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Bericht der Großloge für Deutschland · 1898-12-01 · Nr. 9 - Dezember II · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1898
Issue
Nr. 9 - Dezember II
Date
1898-12-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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09 — - > i Auch darf mit der Herausgabe eines solchen Geschi :htswerkes nicht länger gezögert werden. Die Natur macht ihre Rechte geltend, unsere Altvordern, deren Urtheile un< Ansichten besdnders über' die Anfänge des Ordens vielfach massgebend sein werden, sind, soweit sie zu unserer Frjude überhaupt noch leben, hoch bejahrt. Anderseits maclit sich das Fehlen einer authentischen Geschichte des U. O. B. B wie bei uns, wohl überall fühlbar; an der Hand und auf Giund unserer Geschichte muss volle Klarheit im Inneren geschaffen und jeder Angritt von Aussen parirt we -den können. Wohl hat Br. Bien in deu Jahren 1888/1889 angefangen, eine, Geschichte de* Ordens zu" schreiben, er ist jedoch, drrch Ueberlastuug in seinem Berufe an der Weiterarbeit behim lert, nicht weit gekommen. So werthvoll die ersten Kapitel des Br. Bien auch für den Verfasser der Ordensgeschichte unbedingt sind, für uns sind sie doch nur Fragmente, sofern sie keine Fortsetzung finden, nicht zum Abschlu-s' gebricht werden. ■ Nach alledem wolle die Conferenz folgender These zustimmen : Die Conferenz erachtet, es für dringend erforderlich, lass das hochw. Eiecutiv-Comite in möglichst kürzester Zeit eine authentische Geschichte! des U. O. B. B. herausgebe und sollen dahin gehende Anträge von den auf der Confe-enz vertretenen Distrikts-Grosslogen gestellt werden." Wolff ist sich bewusst, dass noch viele andere Mommte zur Begründung seiner These angeführt werden können, er glaubte sich aber gegenüber den Konferenz-Mitgliedern, die wohl durchweg von der Notwendigkeit überzeugt sind, leine Geschichte des U. <). B. B. zu besitzen, auf das bescheidenste Maass der Begründung beschränken zu können. Nach kurzer Debatte, in welcher gewünscht wurde, dass jeder Distrikt selbst seiue Geschichte schreiben solle, wird der These Wölfl' zugestimmt. . 3. Punkt: „Jugenderziehung". I'efereut: Dr. Schanzer- Pilsen. Schanzer will sein Referat später schriftlich erstatten, im Uebrigen beziehe er sich auf den Artikel des Br. Blüh- Bielitz und auf den Sitzungsbericht ues Verbandes über die vorliegende Frage, die beide imi 4. Heft des österreichischen Vierteljahrberichts enthalten sind. Die Frage der Jugenderziehung sei sehr acut. Deutschland habe vorgeschlagen. Jünglingsvereine zu bilden und auch in Oesterreich sei dieser Vorschlag vielfach yentilirt worden, ohne einen Erfolg damit zu erzielen. Die Jugenderziehung liege sehr im Argen und bilde eine grosse Gefahr, da, wie die zum Verzweifeln traurigen Verhältnisse gestaltet sind, der geistige und sittliche Verfall unaufhaltsam sind. Besonders fehlen in Oesterreich geeignete Lehrer, es ist nichts Seltenes, dass aus dem Kadettenchor ausgestossene Personen als Rabbiner, Lehrer oder Kantoren Anstellung finden, die weder richtig schreiben noch lösen können; das sind vielfach die Vorbilder unserer Jugend. Wir besitzen ja noch jüdische Traditionen, unsere Kinder aber, die das Beispiel eines jüdischen Hauses entbehren, sind auf 2 Religionstunden wöchentlich angewiesen, die', nach dem bereits Gesagten häufig genug von recht mangelhaften Elementen ertheilt werden Da ist -die bange Frage berechtigt, was soll und wird unter diesen« Umständen aus der kommenden Generation werden? Die Eltern haben verabsäumt Lehrer zu erziehen. AVeder Jünglingsvereiue noch Jugendschöffen treffen das Uebel an der-Wurzel, jetzt müsste systematisch vorgegangen werden und demgemäss stellt Schanzer folgende Thesen auf. . "'; * r - * '■■ 1. .Der immer mehr um sich greifende Indiffeientismus und die sichtbare Abneigung unserer heranwachsenden Jugend gegen Alles, was-jüdisch.ist, bildet die grösste Gefahr für die Zukunft des Judenthums* 'J. Es muss eine der vornehmsten Aufgaben des Bundes Bne-Briss sein, dieser Gefahr^ mit allen Mitteiii rechtzeitig vorzubeugen! - 3. Die Ursachen dieses Indifferentismus liegen hauptsächlich in der mangelliatit n Krziehung* unserer Jugend in Schule und Haus. 4. Insbesondere der Religionsunterricht'ist im Allgemeinen ein ungeeigneter und wird-, namentlich in kleinen Gemeinden, von gar nicht oder"doch höchstVnaugelhaft vorgebildeten Lehrern .ei'theilt" . ~ 5. Es ist also im höchsten Grade wünschens Werth, dass endlich die Frage .des jüdischen Religionsunterrichts -derart geregelt werde, dass eiu hauptsächlicher Zweck desselben, nämlich die Erweckung-des jüdischen Bewußtseins im Kinde, die Heranldduug seines Geistes und Gemüthes im jüdischen Sinne erreicht werde, ü. Hierzu* ist abervor Allem nothWeudjg, dass tüchtig und systematisch vorgebildete Religionslehrer geschalten ■ werden, und deshalb ist die Gründung .jüdischer Lehrerseminare — insbesondere in Oesterreich — unbedingt erforderlich. *7. 7. Wenn auch der Bund Bne-Briss vermöge-1 seiner Verfassung in der Frage: des Religionsunterrichtes nicht direkt thätig eingreifen kann, wird 'es doch Aufgabe seiner Mitglieder sein, in den verschiedenen ('örpor&tionen, dte. sich berufsmässig mit der Frage des jüdischen Religionsunterrichtes zur befassen halben, ihren Eiufluss dahin geltend zu machen, dass die eben gerügten Mängel beseitigt werden.- .' 8. Aber auch unser Bund kann auf die heranwachsende Jugend erziehlich einwirken: al Durch. Herausgabe ' Von Jügendschriften. Zu diesem Behufe wäre es" empfehlenswerth, vorläufig mit der Herausgabe von zwei Jngendschriften zu beginnen, von denen z B. die eine eine hervorragende Epoche aus der 'Geschichte* der .luden behandeln, die andeie. eine im jüdischen Geiste gehaltene Novelle bringen könute. Bewähren sich diese Jugendschriften . und / finden ,sie die böthige Verbreitung, dann möge eine periodische, mindestens einmal im Monat erscheinende Jugendzeitschrift gegegründet werden. . b) Durch Abhaltung von-aHgemein zugänglichen, hauptsächlich für •.die*- reifere Jugend berechneten Vorträgen. '•'.', >' ,>•"/ '..; * **.; Zu diesem BeliuTe;. müsste-die-'noch bei einzelnen' Vereinigungen .uhseres*BündesiieirschendeExclnsivität endlich beseitigt werden, die 'sieh darin äussert, dass selbst zu Vorträgen, die sich garnicht mit den internen Verhältnissen ''unseres Bundes befassen, sondern all-

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