Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1895
- Issue
- April II
- Date
- 1895-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/4864325-6028941-6029342--0184-4864374- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
wachsen. Der Tod raubte uns 2 Brüder, durch Umzug schieden 3 Brüder aus. An Unterstützung wurde aus dem Special-Reservefond 430 Mk. an einzelne Petenten 1289. i Institute und Vereine 410 i Summa 2129 Mk. gezahlt. Die Zuwendungen aus dem W. W.-Fond — 31 — I etc sind erhebliche zu nennen. Wie in der Präsenz der Sitzungen die Theilnahme der Brüder am Logenleben zum Ausdruck gebracht ist, so ist diese auch in den Geschenken bei den Familienanlässen freudiger und trauriger Art ersichtlich l * 1 'll Unseren Fonds wurden 1800 Mk. \— g)egen die vorige Berichtsperiode ein Mehr von 500 Mk. — gespendet. Auf unsern Bericht vom L November v. J. unsj be ziehend^ können wir bezüglich des geistigen und geselligen Logenleoens aus diesem bis heut "> Monate dauernden Zeiträume Folgendes mittheilen: Der starke Besuch der Logen- und Geselligkeitsabende erzeugte lebhafte geistige Anregung und vertiefte Pflege der, persönlichen Beziehungen. Letzteren war jeder Dienstag der Woche gewidmet und jedesmal erwiesen sich die Räume unserer Lokalitäten zu klein; es war der Sammelpunkt der Familien zu gemeinschaftlichem Vergnügen, das in musikalischen und declamatorischen Vorträgen, Aufführungen und dem diesen stets folgenden Tanz bestand. Alt und Jung haben ihre Volle Rechnung gefunden. Das X. Stiftungsfest" wurde in der Festloge von 130 Brüdern und das Bankett - 0 j von 270 Personen festlich begangen. Die allgemeinen Beifall begegnende Festrede wurde von Brüser Präs. Dr. Sternberg gehalten,' dessen zweimal nothwendig gewordenen Trauerreden in den bezügl. 2 Trauerlogen haben ebenfalls grosse Wirkung hervorgerufen. , Von sonstigen geistigen Arbeiten sind zu erwähnen: rEine Charakteristik unseres unvergesslichen Dr. Joel" von Rabbiner Dr. G u 11 m a n n und dessen Referat über „Ethische Cultur". Vorträge des Bruders Rabbiner Dr. R o s e rut h a 1 über ,.Jacob Tamm'1 und Über „Elischah ben Abujah gen 1 Achez." . .% ' r. Vortrag des Bruder Dr. Braun: „Die jüdischen Familien in Schlesien vfr 100 Jahren." Vortrag des .Bruders Bräss: „Der ewige Jude". Die Bestimmungen unseres Ballotverfahrens, prinzipielle Auffassungen des Unterstützungs-Comites für und gegen Bewilligungen, Vorlagen geschäftlicher Art, Neuengagements für Oeconomie etc. gaben hinreichenden Stoff für angeregte Debatten, bei welchen wir auch nicht die über Reglements für unsere Bibliotheks-Commission vergessen wollen. Weniger der Noth als der Neigung Talente zu fördern folgend, haben wir einen Vortrag von einer Dame gegen Entgeld arrangirt. Der Rückblick auf das verflossene Logenjahr darf als ein höchst erfreulicher bezeichnet werden. Die geschickte und tüchtige Leitung des Präsidenten, die Pflichttreue der Beamten und Comites, von denen dasjenige für Geselligkeit uneingeschränktes Lob verdient und last not least das lebendige Interesse der Brüder haben Erspriessüches für Geist und Gemüth geschaffen. , Wir linden zum Schluss keinen besseren und innigeren Wunsch für unsere Loge, als dass die folgenden Jahre* dem letzten, wenn nicht es übertreffend, ihm gleich kommen mögen und dass die Mitarbeit an den Pflichten und Aufgaben der Lessing-Loge sich erweise zur Ehre des Ordens und zum Segen aller Brüder. Zion-Loge in Hannover. Am Sonntag, den 31. März, d. J., beging die Zion-Loge <äne* erhebende Doppelfeier, ihr Stiftungsfest und die Einweihujlg ihrer neuen fast im Mittelpunkt der Stadt, an schöner, freier Lage, befindlichen Localitäten, Göthestrasse 17, im Gebäude des Palrriengärtens Die jetzigen Logenräume, welche eigens för die Zwecke der Loge hergerichtet und in allen Theüen durch neue 6ecorationen auf das Schönste geschmückt sind; haben nebW der besseren Lage den Vorzug, dass sie.wesentlich grösseij und stattlicher sind als. die bisherigen, so dass es für-die Brüder unserer Loge jetzt wirklich ein Vergnügen ist', an den Sitzungen theilzunehmen, , .. Auch auf die zur Einweihungsfeier zahlreich erschienenen Brüder und (iäste. Welche Letzter« sich aus grösseren Kreisen der hiesigen Jüdischen Gemeinde eingefunden hatten, verfehlten die neuen Räume nicht, den allerbesten Eindruck zu machen und trugen sowesentlich dazu bei, gleich von Anfang an der Versammlung-einen festlichen'Character zu geben. « - . %\.-"'■' Um 4 Uhr wurde der Festesact durch ein Harmonium-. spiel des Oberkantors . E in hart eröffnet und ein , Vortrag des vor 4airzcr Zeit hier .gegründeten -jüdische« „Neuen Hannoverschen Mänrierchörs'". schl«ss sfch. demselben in stimmungsvoller Weise an. Nachdem die- Töne verklungen waren, nahm der auch -für 'den neue« Termin wiedergewählte Präsident Br. D,f. Be.rg.Jna fr n das Wort zur Festrede und entrollte in lebendiger Weise ein, Bild des Lebens unserer Loge während der nun verflossenen neun Jahre. Er wies darauf hin, dass'sie»: von.kleinen Anfängen ausgehend, ihren Mitgliederbestand .'auf über Öi>- . erhöht , habe, dass manches Gute von ihr.gestiftet und,«sqw,«it die Kräfte reichten, die Grundidee unseres Ordensvon ihr verfolgt und bethätigt sei und gab den herzlichsten Wünschen für die Zukunft beredten Aüsdruck. Seine Worte gälten dem Abschied von den alten Räumen und der Zuversicht, däss neues Leben weiter blühen werde auch an ^er jetzigen Stätte. . Kach ihm erhob sich .der -von Berlin hierhergeeilte Vice - G rosspräside'nt' Adolf Mayer,;der die Glückwünsche der Grossloge überbrachte und in einer zu Herzeit gehenden Ansprache die Loge. aufforderte, in bisheriger Weise fortzuwirken zum Nützen der Gesammtheit. J Auch die Westfalia-Loge in; Bielefeld hatte"-, in^ freundschaftlichen Antheilnahme einige ihrer" Brüder naoh hier entsandt und in ihrem Namen brachte Präsident Ji>nkermann in herzlicher Weise die Wünsche zum Ausdruck, als deren Träger er mit den Brüdern seiner,-Loge hier erschienen war. . Ein Harmoniumspiel und zuletzt der vor» dem Männerchor wirkungsvoll zu Gehör gebrachte Gesang: , Brüder reicht die Hand z^um Bunde" bildete den Abschluss des weihevollen Actes, der alle Anwesenden in eine gehobene, der Gelegenheit entsprechende Stimmung versetzt hatte. An ihn schloss sich nun eine Bescheerung an 26 bedürftige Kinder," welche mit den vom -„Damen-Nähverein der