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Bericht der Großloge für Deutschland · 1895-05-01 · Mai · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1895
Issue
Mai
Date
1895-05-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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— 34 Logen bei der Vertheilung gärnichfs, auf andere vielleicht HS i Mark entfallen würde, während nur die grossen Logen eine nennenswerthe Summe Erhalten wüjrden. Repräsentant Sernau wendet sich gegen die Ausführungen des Repräsentanten Mayer, bestreitend, dass mit dpm Centraifonds bisher so böse Erfahrungen gemacht worden seien, dass man daraus zur Aufhebung desselben gelangen müsse. Vielmehr sei anzuerkennen, dass die Grossloge jede Anforderung an den Centraifonds gewissenhaft geprüft und dadurch erwiesen habe, dass sich der Fonds bei ihr in guten Händen befinde. Es sei ein Glück, dasswir diesen Fonds blitzen, der Antrag auf Vertheilung möge möglichst einstimmig abgelehnt werden. Repräsentant Berget entgegnet dem Repräsentanten Mayer, dass .aus der Verbuehung der Unterstützungen an Wittwen rind Waisen pro l8Q4 auf den neuen Centraifonds, die nur eine rechnerische Transaktion sei, wohl kein Argument für die Vertheilung des Fonds abgeleitet werden könne.' Sollen die Wittwen und Waisen kleiner Logen, wenn der Centraifonds aufgehoben, die grossen Logen um Almosen angehen.' - " Repräsentant Joachim spricht für den Fortfall fernerer Beiträge, aber gegen die Vertheilung des1 Fonds, nur müsste die Verwendung desselben genau geregelt werden, was bei | i'/ des Entwurfs zu den neuen Grösslogengesetzen erfolgen könnte. . . ' V Repräsentant Heinemann I wendet sieh gegen die Ausführungen einzelner Redner, die die Xothwendigkeit der Frhaltung des Fonds lebhaft betont und sich dennoch gegen die Krheuung eines ferneren Beitrags zu demselben erklärt haben rfin solcher Standpunkt scheine ihm unlogisch, denn wer die Erhaltung des Fonds für erforderlich halte, hiüsste aus demselben Grunde auch zur Stärkung desselben ^ejjangen. Schon aus dem Grunde, weil die Qrossloge die Ausgabe von Mk. lonno aus dem Centralionds an Ahlem im Prinzip» bereits bewilligt habe, müsste gegen die vorliegenden Anträge gestimmt werden.; Ein Antrag auf Schluss der Debatte wird mit grosser 'Majorität angenommen. Repräsentant Mayer, als Antragsteller, bemerkt im Schlusswort, dass er dem Ersuchen,-seinen Antrag auf Veri theilung des Centralfonds zurückzuziehen, nicht nachkommen könne, denn nach den Ausführungen des Repräsentanten Heinemarrn I wünsche er durch einen Beschluss der Grossloge festgestellt zu sehen, ob man wirklich den alten Centraifonds — der nach wiederholten Beschlüssen der Grossloge ausschliesslich fü> die Interessen der Wittwen und Waisen dienen sollte — nun, auch für Ahlem zu verwenden willens'wäre. Redner erblickt in dem Verlangen nach lOOOO Mark aus dem alten Centraifonds für Ahlem einen erneuten Beweis fürdieRichtigkeit seiner eingangs derDebatte angeführten Gründe zu seinem Antrage, den er anzunehmen empfiehlt. Der Präsident constatirt. dass der Antragsteller sich auf die Vertheilung des alten Centraifonds beschränkt hat,. er wird deshalb auch zunächst nur darüber abstimmen lassen: „Wer ist für die Vertheilung des alten Centraifonds?" Hierfür erklären sich nur 4 Repräsentanten, der Antrag gilt somit als abgelehnt. Ueber den Antrag a) des Repräsentanten Mayer rindet noch eine kurze Debatte statt. Repräsentant Totschek erachtet es als die Consequenz des eben gefassten Beschlusses, dass die Beiträge zum Centraifonds beibehalten werden. Repräsentant Rosenthal II ist gleichfalls gegen den Antrag. Gleichsam wie die Qüelle dem Strome «stets neues Wasser zuführt, müsse die Stärkung des (entralfonds allen Brüdern am Herzen liegen, denn nur dann könnten wir Namhaftes leisten, wenn uns für unsere gemeinsamen Aufgaben die erforderlichen Mittel zu Gebote stehen". Die Repräsentanten Timendorfer und Pinner erklären sich für Beibehaltung der Beiträge zum Centraifonds, ersterer, weil diesem Fonds erweiterte Aufgaben zugewiesen worden, letzterer ajus dem mehr idealen Grunde, das Anwachsen des Fonds sollte durch Leistungen aller Logen Ij bewirkt und so auch allen Logen ein Anrecht zum Fordern geschaffen werden. . Repräsentant Cohn I bedauert, dass er zum Antrage b) nicht mehr das W^ort erhalten konnte und erklärt sich unter Anführung resp. Schilderung eines Vorkommnisses, den Centraifonds betreffend, für den Wegfall der Beiträge zu diesem Fonds Seine gemachten Erfahrungpn veranlassen ihn, eine Anweisung für das Generalcomile zur Verwendung der Gelder aus dem Centraifonds zu fordern. Repräsentant Dr. Wolff istjiür den vorliegenden Antrag, denn er erachtet es für besser und rathsamer, dass die Logen selbst Gelder sammeln und sich zahlungskräftig machen, als sich evtl. von dej-Grossloge resp. vom General-Comitc einen ablehnenden Bescheid zü holen. Repräsentant Mayer weist darauf hin, dass beispielsweise die Deutsche Reichsloge Mk. 600 jährlich zum Cen- , tralfonds zahle, ohne jemals aus demselben etwas für sich zu erwarten. Diese Beiträge könnte sie besser für sich selbst verwenden. Indess um sich keiner InconseqUenz schuldig zu machen, müsse er gegen den Antrag a) stimmen. Bei ier hierauf vorgenommenen Abstimmung erklären sich nur 8 Repräsentanten für den Antrag a), derselbe ist somit abgelehnt. 2 Antrag des Repräsentanten Heinemann t: „Die für die ..Israelitische Erziehunganstalt in Ah em in Aussicht gestellten 10000 Mk , über deren Bewilligung nach dem Beschluss der Grossloge vom 6. Mai 1894 erst in der Grosslogensitzung 1896 definitiv entschieden werden soll, schon jetzt für den Fall zu bewilligen, dass a) die „Israelitische Erziehungsanstalt Ahlem, die Rechte einer juristischen Person,,erlangt, b) die 10000 Mark an die Grosslog« zurückgezahlt werden, falls die ..Iraelitische Erziehungsanstalt" aus irgend welchem Grunde aufgelöst werden oder zur Liquidation gelangen sollte. Repräsentant Heinemann I: Der Antrag auf Bewilligung von Mk 10000 für Ahlem sei nicht neu, vielmehr schon mehrfach von der Grossloge erörtert worden. Nach Schilderung des Umfangs der Anstalt, die gegenwärtig 48 Zöglinge aus fast allen Gegenden Deutschlands und1 auch aus Schweden und Oesterreich besitze, bezeichnet Redner die Aufgaben, die sich Ahlem gestellt habe und die darin. 1 bestehen, jüdische Kinder auf Grund der Volksschulbildung und der Handfertigkeit zu erziehen und wenn die Knaben

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