Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1898
- Issue
- Nr. 9 - Dezember II
- Date
- 1898-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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98 - Das Ordensorgan müsse jeder erlialten, und stehe er in der Frage des Anzuges auf dem vermittelnden Standpunkt, Timendorfers. Wolff: Wie schon auf der Dresdener K-mfereuz betont, im 8. Distrikt seien fast alle heute wiederum vorgeschlagenen Mittel versucht worden, der Erfolg sei in Berlin Dicht zufriedenstellend gewesen. In Berlin, wo freilich ganz andere Verhältnisse als in der Provinz bestehen, ist das in die Erscheinung tretende Logenleben nach einem ganz anderen 'Massstab zu messen. Es stehe fest, dass in keiner Loge die Ordensideen tiefere Wurzel gefasst, als in den Berliner Logen, trotzdem es den Anschein gewinnt, als ob gerade hier die unserem Orden zu Grunde liegende Gedanken, nicht die ihr gebührende Würdigung linden. Das Ordensorgan" habe bisher absichtlich nichts über den 10. Distrikt gebracht u. zw. aus der Befürchtung heraus, gegen die Interessen dieses Distrikts zu Verstössen. Das Redaktions-Comite wird sicli freuen, wenn es diese Vorsicht für die Folge nicht mehr w alten lassen dürfte. Aus anderen Distrikten konnten wir bisher, trotz aller Correspondenz kein Material erlangen. Was nun die Logenthätigkeit selbst betrifft, so möchte Redner die Aufmerksamkeit darauf lenken, ob es sich nicht empfehlen würde, einen Versuch mit Sitzungen in 14 tägigen Zwischenräumen zu machen. Wold spreche vieles gegen soh lten Versuch, er erscheine aber gerechtfertigt -gegenüber den guten Erfolgen, die aus solcher Einrichtung im 10. Distrikt resultiren. Dr. Maretzki erklärt sich entschieden gegen Abhaltung der Sitzungen mit 14 tägigen Zwischenräumen sowohl aus den bereits von Wolff selbst gezeichneten Gefahren als auch . deshalb, weil Redner den Vorschlag überhaupt für ein sehr' gefährliches Experiment erachtet. Dem Vorschlage Wisloch. wonach über jede Anregung vorher eine Verständigung mit (h m Präsidenten zu erfolgen habe,- stimmt Redner zu. Was im Referat des Br. Stein fehle, sei die Ausgestaltung der Nachsitzungen, diese bieten einen wesentlichen Faktor zur Hebung des Logenbesuches. L)r. Hammerschlag: So wichtig die Frage auch sei, [ die heutige Konferenz könne doch nur Allgemeines geben, denn Spezielles, jede Loge gleich iuteressirend, wird sich kaum aufstellen lassen, das muss 'jede Loge durch ihren v Beamtenrath regeln. Redner kommt darauf zurück, was er V bereits aut der Dresdener Konferenz betont, dass der Verlauf der Sitzungen ein angemessener sein muss, besonders wenn besuchende Brüder zugegen sind. Die Sitzungen müssen ein erhöhtes Niveau, ja die Höhe einnehmen, dass sie vorbildlich wirken, hierzu sind die Brüder an grossen Plätzen geradezu verpflichtet. Wie gesagt, concrete Vorschläge kann die Konferenz nicht machen. Die Geselligkeit, die so eingerichtet sein muss, dass sie auch social höher Stehende befriedigt, ist zu pflegen, die Sitzungen werden selbst dann, wenn sie kurz und weniger geistig hoch ausgestaltet sind, erfolgreich sein. Wenn eine Sitzung zur formellen Arbeit und eine Sitzung für die ausgestaltete Geselligkeit dient, dann gelange man zu dem Versuch, den Wolff vorgeschlagen, von selbst. Auch im 10. Distrikt bestehe ein festes Ritual, fa welchem an geeigneter Stelle dem Präs. Ranm zur freien Ansprache gelassen ist, doch müssen die Ritualformen und Ansprachen auswendig hergesagt werden, zum Zeichen dafür, dass sich der Präs. mit Ernst und Eifer seinen Pflichten hingiebt. Die frei gehaltene Ansprache werde wohl niemals verfehlen Eindruck zu machen, das abgelesene Woit lasse kalt und gleichgiltig. Nicht Direktiven, sondern nur immer wieder Anregungen sind es, die eine Konferenz geben kann. Stein: DieBohemia hat nach jeder ordentlichen Sitzung, die von 8 bis 9\'2 Uhr dauert, eine Nachsitzung, an welcher sich regelmässig der weitaus grösste Theil der Brüder betheiligt. Zum Vorschlage Wisloch bemerkt Redner, dass nach der Geschäftsordnung der Bohemia der Präs. die Macht - befugniss besitzt, banale Angelegenheiten ohne Weiteres zurückzuweisen. . Weitere Redner sind nicht eingeschrieben und wird dem Referat Stein zugestimmt. 3. Punkt: „Beschaffung einer authentischen Geschichte des ü. 0. B. B." Das Referat des Br. Wolff lautet wie folgt: rDer U. 0. B. B. besteht seit 55 Jahren, und wenngleich die Fähigsten unserer Brüder sich abmühen, die Ursache für die Begründung des Ordens zu erforschen, sein Wesen zu erkennen und seihe Hochziele correct zu bezeichnen, so herrcht dennoch auf diesen Gebieten eine grosse Unklarheit. Die Anschauungen stehen sich häufig g-^nug diametral gegenüber, wie dies z. B, aus dem letzten Heft der österreichischen Viertel jahresschriftj hervorgeht, in welchem die BBr. Jerusalem und Dr. Knöpfmacher über die Entstehungsursachen des U. O. B. B. ihre divergirenden Ansichten verfechten. „Wenn das am grünen Holze möglich ist', dann darf es nicht Wunder nehmen, dass unsere Institution von Aussenste henden falsch beurtheilt, von unseren Gegnern vielleicht absichtlich in ein Schlechtes Licht gestellt, sie als „geheime Verbindung" den Aufsichtsbehörden denuncirt wird, wie das alles schon öfter vorgekommen ist und auch neuerdings wieder in der „Bauhütte", dem maurerischen Organ, geschieht. Wir, im Deutischen Distrikt, haben von Anfang an das Materiii gesammelt, das zur einstigen Herstellung einer deutsch« Ordensgeschichte geeignet ist und wir werden auch in Zukunft hierauf unser Augenmerk richten, um die Herausgabe einer solchen Geschichte, etwa nach 25 jähriger Existenz, zu sichern. Dasselbe dürfte wohl auch in den anderen europäischen Distrikten der Fall sein. Indess wäre es doch nur Stückwerk, wenn wir hierbei unsern Gesichtskreis auf den eigenen Distrikt beschränken und uns nicht auch dafür interessiren wollten, was vor uns gewesen. Sind wii" doch nur Glieder eines Ganzen, gleichsam die Ringe, die sich, an dem alten Stamm zuletzt gebildet haben. Was uns allen fehlt, ist der geschichtliche Nachweis dafür, aus welchen'Ursachen heraus jene wenigen Männer 1843 den U. 0. Bt B. errichtet' haben, welche Richtung er seither.verfolgthat, welches seine hauptsächlichsten Bestrebungen gewesen, wie und w odurch seine Aufgaben allmählich erweitert und geläutert worden. Ein solches Werk kann nur vom hochw. Executiv- (Jomite geschaffen werden. Bei ihm laufen alle Fäden zusammen, ihm sind die Tntentionen der Begründer des Ordens und seiner jeweiligen Führer bekannt, ihm, der oberen Spitze, darf zugetraut werden,, dass es die Thatsachen und Ergebnisse unparteiisch und vom gehobenem Standpunkte aus behandeln wird. I