Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1898
- Issue
- Nr. 9 - Dezember II
- Date
- 1898-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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BERLIN, im Dezember 1898. II. Bericht der No. 9. U. O. B. B. ■ "~ ■ ■ . ' -.' ' 1 Nachdruck sämmtlicher Artikel aus diesen Berichten verboten. v "■ ' ' *~;' '■■ ■ ■ ': v Fernsprecher: D. Wblff, VI, No. 4619, Wilhelmstrassa 118. Die Delegirten-Konferenz in Prag am 13. November 1898. (Fortsetrang ond'Schluss.) 2. Puukt der Tagesordnung: Ausgestaltung der inneren Logenthätigkeit Hierzu erstattet Br. Dr. Stein folgendes Referat: „Es wurde, mir die ehrende Aufgabe zutheil, in dieser Konferenz ein Referat über eine zweckmässige Ausgestaltung der inneren Logenthätigkeit zu erstatten. So schwer die Aufgabe in einer Konferenz mehrerer Distrikte schon ,wegen der Verschiedenheit der iocalen und sonstigen Voraussetzungen zu lösen ist, so dankenswerth ist es doch, dieses Thema hier zur Erörterung zu bringen, weil es einem allgemein gefühlten Bedürfnisse entspricht und für die Entwicklung des Bundes von unschätzbarer Bedeutung ist, wenn ein Austausch der Gedanken über diese Frage stattfindet und gegenseitig Anregungen in dieser Richtung gegeben werden. ... Die kurze Spanne Zelt, die unseren Berathungen gegönnt ist, gestattet allerdings nicht, dieses Thema weitläufig sondern nur epigrammatisch mit einigen Schlagworteu zu behandeln und ich "erde mich daher bemühen, diesem von der Zeitöconomie gestellten! Ansprüche möglichst Rechnung zu tragen. Wenn die Ideen UBseres Bundes nach aussen propagirt und sich bei den Mitgliedern unseres Bundes intensiver gestalten sollen, so ist vor allem nothwendig, dass der Besuch der Logen ein regelmässiger, wenigstens möglichst häufiger werde, dass ein Jeder den Besuch einer Logensitzung als eine nur durch ungewöhnliche Hindernisse zu umgehende Pflicht ansehe. Der schwache, unregelmässige in das Belieben des Einzelnen gesetzte Besuch der Loge, schwächt die Begeisterung ab, lockert das Gefühl der Zusammengehörigkeit und verblässt den Gedanken der Brüderlichkeit. - Es liegt aber in der Natur des Menschen, dass oft auch äussere Momente auf ihn einwirken müssen, um das Seelenleben anzuregen, und ein äusserer Windstoss kommen muss, um im Stadium des Fortglimmens zu neuer Flamme anzufachen. Dort wo die Logensitzungen spärlicher besucht werderj, wo die Bänke der Besucher grosse Lücken aufweisen, dort ist auch die ganze Thätigkeit der Vereinigung gewiss im Rückgange begriffen; denn der Grad der Logenbesuche und die rege Theilnahme an den Verhandlungen der Logensitzung > .;'.:,:'vV.. .. ■ / ■ :. . sind der sicherste Thermometer für 4en Wärmegrad der Gefühle für unsere Sache. '. " Daraus folgt, dass es. Sache einer jeden Vereinigung und ihres Präsidenten sein jnuss, auf -die Hebung des Logenbesuches die möglichste Rücksicht zu nehmen, wepl derselbe unserer Sache am meisten dient. Der Logenbesuch wird aher gewiss auch davon abhängen» wie die Logensitzungeü und das Programm derselben gestaltet ist. Je interessanter die Logensitzung.; und ihr Programm ist, je weniger die etwas sich monoton wiederholende Form das Interesse abschwächt, destqmehr wird sich der Logenbesuch auch bei jenen steigern,. die nicht bloss in die Loge gehen, um einer übernommenen Pflicht Genüge zu thun. Es ist daher die Hauptaufgabe eines jeden Präsidenten, sein Augenmerk darauf zu richten, dass er die Logensitzungen im Rahmen unserer Bestrebungen und unter Aufrechthaltung der unserem Bunde vorstrebenden'Ziele^ möglichst interessant gestalte. , ■ 1 - Es entsteht eine grosse und wichtige Frage, mit welchen Mitteln lässt sich dieser Zweck .in . entsprechender Weise erreichen? Ich will hierbei gleich mehrere die äussere GestaUung der Logenthätigkeit anregende Fragen berühren, die scnon öfter in den verschiedenen Vereinigungen ventilirt worden sind und über deren Beantwortung sich möglichste Klarheit zu verschaffen erspriesslich sein dürfte. Es ist dies z. B. die Frage, ob in solchen Vereinigungen, bei denen die Erhaltung eines' besonderen mit dem üblichen Ausstattungsinventare versehenen. Lokals die mateiiellen Mittel zu hoch anspannt, etwa, auf die Erhaltung eines solchen Lokals Verzicht geleistet und zu den einzelnen Sitzungen etwa Lokalitäten gemiethet werden sollen oder db die Erhaltung eines eigenen Lokals als conditro «ne qua non angesehen werden soll. Ich möchte die Frage dahin beantworten, dass in unseren Distrikten, deren Vertreterder heutigen Konferenz beiwohnen, in der Regel dort wo die Mittel überhaupt zur Erhaltung eines eigenen Lokals nicht hinreichen, Logen gar nicht gegründet werden sollen, weil eine gewisse materielle Unabhängigkeit, ja ich möchte sagen, ein gewisser Wohlstand der Mitglieder, die einen Beitrag zur Erhaltung eines eigenen Lokals zu leisten im Stande sind, Voraussetzung eines zwecks entsprechenden Bestandes einer Loge ist.. , Anders ist es etwa in änderen Distrikten, oder in Logen in unseren Distrikten, die bereits bestehen, die auch sonst vielleicht wohlthätig wirken, denen aber die weitere Erhaltung eines eigenen Lokals, in Folge besonderer Verhältnisse eine