Mannheim
Compact Memory

Bericht der Großloge für Deutschland · 1898-12-01 · Nr. 8 - Dezember · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1898
Issue
Nr. 8 - Dezember
Date
1898-12-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/4864325-6028946-6029351--0257-4864446
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

81 - darauf wartet, dass dieser Gott Jehova, den es der Welt gegeben, den Bund mit ihm erneuere* den er einst in grauer Vorzeit mit seinem Patriarchen Abraham geschlossen hat. -- O, so lassen Sie uns darin einig sein, meine Brüder, lassen Sie uns iu gleicher Weise unwandelbare Ergebenheit uic Treue bewahren dem Vermächtnis unserer Vorfahren wie . unserem Vaterlande, in welchen beiden alle unsere Erinneruuge freudige und schmerzliche wurzeln, in welchen die Erinnerung an unsere Kindheit uns fromme Thränen der Rührung ins Auge lockt, in welchen wir unsere Mannestüchtigkeit in harten Daseinskampfe schon erprobt, in welchen wir audi dereinst im Tode neben unseren Vätern ruhen wollen. Lass( n Sie uns in echt brüderlicher Einigkeit bewahrheiten des Dichters Wort: „Hoch schlaget in tausend Brüsten, von einem Gefü glühend, ein einziges Herz, schlägt für das Vaterland und glüht für der Ahnen Gesetze!1' Das, meine Brüder, scheint mir die unabweislicheFordeiui g unserer Zeit zu-sein, der Zeit, die uns erst befähigt, dis Programm unseres geliebten Ordens „Israeliten zu vereinigen zur Förderung der höchsten und idealsten Interessen der Menschheit4 in die That umzusetzen. —- Zu gross ist unsere Zeit, meine Brüder, und zu reich an edlen Gedanken, als dass das Dunkel der Nacht wiederkehren dürfte; in die That hat unsere Zeit erst umgesetzt, was dis Ende des vorigen Jahrhunderts so edel gedacht und empfuudüu hat. Die Bildung und damit das Recht, Mensch zu sein, ist nicht mehr ausschliesslicher Besitz einer kleinen Schaar Auserwählter; in die Niederungen menschlichen Lebens ist sie hinabgestiegen, die Mutter alles Schönen, und hat sie belehrt über die Güter der Menschheit, über Freiheit und Mensche i würde. Die Wahrheit kann nicht mehr durch Gewalthab »r geknebelt werden; sie siegt wie das Licht über die Nacl t, und die Lüge niuss weichen; auf dea Stufen des Thrones klingt wieder wie ein liebliches Echo, was die Sehnsucht von tausend und abertausend Herzen im Palast und in der Hütle in die Schönheit von Berg und Thal hinausrufen, das ist ider Ruf: „Friede!" „Friede in der Höhe, Friede in dpn Tiefen!"-- So möge auch dieses Haus, erbaut dem Dreigestirn dler Wohlthätigkeit, der Bruderliebe und Eintracht als ein Wal r zeichen des Friedens und der Wahrheit leuchten in den Abendi himmel des sinkenden Jahrhunderts, leuchten in das Morgeuroth des kommenden, für uns und die nachfolgenden Generationen eine Stätte edelster Erbauung: hier findesder Freund dm Freund, und des Lästerers Zunge verstumme! ein .moderner Tempel, seine Sprache: unsere edle, formvollendete, deutscie Muttersprache, unsere Fowneh: wie sie sich aus der gegenseitigen Werthschätzung und Achtung ergeben, unsere Religion: alles, was gut, gross und schön ist im Leben! Wie die widerstrebenden Elemente der belebten und unbelebten Welt, wie Holz und Stein und Metall durch des Mörtels bindende Kraft zusammengeschweisst wurden m einem schönen Ganzen voller Harmonie, so mögen auch wir, so verschieden wir auch seien nach Neigung, Temperament und Anlage, durch dieses Haus und seiu edles Fundament aufs Neüe vereinigt sein zu einem Ganzen, das die Harmonie dieses Bauwerkes wiederspiegejt! So möge es.stehen und bestehen, geschützt durch seine Zwecke, verschont von allen feindlichen Gewalten,' gesegnet von all' den Guten, deren; Geist nur unter* uns noch weilt, deren Auge nicht mehr hat erschauen dürfen, was ihr Herz ersehnt. — Ihr Elemente, stehe.tr still vor jenem Haus! Ein Zeuge soll es sein den kommenden Geschlechtern von der Gewalt des Guten, und soll dejreinst sich an ihm erfüllen Und von ihm gesagt werden dürfen das Dichterwort: „Heftige Steine, aus Eueh' rrgossensieh PlUnzer der Menschheit. Kernen Jn»-]ii des Meeres sandtet, ihr Sitten und Kunst!" . Ewiges und allmächtiges Schicksal, das Du in ' unumstösslicher Gerechtigkeit fort und fort waltest, gütige Vorsehung, die. Du unverstanden und -unfasslich, in immerwährende? Tfeue gegen Dich selbst über die Zeiten herrschest, nimm «U Deine treue' Hut dieses Werk, für das der scltwache Sterbliche sein Bestes hat gegeben, um das Göttliche, Was Du in ihn gelegt, auch nach seiuem eigenen Hingeheu Weiterleben zu lassen, nimm in Deine gnädige Hut" dieses -Erdenwerk, dass es bestehe, Gott zum Ruhme,,uns und unserem Orden zur Ehre, der gesammten Glauberisgenossenscnaft und der Menschheit überhaupt zum Segen!! ,— Amen!!! Der Freimaurerbünd und der Orden „Bnel Briss". Unter_digsem TiteUst in dem nfiSirischen Organ .Die Bauhütte" ein Artikel von Franz Creizenach-Frankfurt a./M. erschienen, in welchem nachzuweisen versucht wird, dass die Zugehörigkeit zürn U, O. B. B. unvereinbar sei mit der Mitgliedschaft zum Freimaurerbunde. . Einleitend bemerkt der Verfasser, dass schon-früher an die deutschen Grosslogen diese Frage herantrat und dass sie in ablehnendem Sinne entschieden worden Vor einiger "Zeit wurde die Frage wiederum verneint. * Verfasser, der der einstimmigen Ablehnung aus edelster Ueberzeügung beipflichtet, führet dann aus: .dass seine Gründe wesentlich andere sind, als diejenigen,' welche vor Jahren bei Erlass des Verbotes massgebend «waren, sodann, dass er mit grösster Hochachtung und aus vollem Herzen anerkennt, dass der genannte Orden sehr wohfthätig ufid nützlich wirkt, dass * er seine Leistungen nicht auf die Angehörigen einer einzelnen Religions: Gesellschaft beschränkt und dass manche, seiner Mitglieder, "als Wohlthater und selBstthätige Menschenfreunde Ehrerbietung und Bewunderung verdienen. Natürlich würden wir uns glücklich schätzen, solche. Männer auch in unseren , Kfeisen empfangen zu dürfen und in der That sieht der Einsender zur Erreichung dieses Zieles nur eine einzige Schwierigkeit, die zudem leicht zu beseitigen wäre. Sie ist fast nur in dem Namen begründet, welchen die deutschen Zweigvereine von ihrem transatlantischen Ursprung übernommen haben. Mögen sie sich ven^ diesem frei machen, mögen sie. unter einem ihrer wirklichen Gesinnung gewiss besser entsprechenden deutschen Namen echt deutsche Wohlthätigkeitsanstalten werden und alles ist geordnet. Wende man nicht einr dass _ der blosse Name eine so entscheidende. Bedeutung nicht haben körine. Sobald der Name in unlösbarem'Widerspruch mit dem Grundgedanken des Freimaurerbundes steht, kann er von dessen Mitgliedern nicht mitgeführt werden." Verfasser schildert, wie upd'wann unser Orden nach Deutschland verpflanzt ist, lobt unsere Tendenz und unsere Arbeit

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.