Bericht der Großloge für Deutschland
- Journal
- Bericht der Großloge für Deutschland
- Volume
- 1895
- Issue
- April II
- Date
- 1895-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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- 32 Zion-Loge im Laufe des Winters angefertigten Kleidungsstücken etc. beschenkt wurden, und» eine herzliche Ansprache des Präsidenten Dr. Bergemann an die zu bescheerenden -Kinder verbunden mit dem Dank an die Damen, welche sich diesem Werke der Wohlthätigkeit gewidmet hatten, gab der freudigen Genugthuung, der Anwesenden über diese praktische Bethätigung unserer Ordensgrundsätze Ausdruck. Nachdem die Feier beendet war und die. Brüder allein in "den Logenräumdn zurückgeblieben, fand in einer zu ' diesem Zweck constituirten Sitzung die Einführung der neuen Beamten: Präsident Dr. Bergmann, Vicepräsident Julius Frerrsdorff. prpt. Secretair Ferdinand Elsbach. Finanz- Secretair Harry Schwarz f Schatzmeister Albert Meyer durch den Vice - Grosspräsidenten Adolf Mayer in feierlicher Weise statt. Abends 8 Uhr folgte sodann in den herrlich geschmückten Sälen der rBörse" der heitere Theil des Festes. Nachdem die junge Wedt sich schon zu.Begjnn für kurze Zeit dem Tanze hingegeben hatte, begann .um Q Uhr die grosse Festtafel, an der sich ungefähr 100 Personen aus der Loge selnst und" derselben befreundeten Kreisen betheiligten. Landrabbiner Dr. Gronemann eröffnete die Reihe der Festreden mit einem Toast auf seine Majestät den Kaiser. Alsdann begrüsste Präsident Dr. Bergmann die Anwesenden in herzlichen Worten, dem Abend einen fröhlichen Verlauf wünschend. Julius Frens'dorff widmete das folgende Glas der Constitutinns-Grossloge, in Newyork und der Districts-Grossloge für Deutschland in Berlin, sowie deren anwesendcmVicepräsidentenAdol fMay er. Julius Abrahams o n toastete auf die anwesenden von Schwesterlogen entsandten Gäste. Expräsident Gustav Heinemann in launigen Worten -auf die Damen, und eine Reihe von weiteren,Reden sorgte dafür, das Mahl in anregender Weise zu beleben, bis um etwa 12 I hr die Festtafel aufgehoben, wurde. An dem nun folgenden Ball betheiligtensich die Anwesenden auf das Regste und erst mit dem frühen Morgen endete das Fest? das dtn Hetheiligten nicht allein hohe> Befriedigung gewährte., sondern auch Allen in steter schöner Erinnerung bleiben wird. % - - V \ - J ' - . Victoria - Loge in Görlitz. Der diesjährige Termin neigt sich seinem Ende entgegen, und wenn wir einen Rückblick auf denselben werfen, so bietet sich uns ein erfreuliches Bild schaftensfreudiger Thätigkeit Auf allen ihr zugewiesenen Gebieten, hat es unsere Loge an reger Arbeit nicht fehlen lassen und mit grosser Freude können wir constatiren, dass unsere gute und erhabene Sache immer mehr, das Interesse bei unseren Mitgliedern wachruft. Wie nicht anders möglich, ist' der Besuch der Logensitzungen in den Sommermonaten ein schwacher. Ein Theil der Brüder geht in die Bäder oder Sommerfrische und der andere, verbringt die Abende lieber im Freien. Wir halten es für durchaus angebracht, dass die Ferien schon mit Ende Mai ihren Anfang nehmen, ein Schaden dürfte den Logen daraus nicht erwachsen. Unter diesen Umständen können wir wohl sagen, dass unsere Thätigkeit in der Hauptsache erst mit Ablauf der Ferien beginnt. Wir nahmen in diesem Termin unsere Sitzungen am 3. -September p\ wieder auf, und waren dieselben von diesem Zeitpunkte an, mit geringen Ausnahmen stets gut besucht. Wie im vergangenen, so ist auch in diesem Jahre bei uns die Einrichtung getroffen worden, dass m jeder zweiten Sitzung, der Tagesordnung vorangehend,) von einem Bruder, ein kurzer, etwa 15 Minuten währender Vortrag gehalten wurde. Das geistige Gebiet wird in unserer Loge in umfassendster Weise gepflegt. Unsere Bibliothek ist auch in diesem Jahre durch Ankauf"von Büchern vermehrt und von den Brüdern recht fleissfg benutzt worden. Am 10. September erfreute uns der hochw. l. Vice-Präsident der Grossloge Br. Timendorfer mit seinem Besuch, der Uns, nach einer kurzen Logensitzung, in der er einige, das Logenwesen berührende Fragen behandelte, in liebenswürdigster Weise, .auch vor unseren Angehörigen, einen Vortrag über Lessing s ..Nathan" hielt. 1 Am 20. Januar er. sprach bei uns Herr Gymnasial- Oberlehrer Dr. Schäfer aus Berlin übe» „Renan" und wurde dieser Vortrag von den zahlreich erschienenen Mitgliedern und ihren Angehörigen mit grossem Beifall aufgenommen. Aber auch auf allen anderen Gebieten Hessen wir, es an reger Thätigkeit nicht fehlen. Das Werk der Wohlthätigkeit. die vornehmste Aufgabe unseres Ordens, wurde 'von uns in der umfassendsten Weise geübt. Mit wenigen Ausnahmen haben wir allen an uns ergangenen Unterstützungsgesuchen, nach gehöriger Prüfungj Folge gegeben Von öffentlichen Instituten wurden von uns das Kinderheim in Diez, die KindeTheilstätte in Königsdorff-Jastczemb, das jüdische Hospital in Jaffa, sowie die israel. Taubstummen- Anstalt in Weissensee subventionirt. Der israel. Erziehungs- Anstalt in Ahlem überwiesen wir einen Knaben, damit derselbe dort auf unsere Kosten das Gärtnerhandwerk erlerne. Aus Anlass des Chanukafestesf versorgten wir eine Anzahl jüd. bedürftiger Kinder mit Kleidungsstücken. Wenn wir auch Unterstützungen in erster Reihe unseren bedrängten Glaubensgenossen zukommen lassen, so gewährten wir auch solche denen, anderer Confessionen. So spendeten. wir zu dem hierorts bestehenden Fonds zur Beschaffung warmen Frühstücks für arme Kinder der elvang. und kath. Gemeindeschulen einen. Beitrag, und einen solchen zur Bekleidung armer Gonfirmanden dieser- Bekenntnisse. Das gesellige Leben unter den Brüdern mit ihren Angehörigen gestaltete sich auch in diesem Jahre zu recht freundschaftlichem Verkehr. Unser Geselligkeits - Comite entwickelte eine bewundernswerte Thätigkeit: die aus Anlass des Ordens-, Chanuka- und Pürimfestes getroffenen Veranstaltungen, waren von ihm mit grossem Geschick inscenirt und die getroffenen Arrangements fanden den ungetheiltesten Beifall der Theilnehmer. Am 21. Aprtl begehen, wir unser Stiftungsfest, zu dem wir hoffen, eine Anzahl Brüder der Schwesterlogen begrüssen zu körinen. So schliessen wir unsern Bericht, indem wir dem Wunsche Ausdruck geben, dass es uns stets möglich sein möge, auch jn den kommenden Jahren auf eine erfolgreiche Thätigk«it zurückblicken zu können, zu' unserem, des gesammten Ordens, wie zum Heile der ganzen Menschheit. Druck von Max Cohn, Berlfn N.O., Kaiserstrasse 41.