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Bericht der Großloge für Deutschland · 1898-11-01 · Nr. 7 - November · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1898
Issue
Nr. 7 - November
Date
1898-11-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Weihesymbol verwenden, welches unser Judenthum kennt. Das. erhabendste Sinnbild der Weihe ist das Licht. Der oberste Baumeister, der Schöpfer deri Welt, hat es selbst eingesetzt. Als er sein grosses Schöpferwerk in Thä igkeit treten liess, begleitete er es mit dem Segenswort: „Es werde Licht 1. Und als vor Jahrtausenden das erste bescheidene Heiligthum in Israel errichtet wurde, da lautete das göttliche Gebot, dass das Licht der heiligen Lampe und die Flamme auf dem Opferaltar nie erlöschen solle. BBr.! Lassen Sie auch in unserem Tempel, im Geiste das ewige Licht, die heilige Opferflamme entzünden; das Licht der Erkenntniss und geistigen Erleuchtung, die Flamme der Begeisterung für alles Gute und Schöne, die Flamme der Opferwilligkeit und Hingebung für unseren angestammten Glauben, die Flamme der Bruderliebe und Wohlthätigkeit. Lassen sie uns auch eingedenk bleiben des Vermäch nisses unseres, grossen vaterländischen Dichters, das da autet: — »Mehr Licht". So sei denn dieser Tempel von jetzt ab für alle Zeiten der Pflege der heiligen Güter des Judenthums, der erhabensten Ideale der Menschheit geweiht. So sei dieses Haus eine Stätte zur Bethätigung der selbstlosen Bruderliebe, der edelsten, humansten Gesinnung. Möge der Geist des Friedens und der Eintracht stets darin wohnen. Mögen Alle, die hier einkehren, vor Krankheit und Bedrängniss, Verdruss und Schaden bewahrt bleiben. Mögen di< BBr. stets nur freudige Botschaft hierher biingen und warme herzliche Brüderlichkeit untereinander pflegen. Mögen hi er die BBr., die der Herr mit Glücksgütern gesegnet, von ihrem Ueberfluss freudigen Herzens zum Zwecke des Wohlthuns opfern. Mögen Alle, die hier von dannen ziehen, hinaus1 tragen und bethätigen die empfangenen Lehren wahref Religion, echter Sittüchkeit zum Segen ihrer selbst, zum Segen des Judenthums und der ganzen Menschheit. Das walte Gott! Zur, Hebung ties Logenbesuches. Die Lektüre des letzten Berichtes der Grossloge f. D. giebt mir Veranlassung, den Logen einige Vorschläge zur Hebung des ganzen Logenlebens zu unterbreiten, Vorschläge, deren praktische Bedeutung augenfällig sein wird. Ein Zweig unserer Bestrebungen, die "„Brüderliclikeit", wird von den wenigsten BBr. in seiner vollen Tiefe erfasst — für die Meisten ist diese Brüderlichkeit eine sehr schöne ideale Sache, die aber durch materielle Hindernisse (Rang, Geburt, Vermögen) unerreichbar auf Erden ist. Dazu ] commt noch etwas Kastengeist trotzdem und alledem! Seien wir offen und ehrlich! Die Brüderlichkeit der Meisten erstreckt sich nur auf die 1 l/a Stunden Logenarl eit — dann ist alles wieder beim Alten — und das ist schade. "Mit etwas gutem Willen lässt sich aber Grosses erreichen und manche sogenannte gesellschaftliche Kluft wird brückt, sobald die Pflege der Geselligkeit in die ric Bahnen geleitet wird.1 Der Erdengang eines „normalen" Bruders ist rasch geschildert: er kommt zur Sitzung, unterhält sich oder langweilt sich (je naech Geistesanlage) bei den Debatten, spricht vielleicht zu irgend einem Punkte zwei,' drei Sätze, recht freundlich und geht. — Wo ist nun die Gelegenheit, diesen Bruder näher kennen zu lernen? In welcher — 67 überltigen Weise könn.m wir ihn zur Bruderliebe erziehen? Hunderte von Brüdern könnten zu höherer Thätigkeit herangezogen werden, neue Gedanken und Ansichten würden auftauchen und Vieles davon wäre zum Bexten, unse/er Sache, wenn wir neben den Logensitzungen, die nur dem hohen Ernst geweiht sind, eine Institution ins Leben riefen, die der Geselligkeit, der Gemüthlichkeit in geordneter: Form Rechnung trägt. Hier könnten wirdas Herz der Brüder erforschen, Freundschaft mit ihnen schliesaen für's ganze Leben, austreiben Vorurtheil und Kastengeist, (km Vordrängen einzelner Streber (das giebt's leider auch bei j uns) Halt gebieten durch die Macht des Humors; hier könnten wir den Neuling ganz anders, brüderlicher, freundlicher begrüssen, als in unseren Tempeln. Und es stehen uns Mittel und ,Wege genügend hierzu zu Diensten. '• ■ Ich meine in erster Lime-die offizielle Einführung von Nachsitzungen. Zweitensr Das Abhalten |on sog. offenen Logen (mindestens alle zwei Monate)? drittens: Gesellschaftliche Zusammenkünfte mit kleineren Vorträgen (musikalischer, ernster oder heiterer- Natur); viertens: Concerte (Unterstützung der Kunst, als direkten Logenzweck, aber anscheinend weniger beliebt!); fünftens;,Gemeinsame Abendessen und Tanzvergnügen für die Jugend. - ad. 1. Ich lege das Hauptgewicht auf die officiellen Nachsitzungen. Und das mit Recht.* Auch die kleinste Disharmonie verschwindet bei zwangloser, gemüthlicher gegenseitiger Aussprache — wir ler'neh hei eben diesem zwanglosen, gemuthlichen Verkehr. unsere Brüder überhaupt erst näher kennen und werden erstaunt sein, welche Fülle von Freundschaft und Liebe in ihnen wohnt. Jetzt können sie die Herzen öffnen — jetzt eist tüut'.s von ^ßi'ea Lippen — die der Zwang des Rituals verschlossen hielt — von Freundschaft und von Liebe. Neue Talente werden entdeckt, neue Freundschaften werden geschlossen, und die Bruderrunde pflegt Eintracht und Brüderlichkeit! Die materiellen. Kosten sind gleich null — die geistigen sind leicht zu beschaffen. Ein Klaner wird überall leicht zu haben sein, man singt 2 ,Chorlieder*), der eine oder andere stimmbegabte Bruder singt ein Lied, ein anderer deklamirt irgend etwas Humoristisches (möglichst eigene Arbeit), andere wieder versuchen sich in längeren, oder kürzeren Reden und das Programm für zwei gemüthliche Stunden ist fertig. Den Vorsitz führt Br. VJcepräsident oder Br. Mentor. Den Brüdern muss jeben die Gelegenheit geboten werden, nach der Logensitzung da.zubleibe.n,-;sich zwangloser als unter der Macht des Rituals'-zu unterhalten; und wissen sie, dass nach der ernsten Thätigkeit noch eine gemütjdiche Stunde in guter Gesellschaft, bei gntej- Unterhaltung und gutem Trünke ilirer haart, dann kommen sie viel pünktlicher und zahlreicher auch zur . Logenarbeit. ad; 2. Sollte es wirklich Logen-in' unserem Distrikt geben, die, wi£ man mir sagt, keine Ledigen aufnimmt, so wäre dies derselbe Fehler, als Wollten "wir auf die Mitarbeit unserer Frauen verzichten, Ini Gegentheil! Sie sollten" allüberall, so weit dies irgend geht, an unseren Arbeiten *) Der l"nterzeichaHe hat „soeben ein Logenlicderbuch zum Gebrauche der August "Lamey-Loge" lierausgegeben und an die gl'ÜSStC 'übrigen Logen verschickt. Sicher besitzen die Schwesterlopen obenfalls ähnliche Lieder, so' das* bei; richtiger Auswahl, ein allgemeines Lioderbuch sehr bald-(unter )der Aegide der Grossloge) zu stände käme, —j ,-.;.-'. -> •V, '!••'"';• '..•_. "I-, •'' ■.. ' * ■'•

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