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Bericht der Großloge für Deutschland · 1895-05-01 · Mai · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1895
Issue
Mai
Date
1895-05-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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— 36 — Repräsentant Placzek hebt hervor, dass auch er früher ein strikter Gegner der Idee einer Verbindung des Ordens mit Ahlem gewesen sei, jetzt aber müsse er für den Antrag Ileinemarin I stimmen, weil er die Grossloge nach ihren Beschlüssen von 1804 zur^Hergabe qu. Mk. loooo für rechtlich verpflichtet erachtet. Die für Ahlem 1894 bewilligten Jahresbeiträge von Mk. 3~" sind als die Zinsen des' Capitals von IOOOO Mk. bezeicluiet worden und nun, wo eine vollkommene Uebersicbt' über Ahlem vorhanden, müsse auch das Capital gezahlt werden. Indess bleibt noch die Frage offen, wie qu. Mk. lOOoo aufzubringen seien, denn der alte (Yntralfonds. dürfe nach früheren Beschlüssen der Grossloge doch nur für Wittwen. und Waisen verwendet werden. Um diese Frage zu regeln stellt Redner folgendes Amendement: Soweit die bereiten Mittel der Grossloge zur Aufbringung der Mk. IQO00' nicht ausreichen, so ist die Restsumme von den einzelnen Logen-nach Maassgabe de'r Kopfzahl der Mitglieder aufzubringen. Ein Antrag auf Schluss der Debatte wird, nachdem Timendorfer gegen Mann für denselben gesprochen mit 23 Stimmen angenommen. Darauf lässt der Präsident über den Antrag H e i n'e - mann I in folgender Weise abstimmen. Soll die Hergabe der Mk. 10000 abhängig gemacht werden ' a) von der Erlangung der Rechte einer juristischen Person an Ahlem b) von der Bedingung der Rückzahlung der Mk 10000 im Falle der Auflösung oder Liquidation Ahlem's. In gesonderter Abstimmung erklären sich für die Fragen a und b je 31 Repräsentanten, worauf der ganze Antrag H e i n e m a-nn mit 27 Stimmen angenommen wird. Das Amendefftent des Repräsentanten P 1 a c z e k gelangt zur- Debatte. ■■. Repräsentant Timendorfer ersuchtum Ablehnung des Anträges, denn es sei unzweifelhaft, dass bei dem eben gefassten Beschlüsse der weitaus grösste Theü""der Repräsentanten von der Voraussetzung ausging, dass die Mk.-IOOOO aus dem alten Centrälfonds genommen -werden sollen, woz'u die Grossloge auch durchaus berechtigt sei. 'Die Logen seien' ohnedies schon für Ahlem aufgerufen worden und män sollte von denselben nicht zu viei fordern. R.-präsentant Haagen ist gleichfalls der Ansicht, dass der alte C enträlfonds zur Bestreitung des für Ahlem bewilligten Betrages dienen sollte und beantragt: Die für Ahlem bewilligten Mk. 10000 sind aus dem alten Centraifonds zu entnehmen. Repräsentant Wölfl II wünscht eingehendste Prüfung der Frage,'ob der alte Centraifonds für Ahlem in Anspruch genommen werden dürfe. Er habe die Ansicht, dass hierzu die Berechtigung fehle, nachdem die Grossloge im vorigen Jahrcr auf .Antrag Bergel die Wirksamkeit des alten Centiralfonds ganz bestimmt begrenzt habe. Spricht sich indess die Grossloge jetzt für diese Berechtigung aus, se wolle er selbst diese anerkennen. Repräsentant Bergel bekennt sich vollkommen zu dem Standpunkte des Repräsentanten Haagen. Repräsentant Joachim nimmt für die Grossloge das Recht in Anspruch, jederzeit den Fonds, die sie selbst gebildet haben, erweiterte Aufgäben anzuweisen, und auch Redner ist für den Antrag Haagen. Repräsentant Placzek weist auf die heutige Debatte zü dem Antrag auf Vertheilung des alten Centraifonds hin, in welchem vorf fast allen Rednern hervorgehoben worden, wie wichtig es sei, diesen Fonds festzuhalten und zu stärken, damit wir späteren Zeiten getrost entgegen gehen könnten. Hiermit stehe der Antrag'H a a g e n im strikten Wiederspruch. Der neue Centraifond möge für Ahlem verwandt werden, und was dann noch fohlt, sei wahrlich keine grosse Leistung, die ohne besondere Anstrengung? seitens der Logen aufgebracht werden konnte 'Sein Amendement ersucht Redner anzunehmen. / ' ' -if.. \ ' M : ,*' . Ein Antrag auf Schluss der Debatte wird mit 18 gegen 15 Stimmen angenommen, nachde'm Junkermann für und Stein I gegen denselben gesprochen hatte. . Repräsentant Stein I. beantragt ''namentliche Abstimmung über den Antrag Haagen, wogegen sich kein Widerspruch erhebt. Die namentliche Abstimmung über den Antrag H a a g e n ergiebt 28 Stimmen für und 8 Stimmen gegen. s Durch Annahme des Antrages H a a g e n ist das Amendement Placzek gegenstandslos geworden. Zu der Frage der Propaganda. ■f[ '; I ':' . •' erhalten wir von der Nassau-Loge in Wiesbaden folgende Zuschrift: Am vorigen Logenabetjd, den 13. Mai, wurde bei uns in Gegenwart von Br. Exjirs. Rosenstiel-Berlin ein- Vortrag gehalten, welcher nachdrücklich aufforderte, mehr Agitation zu entfalten undj eingedenk der Statuten kräftig dahin zu wirken, dass möglichst alle dazu befähigte Glaubens genossen dem V. B. B. beitreten. Der Gedankengang war etwa folgenefer. Mehr als je ist ein Zusammenschluss aller guten Elemente geboten Die Gefahren des bewussten wie unbe'wussten Judenhasses sind gross, aber die Juden entfalten nicht den richtigen Corpsgeist, um sich zu wehren Es fehlt an einer kräftigen Vertretung, welche keine Centraivertretung sein kann, da die zu bewältigende Aufgabe zu gross und vielseitig. Es müssen überall Bezirksvertretungen helfen und das sind die Logen. Bei Betheiligung aller geeigneten Elemente bedarf es einer relativ kleinen Anzahl von positiven Arbeitern; nur müssen letztere von -einer grossen Antheilnahrqe getragen sein und über Mittel verfügen können. Man. sagt, die Presse sei jüdisch; aber*die Juden finden durch die Presse nicht genügend Schutz und die Anklagen gegen uns finden keine richtige Abwehr. Man wähle Juden

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