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Bericht der Großloge für Deutschland · 1898-11-01 · Nr. 7 - November · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1898
Issue
Nr. 7 - November
Date
1898-11-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Wirthschaftseinrichtungen selbst zu schaffen, während ihm 8/4 des Kaufpreises als Rente mit 4 l/a % Zinsen und lJ2 % Amortisation eingetragen werden; Nehmen wir nun den schlimmsten Fall an, dasjS wir auf ein kleines Rentengut eine jüdische Familie setzen wollen, die ganz mittellos ist, aber die Charaktereigenschaften besitzt, die uns die Garantie für das Gelingen dieses Versuchs giebt, so werden wir für dieselbe 10 Morgen sehr guten Acker zum Preise, von '300 Mk. pro Morgen erwerben 3000 Mk,, wovon wir % anzahlen . [ . . . . .....>; 750 Mk. Gebäude, welche aus dem Lehm der eigenen Scholle gebaut werden, kosten nebst Inventar. . . . .{(XX) Mk. Es gehören also zum Ankauf...... . 3750 Mk. wofür wir eine eingerichtete Wirthschaft von 10 Morgen haben. Darauf lastet eine auf Rubr. II eingetragene Rente von . 90 Mk. pro Jahr, welches die Zinsen und die Amor- .tisationsquote des Restkaufgeldes von 2*250 Mk. darstellen. Da nun bei einem Besitz von nur 10 Morgen der Haushaltungsvorstand auswärts in der Industrie, wenn dieselbe nahe seinem Wohnort hegt, oder in grösseren^ Landwirtschaften Arbeit suchen muss, während Frau und Familie der Bewirtschaftung der .Scholle sich widmen und der Ehemann nur zur Saat- und Erntezeit zu Hause hilfreiche Hand leistet, so ist es wohl ohne Zweifel, dass er die zu zahlende Rente für das ganze Jahr sich in 1V2 Monaten verdient und bei Fleiss und Solidität er noch so viel erwirbt, dass er -nicht nur die Bedürfnisse seiner Famiüe an Kleidung aufbringt, sondern auch noch etwas zu ersparen vermag. Diese Ersparnisse zahlt er dem Verein zurück, der den für ihn verauslagten Betrag von 3750 Mk. sich zur i. Stelle in Rubr. III eintragen lässt, die aber in den ersten Jahren zinsfrei sind, und bei späterer pünktlicher Zinszahlung seitens des Vereins unkündbar, seitens des Rentengutsbesitzers aber stets kündbar bleiben. Diese Fragen, die ja rein finanztechnische sind, möchte ich nicht erörtern, da sie über den Rahmen einer kurzen Besprechung hinausgehen. Feststellen will ich nur durch Zahlen, dass man zur Ansiedelung einer Familie, falls dieselbe garnichts besitzt, und darauf ist doch nicht in allen Fällen zu rechnen, circa 4000 Mark gebraucht, welcher Betrag sich um die. eigenen vorhandenen Mittel des Rentengutserwerbers verringert. Es dürfte meiner Ansicht -nicht der schwerste Theil der Aufgabe sein, die 12 000 Mk. zusammen zu bekommen, um 3 jüdische Familien anzusiedeln und die praktische Durchführung unserer Ideen zu beweisen. Ich spreche von 3 Familien, -weil ich die Probe nicht mit einer Familie machen möchte, da einestheils dfe Auswahl nicht gelingen könnte, was bei .'! Famihen wohl.ausgeschlossen ist, denn man wird doch wohl nicht :> unglückliche Wahlen treffen, dann auch wegen der Zusammengehörigkeit und dem stärker angeregten Selbstgefühl der Kraft. Und damit komme ich auf einen Punkt, der uns die grösste Schwierigkeit bereiten wird: die Auswahl derjenigen Personen, mit welchen wir den Versuch machen wollen. Wie ich schon früher in einem Vortrage erklärte, müssen die Ansiedler von Jugend auf zum Landleben erzogen sein, und das Material, welches wir uns wünschen, an. diesem wird noch in Ahlem und anderweitig erzogen, dies ist noch nicht reif und verfügbar für uns. Abelich glaube auch, dass wir darüber hinwegkommen, und wenn, wir jedem Rentengutsbesitzer oder 2 einen Curator stellen, so gehen wir sicher, dass' diese Organisation uns nur "zum Nutzen' gereichen kann. Urj<i was für Mittel wenden Sie auf, um den Beweis der praktischen Durchführung unserer Idee zu geben? Ein hypothekarisches Darlehn von 4000 -Mk, pro Familie, und falls *s misslingen sollte, so wird diese eingetragene Summe noch immer 3000 Mk. werth sein. * " Ich bitte alle edeldenkendeh Juden, und in erster Reihe die Logen, als deren Pflicht ich'es erachte, die Sache, die sie selbst angeregt, zu unterstützen", recht herzlich, uns behilflich zu sein die Mittel zusammenzubringen, damit wir diesen praktischen*Ver$uch machen können, der zum Segen und Heil der ganzen Judenschaft ausfallen' wird! Germania-Loge, Halle. Die Loge hatte während der Ferien den Verlust unseres l. Br. Hermann Zickel (gest. in. Juli 1898) zu beklagen. Br ackel gehörte zu deu Gründern unserer Loge und war zugleidi eines unserer eifrigsten Mitglieder. In der .für, ihn abgehaltenen, durch weihevollen, mit Harmonium begleiteten Gesang des Br. Frank eingeleiteten Trauerloge widmete jSr. Präs. Hirsch dem allseitig beliebten und geachteten Entschlafenen warme Worte der Liebe und Anerkennung; welche auf die BBr. und die anwesenden Hinterbliebenen' des Verstorbenen einen wohlthuenden, tröstenden Eindruck mächten. Br. Expräsident Ad. Bernau condoiirte :in herzlichen Worten namens der Grossl'^ge. — Mit dieser Traueifeier schlössen die Sitzungen in unserm alten Lokale und eine freudige Feier versammelte am 28. August, dem Stiftungfctage unserer Loge, die BBr. and Schwestern in unserer neuen, schönen Logenhalle, welche zum grossen Theile aus freiwilligen Beiträgen der BBr. in prächtiger Weise ausgestattet worden ist.. Mit besonderer Freude begrüsste die Loge Herbei das Erscheinen unseres hochwürdigen Grosspräsidt aten Br. Timendorfer, welcher das Lokal in feierlicher Weiherede Jeiner Bestimmung übergab und dem hiermit nochmals unser herzlichster Dank, hierfür ausgesprochen sei! Die. Festredehielt unser w. Präs. Br. Hirsch; derselben war das Thema: „Was wollen wir mit dem Orden, was haben wir bis jetet zur Erreichung der Ordenszwecke getliän und was oleibt uns noch z« thun übrig" zu Grunde gelegt. Seiteus der Berend Lehmann-Loge war deren Präs. Br. Rechtsanwalt Sussmann mit Br. Cohnheim, von der Anhalt-Loge waren unter Führung des Präs. Br. Dr. Freudenthal und .des Exi>rf& Br. Markus etwa 10 weitere Mitglieder dieser'Loge mit ihren Damen erschienen, wodurch dem Feste eine besondere Weihe verliehen wurde. Nacli de» Festloge hielt ein gemeinschaftliches Mahl, bei welchem es an trefflichen Reden und Toasten« nicht mangelte, tlie BBr. imd Golste in froher Stimmung beisammen. Die Sitzungen der Loge sind im Allgemeinen gut besucht. — Das ("omite für geistige weressen, welchem von der Loge Mk. 3<*> zur Verfügung gestellt worden sind, beabsichtigt, im Laufe der Wintersaison .vier Vortragsabende und einen Conzertabehd zu veranstalten, Zu den erstehen sind als Redner in Aussichtgenommen: Br.Dr.Freudenthal, Dessau,Br.Dr.Fessler, Hier, Br. Dr. Oppenli'eimer, Hier/sowie für einen geographischen Vortrag: HerrDoceut Jens Lützen, Berlin. Zur Mitwirkung bei den musikalischen Veranstaltungen, mit welchen wir bis jetzt die* besten Erfolge zu Verzeichnen hatten, haben sich u. A. hervorragende jüdfsche Solisten unserer Oper bereit erklärt. — So sehen wir denn mit Freude der weiteren Entwickelung unserer Loge'- und der Verwirklichung ihrer er-

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