Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1895
- Issue
- Mai
- Date
- 1895-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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BERLIN, im Mal i8g5. Bericht der Grossloge für u. o. B. B. Nachdruck sämmtli c h er Artikel aus diese n Berichten verLo'te n. * , I. - -. u ■ %< ' Fernsprecher: D. Wölfl!, VI, No. 4619, Wilhelmstrasse n8. -rr- -TT— Xi Aus den Verhandlungen der Grossloge. Mai 1895. Wenngleich der Auszug aus den Verhandlungen der Grossloge binnen .Kurzem fertig gestellt sein wird, woraus die Ergebnisse der Verhandlungen hervorgehen, so liegt es doch wohl" im Interesse Aller, auch die Ausführungen der Repräsentanten zu den einzelnen Fragen, also die Begründung der gefassten Beschlüsse, kennen zu lernen. Wir werdeji deshalb die Debatten skizziren, welche sich an die wichtigeren Anträge geknüpft haben. 1. Grossloge wolle beschliessen. dass a) der Beitrag zum Centraifonds der Grossloge Vom t. April er. fortfalle; b) die beiden bestehenden Centraifonds aufgehoben und an die Einzellogen pro rata vertheilt werden mögen. Der Antragsteller, Repräsentant Adolf Mayer, .theilt zunächst mit, dass in der gestrigen Vorversammlung angeregt worden ist, diese Anträge zugleich mit der vorgeschlagenen Umgestaltung unserer Gesetze zu berathen und zu erledigen. Wenn die Versammlung derselben Ansicht ist, dann wollej auch er sich hierin finden. Diese Anregung wird indess mit grosser Majorität abgelehnt. Repräsentant Mayer führt dann aus, dass es sich zunächst für ihn um die Aufhebung und Vertheilung des alten Centraifonds handele. Die Grossloge und deren Organe sind nur Verwaltungsbehörden, Capitalien anzusammeln sei nicht Sache <ler Grossloge. Dieser alte Centraifonds wecke nur die Begehrlichkeit und bilde seit Jahren ein Streitobjekt, wie das aus den mehrfachen Anträgen um Zuwendungen hervorgeht -und wodurch das harmonische Zusammenwirken nicht gefördert wurde. Aus diesem Fonds sei 1894 nicht ein Pfennig ausgegeben worden, es gehe daraus hervor, dass für die Erhaltung desselben gar keine 1 Veranlassung vorliege. Uebrigens sei ja noch der neue Centraifonds mit einem Bestand von ca Mk. 7000 vorhanden, der als vollkommen ausreichend erscheint zur Bestreitung von Ausgaben der Grossloge für allgemeine Zweckje, während der Schwerpunkt für Unterstützungen nach Ansicht des Redners mehr in die Tochterlogen verlegt werden müsste.' ■' / Der Secretair giebt Aufschluss über die Entstehung des alten und des neuen Centr^lfonds,. woraus hervorgeht, dass nach Aufhebung der allgemeinen Zahlungspflicht in Stefbjffällen 1890 ein Dispositionsfonds Von ca.i :Mk. uoöu bei/ Äer Grossloge vorhanden wir. ''Zugleich ..wurde die Bildung eines Centrälfonds beschlossen/-aus welchem die Witöh'en und Waisen verstorbener Brüder 2u unterstützen seien, falls die Mittel der' betreffenden "Logen hierzu -nicht ausreichen. Dem Centralipnds wurdet als Grundstock der Bestand des Dispositionsfonds überwiesen^nd einen Jahresbeitrag für denselben zü erheben beschlossen. Nach wiederholten Beschlüssen der Grossloge sollte der Centraifonds nur zu Gunsten von Wittwen ■ tj^d Waisen - verstorbener Brüder verwendet werden,-weil aber vielfache Anforderungen zurFörderung allgemeiner Aufgaben an dm Grossloge gelangten, hat|lieselbel893beschlessen>denfernerenB"eitraa^PeumCentral- - fonds erweiterte AufgäberirWie-difc Unterstützung/von Instituten etc., anzuweisen. Zur Unt^rscljeidung dieser'betden Zweeke . werde seit 1893 der alte und der neue'Centralfond» besonders geführt; die. gegenwärtigen'Bestände derselben gehen aus den vorliegenden Tabellen hervor. . _';... Repräsentant Placzek erklärt sich gegen die Anträge'. Wir sollten sehr zufrieden sein einen* Fonds für allgemeine Zwecke zu besitzen, dehn noch-sei .unsere Institution jung und unser Streben müsse dahin gehen» aüch°etwaigen späteren Anforderungen, die unvorhergesehen ah uns herantreten könnten, gerecht zu werden. Im i'hte'retjse besonders der kleinen Logen liege die Erhaltungder Centralionds, wie. auch deren-fortlaufende Stärkung-. : Repräsentant Dr. Mann ist gleichfalls gegen die Vertheilung des lentralfonds, gläubt jedoch, dass von der ferneren Erhebung eines Beitrages zu demselben" abgesehen werden könnte. ' '- .' •' - \ %~,\ Repräsentant Weiss erblickt fri .der Zersplitterung des Centraifonds, wobei auf jede Loge im^ Durchschnitt etwa Mk- 1500 entfallen würden, eine grosse Gefahr. ' Er wird gegen den Antrag b) des Repräsentanten Mayer stimmen, weil in der Erhaltung des gemeinsamen Fonds eine gewisse Garantie für den Fortbestand der kleinen Logen li^ge und könne demgegenüber der geringe Zinsgehuss von jährlich Mk. 4">, der bei einer Vertheilung des mühsam angesammelten Fonds für die einzelne Loge ^herauskäme; garnicht in Betracht kommen, da mit diesem Betrage, der für kleinere Logen ganz erheblich geringer, wjäre,- nichts Erspn'essliches geleistet werden kann. Dagegen erklärt sich Redner für den Fortfall fernerer Beiträge .zum Centraifonds. Repräsentant Blaschke . schliesst sich diesen Ausführungen an, und führt des Weiteren aus, dass auf einzelne