Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1895
- Issue
- Mai
- Date
- 1895-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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der Schule entwachsen, sie der Bodencultur und dem Hand werke zuzuführen. Dass solches Wirken besonders in der gegenwärtigen Zeit ein segensreiches sei, wird wohl nicht bestritten werden können. Die Leitung der Anstalt hat eine Aenderung erfahren, das Privatunternehmen ist in eine Stiftung umgewandelt worden, deren Statut der Regierung zur Ge nehmigung vorliegt. Diese Genehmigung indess, die die Ertheilung .der Rechte einer juristischen Person an Ahlem in sich schliesst, ' ist noch, nicht erfolgt, weil hierzu ein Stiftungscapital von mindestens Mk. 100OOO erforderlich ist Ahlem sei ganz eminent Ordenssache, wie das auch aus den früheren Verhandlungen der Grossloge hervorgehe. Der vorliegende Antrag decke sich vollkommen mit dem' vor jährigen Beschluss der Grossloge. Damals habe die Gross löge angenommen, dass erst 1896 eine Uebersicht über1 die Umwandlung Ahlems in eine öffentliche Anstalt möglich sein werde. Indess diese Umwandlung ist schon jetzt bis auf die Genehmigung der Regierung erfolgt und da diese Genehmigung nur noch von der Schaffung eines entsprechenden Stiftungs fonds abhängt, so sei es Pflicht der Grossloge, schon heute über die Hergabe der qu. Mk. lOOOO definitiv zu beschliessen Im Prinzip habe1 die Grossloge bereits die »Mk. 10000 gel nehmigt,'denn die bewilligte jährliche Zusendung von Mk. ,r>0 sei als Zinsen des Capitals von Mk mooo bezeichnet worden Seinem Antrage nach soll ja die Zahlung der Mk. 10000 erst erfolgen, wenn Ahlem die Rechte einer juristischen Person erlangt und Garantien für die Rückzahlung unseres Geldes im Falle der Auflösung etc. Ahlems gegeben seien. Redner wiederholt, dass die Grossloge die Absicht zu geben bereits ausgedrückt habe, jetzt sei höchstens noch die Form des Gebens zu discutiren und diese Formen regle sein Antrag, den er anzunehmen ersuche. Der Präsident theilt imit, vdass die Brüder Alphons Jacobson in Leipzig und Mo ritz Simon in Hannover ihm erklärt haben, jede Garantie für die im Antrage Heinemann »vorgesehene Rückzahlung unseres Geldes leisten zu wollen. Repräsentant Sernau hat. die Anstalt Ahlem besucht und die grossartigsten Eindrücke von derselben erhalten. Wenn er früher gegen jede Verbindung dieses Instituts mit dem Orden gewesen, so sei er jetzt davon zurückgekommen, nachdem er sich überzeugt habe, welch' gute Erfolge in Ahlem erzielt worden sind. So sei daselbst ein Zögling aus Halle ein braver, ordentlicher Junge geworden, der zu Hause ein unverbesserlicher Taugenichts gewesen. Wer die Mittel besitzt, ein solches Unternehmen zu fördern, müsse sich glücklich schätzen, es zu thun, und auch wir müssten ohne Bedenken zur Erhaltung Ahlems unsere Beihilfe' leisten,' die nun unbedingt erforderlich sei, weil die Genehmigung der Regierung davon mit abhängig ist. Redner erklärt sich bereit, für die Hergabe des ganzen alten Centraifonds zu stimmen, wenn dadurch die Genehmigung der Regierung zu erlangen wäre, denn die Erhaltung Ahlem s liege so ganz innerhalb der Aufgabe des Ordens. Repräsentant Rosensltel glaubt, dass der Orden in Deutschland nur deshalb sehr langsam fortschreite, weil die Leistungen der Logen viel zu wenig allgemeinen Aufgaben zugeführt werden Ahlem bilde eine solche allgemeine Aufgabe. Er sei gestern in Ahlem gewesen und müsse erklären, dass das Judenthum" stolz darauf sein müsste, eine solche Anstalt zu besitzen. Die Frage der Förderung der Landwirtschaft unter den Juden Jässt' den".Redner aus mannigfachen Gründen kalt, aber die.! Anstalt sei gut und sie ^u fördern sei Aufgabe aller Glaubensgenossen, schon weil sie in der kurzen Zeit ihres Bestehens erwiesen, dass sie ihre Zöglinge zu nützlichen Gliedern unserer Gemeinschaft zu erziehen vermag. Die Monteiiore-Loge habe 3 Zöglinge in Ahlem, dieselben gedeihen daselbst, wie es Repräsentant Sernau betreffs des Knaben aus,Halle geschildert. Bruder Simon habe ein grosses Kapital in Ahlem stecken, "aber eine noch ungleich grössere Summe gehöre dazu, um alles das durchzuführen, was dieser Bruder plant'.' j Derselbe habe sicherlich die Lage anfangs nicht richtig übersehen, aber die hieraus hervorgegangenen Schwierigkeiten erschienen beseitigt, wenn die Umwandlung Ahlems in. ein öffentliches Institut erfolgt ist. Und weil diese Umwandlung nur durch unsere Mitwirkung zu erreichen sei,, so Wird Redner für die Bewilligung qu. Mk. 10000 stimmen.- .- . . Repräsentant Blaschke stellt die Frage, woher denn, falls wir die lOOOO Mark hergeben," die dann noch fehlenden 900)00 Mark genommen"werden sollen7 Repräsentant Heinemänn I verweist demgegenüber auf das Statut der Anstalt Ahlem, worin bereits einige weitere Stiftungen aufgeführt worden seien, und auf den zu erlassenden Aufruf, von welchem er sich die besten Erfolge verspreche. Repräsentant Joachim war früher - gegen die Bewilligung von Mk mono für Ahlem^ weil nach seiner Ansicht die Grossloge zur Hergabe dieses Betrages gar keine Veranlassung habe. Bei den ersten. Bewilligungen sei man immer von der Voraussetzung .ausgegangen, dass Ahlem auf den Orden übergehen werde, selbst die -nur knapp gehaltenen gedruckten Verhandlungen der Grosslöge von1893, die Redner verliest, erweisen das Nach ausführlicher uhd'anschaulicher Schilderung der weiteren Verhandlungen mit Bruder Simon skizzirt Redner, wie Bruder Simon von'seiner Idee, Ahlem auf den Orden übergehen zu lassen, abgekommen sei, wie desshalb die*"Grossloge 18*94 ursprünglich mit Recht beschlossen habe, von jeder Verbindung mit Ahlem abzusehen und wie erst nach Wiedererwägung dieses Antrages der Beschluss zu Stände gekommen sei, an Ahlem für zwei Jahre Mk. 350 p.a. zu zahlen und.e>Bt i890 über die Hergabe von Mk. löooo zu beschliessen. Gegen eine" solche Hergabe würde er sich unbedingt atisgesprochen haben, wenn sich nicht die Sachlage nunmehr vollständig verändert hätte. Jetzt handele es sich darum, durch die Ger!ehmigüng\ der Re gierung zur Umwandlung Ahlems in ein öffentliches Institut den Bestand der Anstalt zu sichern, und wie ausgeführt worden, sei unsere Beihilfe von .Mk..ltipoo zur Erlangung dieser Genehmigung durchaus' erforderlich. Einer solchen. Aufgabe dürfe sich der Orden, seihen Tendenzen gemäss, nicht entziehen uad desshalb müsse auch der Betrag unter den im Antrag Heine mann festgestellten Bedingungen bewilligt werden. ' ' ■ I # - ' *\ Repräsentant Heinemann I wendet sich gegen die Darstellungen des Repräsentanten J o a c h i m, die Verhandlungen der Grosslöge mit Bruder S i m ö n betreffend, und giebt seiner Freude darüber Ausdruck, dass auch oachim, der früher einer der schärfsten Gegner gewesen jetzt für die Bewilligung der Mk.; 10000 an Ahlem ist.