Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1898
- Issue
- Nr. 9 - Dezember II
- Date
- 1898-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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96 — schwere drückende Last, ja vielleicht eine Unmöglichkeit j Der Kandidat soll sich durch diese Weihe der Bedeutung _wäre. Wenn wir da vor die Frage, sein oder nicht sein, des Momentes bewusst werden, sie soll in seinem Gedächtgestellt werden, dann muss gewiss die Frage dahin beant-jnisse ein Markstein in seinem Leben sein, dessen Andenken wortet werden, lieber eine Loge in einem für jede Sitzung nie erlischt. gemieteten Lokale, als einer solchen Loge ein vorzeitiges Damjt aDer auch den Brüdern, die ja wiederholt bei Ende zu bereiten. ■ Einführungen anwesend gewesen sind, eine solche Wieder- Eine andere solche Frage ist die, den Mitgliedern aufholung der Einführung nicht langweilig und dadurch der erlegte Verpflichtung zu den Sitzungen im Festanzuge zu Besuch der Loge nicht beeinträchtigt werde, soll der Präerscheinen. Auch über diesej Frage wurde schon viel pro et sident womöglich die Ansprache an den Kandidaten in freier, cuntra diskutirt. nicht immer stereotyp sich wiederholenden Rede halten und Meine Anschauung geht dahin, dass das Erscheinen im daher auch das Interesse der alten Mitglieder an der Ein- Festanzuge eine besonders wohlthätige Wirkung ausübt, dass führungsrede zu erhalten trachten. Es scheint mir überhaupt Vortlieile.weMiedieEilialtungdieser manchemMitgliede lästigen I nach unserer ganzen Organisation die vornehmliche Pflicht Verpflichtung mit sich bringt, bei weitem die kleioen Unbe-|des Präsidenten zu sein, dahin zu wirken, dass das jeweilige quemliclikeiten aufheben, die dieselbe im Gefolge hat. - I Programm einer Logensitzung ein solches sei, dass der Be- Es soll bei jedem Mitgliede eine gewisse Vorbereitung sucher derselben im Rahmen unserer Bestrebungen tin Internet rotten werden, bevor wir diese für uns geweihte Stätte] an demselben finden kann. Für die Erzielung unseres betreten, wir sollen den Alltagsstaub abschütteln und Uns|Zweckes kann selbstverständlich kein allgemeines Recept ünmer bewusst werden, dass es sich um keine gewöhnliche gegeben werden, weil je nach den lokalen Verhältnissen, der, vielen Versammlungen handelt, die wir etw a auch in Verschiedenheiten und sonstigen verschiedenen Voraussetzungen Krfüllung humanitärer Pflicht aufsuchen, sondern dass wir andere Mittel gewählt werden müssen. 10*5hierbei eine höhere, das Schicksal des Judenthums tangirende Aber allgemeine, wohl überall wirksame Mittel /ür die Mission haben. Erreichung dieses angestrebten Zieles möchte ich mir in Nachich bin weiter der Anschauung, dass überhaupt in stehendem anzuregen erlauben, unseren Versammlungen strenge auf die Einhaltung eines jjer Eintritt eines jeden Mitgliedes in unseren Orden < Vi emoniells gesehen werden soll, die Verhandlungen sollen erzeugt in demselben das erhebende Gefühl einer grossen sicli in streng parlamentarischen, ja exquisit Urbanen Formen mächtigen, fast über die ganze Welt verbreiteten Vereinigung bewegen, es sollen selbst in der Polemik, wenn auch eine anzugehören, die sich eine,grosse Mission gesetzt hat' und dieottene Verschiedenheit der Anschauungen und des Unheils seioe za erfüllen bemüht ist. etwa zu Tage tritt, nie eine Gereiztheit des Tons erblickt und nie das Bestreben erkennbar werden einen Br. undl " dessen Ansichten der Beharrlichkeit Preis zu geben. Es soll eine eiserne Disciplin herrschen, das Gebot des | Präsidenten soll unter allen Umständen respektirt werden, ' in ihm erblicken wir die Macht, die wir ihm selbst ertheilt,| und den Grad der Achtung die wir dem jeweiligen Präsidenten kraft seines Amtes zollen ist der Maassstab der Achtung, die wir von unserer Sache selbst haben. In diesem I Falle lässt sich absolut nicht sägen, dass das grosse Gewicht, dass w ir in unseren Versammlungen und Verhandlungen etwa auf die Formen legen, den Geist ertödten muss', sondern unserem Bestreben, unsere Verhandlungen so zu führen, liegt der Modus des erziehlichen Moments zu Grunde, die zwangs- Dieses Gefühl erhebt das Selbstbewusstsein des Einzelnen, Ider Ruf und, die Thätigkeit des Ordens werfen ihre wohlt hat igen Strahlen auf ihn selbst zurück und er wird daher ein eminentes Interesse daran haben, zu wissen und zu ererfahren, wie ist der Orden entstanden, welches ist seine Geschichte, was hat er bisher geleitet und welches Ist seine dermalige Stellung und sein dermaliger Wirkungskreis. Wenn in den Logensitzungen mitunter die Geschichte unseres Ordens, soweit sie nach dem bisherigen Matei iale darzustellen ist, zur Erörterung gebracht wird, so wird sie aus den vorstehend angeführten Gründen gewiss das Interesse der Mitglieder in | hohem Grade erwecken und den Logenbesuch frequent erhalten. Nebst dieser Geschichte des Ordens aus früherer Zeit, weise Unterordnung unter die Disciplinj, die zwangsweise interessirt es die einzelnen BBr. gewiss, zu erfahren, welche Uebuug parlamentarischer und urbaner Formen, wird allen I Thätigkeit sich in den anderen Distrikten unseres Ordens entuuseren Bundesmitgliedern zur wohlthätigen Gewohnheit I wickelt, und darüber ist es ja möglich, sich in den erscheinenwerden und wir lassen damit vielleicht eines der nicht ganz I den Zeitschriften und Berichten der verschiedenen Distrikte ungerechtfertigten Vorurtheile verschwinden, die man unserer zu inforroiren. V Fifiof* 7ii^>fil}T*f''iVit ' Es sollte daher in jeder einzelnen Vereinigung jeweilig Eine in solchen Formen geleitete Logensitzung wird ein Referent bestellt weiden, der die erscheinende fc)ruckaber durch ihre Originalität interessanter, als eine solche, in schritt als die Menorah, die Monatsberichte der Deutschen der jeder in einem beliebigen Anzüge erscheint, sich in jeder [Grossl., den Vierteljahrsbei icht der österr. israel. Humanitätsbeliebigen Lage des Körpers und der einzelnen Theile des- Vereine Bnei Briss durchzulesen und ein Referat darüber selben hinsetzt, in jedem beliebigen Momente das Wort erzu erstatten hätte, an welches Referat sich eine Debatte angreift, sich in Ton und Geberde der Polemik gehen lässt etc «Messen könnte. Dadurch würde das Interesse an den ge- In einer solchen Logensitzung wird auch ein Arbeitsprogramm meinsanen Bestrebungen unserer Ordensmitglieder geweckt, rationeller durchgesetzt, weü sich eine Debatte in streng erhalten und gefördert, das Gefühl der Zusammengehörigkeit sachlichem, durch den Präsidenten zielbewusst vorgeschriebenem besser erfasst und gestärkt werden und in einem wohlthätigen Rahmen bewegen muss. | Wechsel, beziehungsweise Reflexwirkung auch das Interesse