Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1898
- Issue
- Nr. 8 - Dezember
- Date
- 1898-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
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— 90 — dieser Angelegenheit müsse aui dem Boden der Logen gearbeitet werden, .wenn selbst nur- 3 Logen in Galizien erhöhtet werden, von denen die Organisation des Hilfswerkes aasgehe, dann haben wir Grosses geleistet. Die materielle Notü der Juden in Galizien zu beseitigen,.wie es Schanzer wünscht, wird ui d muss unsere Vornehmste Aufgabe sein, aber dem Mittel derExputriirung könne Redner nicht zustimmen, schon weil es sich, kein Staat gefallen lassen dürfte, eine -grössere Anzahl Galizier, die von Allem entbljisst sind, innerhalb seiner Grenzen zu dulden; die Gesetzgebung fast aller Kulturstaaten ist dem entgegen. Auch könne er schon darum der Idee der Expatriirung nicht zustimmen, weil es unserer Tendenz,_ den Patriotismus z.u fördern, widerspricht. Wir wollen die Leute, so unglücklich sie auch sind, lehren, ihr Vaterland zu lieben "Was Timendorfer undi Stein vorgeschlagen, befriedige ihn für jetzt vollkommen. Hierauf wird den Thesen Timendorfer sowie dem Vorschlage Stein allseits zugestimmt. - . j {Fortsetzung' folgt.) Aus anderen Distrikten. In_ der Xovember-Xummer der „Menorah" werden die Jahres-Bericb,te der Mitglieder des Execütiv-Comitris veröffentlicht, woraus wir die hervorragenderen Momente hier behandeln wollen, weil sie geeignet erscheinen, unseren Mitgliedern einen Einblick in die Verhältnisse der anderen Distrikte zu gewähren. , Distrikt I. (New - York.) Erfreulicherweise sind die Fortschritte des Distrikts stets kn Wachsen begriffen. Namentlich wirkte der Präsident Adolph Hirsch dadurch, dass er selbst von Loge zu Loge fuhr und so persönlich zu eifriger Arbeit anspornte. Es ist wohl dieser Thätigkeit zu verdanken, dass eine grössere Anzahl junger Leute sich dem Orden angeschlossen hat. . v Die Maimonides-Bibliothek hat sich eine so grosse Anerkennung erworbenr dass sie von der Stadt namhaft subventionirt wird, und ist sie deshalb zu einer Freibibliothek, Jedermann zugänglich, umgestaltet worden. Hierdurch ist die Verwaltung der Bibliothek eine so umfangreiche geworden, dass eine Vermehrung der Beamten eintreten musste. Br. Kllinger ist hierfür, mit Sitz und Stimme im General- Comitc, gewählt worden; Die Erwartungen', die man auf Hebung der Logenthätigkeit durch Errichtung efnes eigenen Legenhauses hegte, haben sich voll und ganz erfüllt, dehn die Brüder finden sich öfter und zahlreicher zusammen und das Haus selbst ist von fast allen Vereinigungen der Stadt zu ihren, Versammlungen gesucht, so dass an jedem Abend mindestens eine, meistens zwei und drei daselbst tagen. Das Heim zu Yönkers hat sich als zu klein erwiesen. In Folge dessen ist ein Aufruf von der stets rührigen Verwaltung an die Brüder um freiwillige Beihülfe ergangen, der den Erfolg von vorläufig Dollar 1500 hatte; weitere Spenden sind sicher zu erwarten. Auch für die sich im Kriege befindenden Brüder sorgten die Logen, indeirj. sie sich der Familien solcher Mitglieder fürsorglich annahmen. r Distrikt II. (CincinnatL) Auch" in diesem Distrikt sehen wir das Bild der Verjüngung. ijier ist die Sachlage derart, dass sich die Söhne das Werk der Vater zu eigen machen und daran mit erhöhtem Fleiss und Eifer arbeiten. Ueberhaupt richtet sich die Hauptpropaganda dahin, die Jugend heranzuziehen, die, wie aus einem Traum erwachend, sich der Logenthätigkeit anschliesst. In der Stadt Cincinnati ist es gelungen, zwei neue Logen zu gründen, die sich hauptsächlich aus jungen, intelligenten und vorgeschrittenen Männern zusammensetzen, auf die der Distrikt die grössten Hoffnungen setzt. Das Waisenhaus in Cleveland bildet nach wie vor den Stolz des Distrikts, denn es ist ein Institut ersten Ranges, das seine Grösse und sein Ansehen der äusserst geschickten Leitung seines Direktors verdankt. Es ist, als ob ein guter Engel über diese Anstalt wacht, denn noch nie hat der Tod deren Schwelle überschritten und kein Platz ist am heimischen Herde durch Ableben frei geworden. Ein unendüch schwerer Verlust jedoch für den Distrikt und den ganzen Orden ist der Tod des Br. Is. Busch und man darf wohl sagen, dass sein Platz niemals wird ganz ausgefüllt werden können. Zwei neue Institute sind in diesem Distrikt gegründet worden: 1) Die Erziehungsanstalt für besonders begabte Waisen, 2) Das Siechenhaus zu Denver, dessen Pforten sich gerade jetzt * den Leidenden und Gebrechlichen geöffnet haben*). Distrikt DI. (Philadelphia.) Wie überhaupt in Amerika, so richtet sich auch in diesem Distrikt das Bestreben hauptsächlich dahin, junge Leute dem Orden zuzuführen. Eine .grosse Anzahl neuer Mitglieder wurde durch die letzte öffentliche Grosslogensitzung gewonnen, bei welcher der ehrwürdige Rabbiner Br. Joseph Krauskopf eine glänzende Rede über den Orden hielt Der Bericht konstatirt alsdann die Errichtung zweier heuer Logen in Pittsburg. Die Unterhaltung der vom Distrikt errichteten Handfertigkeits-Schule ist ausserordentlich schwer gefallen; jetzt indess ist, Dank der namhaften Spende seitens der Verwaltung des Baron Hirsch-Fonds, die 5orge um den Bestand dieses Instituts behoben und sind die segensreichsten Erfolge aus der Wirksamkeit desselben zu erhoffen. Distrikt IV. (San Francisco») Wenngleich dieser Distrikt auch den Verlust mancher einflussreicher Männer zu beklagen hat, so entwickelt er sich doch stetig weiter. Ein Zeichen hierfür ist, dass sich die Zahl seiner Logen um zwei vermehrt hat. Auch hier herrscht das Streben, junge Mitglieder zu gewinnen, vor. Das alte System der Wittwenversorgung, das sich mit der Zeit als nicht haltbar erwiesen hat, wurde durch ein neues ersetzt, welches sich bereits jetzt als vorzügüch bewährt. Für die Constitutions - Grosslogensitzung im Jahre 1900, plant dieser Distrikt schon jetzt Arrangements. Distrikt V. (Baltimore.) Wenn hier auch kein Fortschritt zu verzeichnen ist, so ist der Distrikt auch nicht zurückgegangen. Mari erklärt sich diesen Stillstand dort gewissermassen dadurch, dass die Ordensprinzipien und vornehmlich das Ritual für die Mitglieder zu hoch gehalten sind. Nicht jeder, so *) Sollte nicht der Btuder von der Denver Loge, der seit Jahr und Tag in Berlin unheilbar krank und in druckenden Verhältnissen darnieder liegt, Aufnahme finden können, in diesem neuen Institut? Da« Redaktions-Comite.