugleich von einem Logenbruder, unserem bekannten Portraitmaler Laboschin mit der ihm eigenen Sicherheit nach den berühmten Bildern von Kroner und ,y: Angeli gemalt worden sind.' <; .;! . /. ' \ Die Gesellschäftsräume wurden bereits am Abend des 15. Oktober eröffnet, uhd' hier bei einem gemüthlichen bc - * T-» Zusammensein der Brüder den zahlreichen, aus der Ferne . zu der Einweihung entsandten Gästen der erste Willkommenstrunk kredenzt. Die, Einweihung des Logentempels selbst fand jedoch erst am folgenden Nachmittage statt. Nachdem die Brüder, von denen etwa 300. erschienen waren, und die Delegirten und Gäste der auswärtigen Logen, etwa 80 an der Zahl, in dem grossen Ressotjreensaale Aufstellung genommen hatten, übergab Br. Eduard Bi eise ho wsky als Vorsitzender des Bau-Comites'unserem würdigen Präsidenten, Br. Dr. Wilhelm Gross", die Schlüssel des Hauses mir i -i ■ ■ ■ - ' X, ' ' '- folgender Ansprache: *j Würdiget Präsidentt . - Unter Gottes allmächtigem' Schul» und Beistand ist d£S langersehnte Ziel, ein eigenes Logenhaus zu besitzen, .endlich erreicht. Fertig steht der mächtige, stolre Bau vor Ihren. Augen und wenn dem Kundigen auch Manches nicht so vollkommen erscheint, so 1 müssen Sie bedenken, dass. uns nur beschränktes Kapital und etji massig . grosser Bauplatz zur Verfügung stand. ' * Würdiger. Präsiden] 1 Als-nach . vorangegangenen ernsten Erwägungen Sie, und mit Ihnen ein grosser. .Thcil der Brüder, die Notwendigkeit einsahen, dass Angesichts des rapiden Wachsthums der Loge die alten räumlichen Verhältnisse ein' Hinderniss in -der Entwickelung derselben' bedenten und diesem nur.abgeholfen werden kann, wenn wir ein, den Bedürfnissen entsprechendes, Logeahvus bauen, da ernannten Sie zu diesem Zwecke eine Bau - Commission, die sieji mit dieser Angelegenheit, zu beschäftigen Hatte, und vertrauten mir den Vorsitz an.; Freudigen Muthes gingen. Wir an dir Arbeit. Die Aufgabe, die uns zugedacht, war nicht leicht, denn .wir hatten wed^ Geld, noch einen