Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1898
- Issue
- Nr. 9 - Dezember II
- Date
- 1898-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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gemein belehrenden Inhaltes sind, nur Mitglieder des Bandes zugelassen werden, c) Durch Veranstaltung geselliger Zusammenkünfte für Kinder, die aber nicht' hlos den Zweck der Unter haltung, sondern auch den der Erziehung zu fördern hätten." Dr. Rosenbaum vertritt die Ansicht, dass -es das Bestreben der Brüder sein müsse, in die Gemeindeverwaltung zu gelangen, da es vielfach vorkomme, dass in diesen Körper schalten gar kein Verständniss für die Aufgaben der Rabbiner ■ und Lehrer herrsehe. Timendorfer nimmt den Standpunkt ein, dass mit Rücksicht auf die ganz anderen Verhältnisse im deutschen Distrikt die deutschen Delegirten absehen möchten von der gemeinsamen Berat lmug über diesen an und für sich freilich sehr wichtigen Gegenstand, besonders sei ihm zweifelhaft, ob wir die wir keine religiöse Angelegenheiten behandeln dürfen,.uns mit der Forderung des Religionsunterrichtes befassen ktmuen oder oli wir dies nicht besser den einzelnen Gemeinden über lassen sollen. " .'■ '' ■ Dr. Maietzki sch'iesst sich diesen Ausführungen an Wisloch ist anderer Ansicht: er glaubt, dass jeie Loge und auch die beutige Couferenz sicli mit dem Religionsuntet rieht beschäftigen dürfe, sehen aus dem einen Grande, weil doch die deutsche Grossloge zum Zwecke der Eltheilung von Religionsunterricht, dem Deutsch-israelitischen Gemeindebuud den Betrag von Mk. .UM*) aus seinen Mitteln geleistet hat j und auch die Frankfurt-Loge seit einigen Jahren den Betrag von Mk-. 500 jährlich für diesen Zweck spendet. Wolff verwebt darauf, dass die Allemania-Loge Seit .Jahr und Tag füt Erlbeilung von Religionsunterricht, an kleinen Plätzen und »auf dem platten Lande wirkt. AVenn auch, in-den Thesen Schanzer's manches enthalten ist, was auf den deutschen Distiikt keine Anwendung finden kann, so düifte es sich doch empfehlen, mindestens diejenigen Punkte heute zu behandeln, die ein gemeinsames Interesse Italien, wie z. B. die Fortbildung der Jugend, die die Schule bereits verlassen hat. In Berlin lasse man jetzt aus solchen Ei wägungen, •wie die These 8b( ganze Jugendvereine zu den Vorträgen zu, die von den vereinigten-Logen "arrangirt werden. I)r. Maretzki glaubt, dass sich sehr wohl eine These formuliren lassen wird, nach welcher die Erziehung der Jugend auf sittlich-religiöser Grundlage zur Aufgabe gemacht Wird, die; beiden Distrikten conveniren dürfte. Das, was Wolff für den 8 Distrikt fordert, dürfte sich besser durch die Grossloge dieses Distrikts regeln-lassen. Timendorfer tritt nochmals für seinen oben präcisirten .Standpunkt ein, den er zu einem Antrag formuliren wird. Soweit die Schanzer'schen Thesen aucli für den deutschen Distiikt annehmbar seien, hätten sie schon wiederholt die Grossloge des 8. Distrikts mit negativem Erfolge beschäftigt und es sei.im Interesse der Sache richtiger, die ö sterreichischen Logen nicht im l 'nklaren'darüber zu Jassen, dass sie in den von ihnen vorgeschlagenen Mitteln auf die Mitwirknng des 8. Distrikts nicht zu rechnen hätten. Schanzer will mit seinen Thesen keine religiöse Frage t-onstruirt haben, «ondern eine rein geistig-ethische. Die Jugenderziehung iuteressirt alle Juden und auch der U. O. B. B. habe direkt die Pflicht, auf diesem Gebiet mitzuwirken, sei es auch nur durcji Herausgabe von Jugendschriften. Dieser Versuch könnte wohl gemacht werden. Mit allen Stimmen, gegen die des Br. "Wisloch, wird folgender Antrag [rimendorfer angenommen: „In Anbetracht der Verschiedenheit der Verhältnisse, welche zur Aufstellung der Thesen grundlegend gewesen sind, sowie djer sich hieraus ergebenden* Verschiedenheit der Mittel zur Durchführung der einzelnen Postulate wird beschlossen: Im Interesse einer für beide Distrikte gedeihlichen Erledigung der wichtigen Frage der Jugenderziehung, diesen Gegenstand von,der heutigen Tagesordnung abder getrennten Berathung den einzelnen zusetzen und Distrikten anaeim/usteilen." ■ * 5. Punkt: „Die Frage des Zionismus." Referent: Wisloch-Fraukfu-t. Wisloch gelingt nach einem ausführlichen Referate zu dem Schlüsse, dass der frühere Besc-hluss des General-Comites des 8. Distriktwonach Debatten über den Zionismus innerhalb der deutschen! Logen unstatthaft; seien, nicht länger aufrecht zu halten, Sendern zu modihziren sei. Die österreichischen Delegirten beantragen folgende Resolution: .Nach dem ausführlichen Referat des Br. Wisloch, worin die Frage aufgeworfen wird, ob der Zionismus eine religiöse resp. politische Angelegenheit ist und deshalb zur Debatte i^i den Logen nicht zuzulassen ist, oder ob diese Angelegenheit eine soziale und deshalb wohl, zuzulassen ist, wird dieser Gegenstand auf Antrag der österreichischen Delegirten als zur gemeinsamen Besehlussfassung nicht] geeignet, vou der Tagesordnung der heutigen ConfeVenz abgesetzt,, wobei festgestellt ist, dass im österreichischen Distrikt die Frage als eine soziale betrachtet und; anstandslos zur Debatte zugelassen wird." Dieser Resolut ion wird zugestimmt und von den deutschen Delegirten erklärt, dass dieser Gegenstand in der nächsten Sitzung des General-Comites zur Verhandlung gebracht werden wird. Nach Austausili herzlicher Worte seitens der beiden Grosspräsidenten namens ihrer resp. Distrikte wird die Conferenz um 2'/2 Öhr Nachmittags geschlossen, n. Wolff. Zur Hebung des Logenbesuches. Die Thatsache, dass die Klagen über den schwachen Besuch der Logensitzungen und die Frage nach den Mitteln zur Hebung dieses Besuches nun schon seit mehr als Jahresfrist nicht verschwinden wollen, weist darauf hin, dass dem Uebelstande mit so kleinen, rein äusserlichen Mitteln, wie sie z. B. der Br. Di. Staadecker in Vorschlag bringt, nicht abgeholfen werden kann. Geht man den Ursachen für das geringe Inleresse-i welches ein erheblicher Theil der Brüder den Verhandlungen ihrer Loge entgegenbringt, auf den Grund, so wird man erkennen, dass bei den meisten Logen der Keim zu den vielbeklagten Uebelständen in der Regel schon mit dem Augenblicke ihrer Begründung gelegt ist. —