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Bericht der Großloge für Deutschland · 1895-03-01 · März · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1895
Issue
März
Date
1895-03-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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19 — Am 14. November 1)4 fand in den Sälen des Kgl. Beivedere ein Familien-Abend (musikalische und Gesangsvorträge mit Tanz) statt Am 7. Januar <>5 wurde eine Einführung vorgenommen; nach Schluss der betreffenden Sitzung vereinigten sich die Brüder bei einem im Logenlokal veranstalteten Brudermahl.. Frau Dr. Nahi<fa Remy hielt auf unsere Einladung am 4. Dezember 04 in Meinhold s Sälen einen von vielen hunderten Personen besuchten, ungemein beifällig aufgenommenen Vortrag über .Das Weib im Talmud*4. Zum Chanukafeste wurden —' die Kosten sind durch freiwillige Beiträge Aufgebracht worden — 10 hilfsbedürftige Kinder hiesiger Gemeinde in aller Stille beschenkt und vollständig neu bekleidet. Dein Verein .Freunde der Taubstummen" in Weissensee übersandten wir auch\heuer wieder einen Beitrag. Für einen in der Erziehungsanstalt zu Ahlem demnächst aufzunehmenden Knaben wurde für dieses Jahr ein Zuschuss zu den Erziehungskosten bewilligt. Zum Stiftungsfeste der Les'sing-Loge delegirten wir einen Bruder. Am 28. Januar war Expräs. Br. Schub von der Schaar- Zion-Loge bei unserer Sitzung anwesend, um in Sachen des jüdischen Hospitals zu Jaffa zu referiren. Unsere Loge bringt diesem Unternehmen das grössle Interesse entgegen und wird, nachdem die von uns bei der hochwürd. Gipssloge eingezogenen Erkundigungen überaus 'günstig lauteten, in einer unserer nächsten Sitzungen über die Beitragshöhe licschluss gefasst werden. Unser Logenfest am ly. Februar in den Sälen des* Kgl. Belvedere, um dessen Gelingen sich das aus-den Br-Br. Expräs. Fränkel. Expräs. Güttentag, Hugo Simon und Sallv Fischmann bestehende Gesell.- Comiubesondere Verdienste erwarben, nahm in allep seinen Theilen einen ganz vorzüglichen Verlauf. Die Tafel wurde mit einem Vorspiel Das lebende Menu". welches ausserordentlichen Beifall errang und sofort einer besonders animirten Stimmung Bahn brach, eingeleitet. (Text. Musik und Attrappen sind wir bereit. Schweslerlogen zum A n s c h a f f.u n g spreise zu überlassen). Nach der Tafel im Ballsaal angelangt, sah man sich nach Italien versetzt: das ganze Arrangement fand dip höchste Anerkennung. Infolge der vom Pro|>aganda-Coniite versandten Propagandaschriften sind wir in der erfreulichen Lage, am 4 März zwei Einführungen vornehmen zu können, ausserdem liegen noch zwei weitere Anmeldungen vor.» Am selben Tage wird Br. Rabbiner Dr.-Winter bei Punkt 10 der Tagesordnung einen Vortrag halten; nach Schluss der betreffenden Sitzung werden Spiele arrangin werden, die bez. Gewinne werden der Sammelstelle für die Hinterbliebenen der mit der „Elbe" Verunglückten überwiesen. Westfalia-Loge in Bielefeld hatte am IN. ds. Mts. das Vergnügen, den Br. Dr. Kroner aus Stuttgart behufs Abhaltung eines Vortrages bei steh zu, sehen. Das Thema lautete: „Die Toleranz gegen Feinde im jüdischen Gesetz.41 Die Wahrheit dieses Satzes bewies der Redner durch Bibelslellen die er in geistvoller und glänzender Weise erklärte, wie er überhaupt seinen Vortrag durch izeitgeinässe Betrachlungen und humoristische Pointen zu einem äusserst fesselnden zu gestalten verstand Die zahlreich versammelten Brüder nebst Familien und Gästen bekundeten dem geehrten r-> Redner durch .lebhaften Applaus ihren Dank, und wurde derselbe noch besonders durch unseren w... Präsidenten Br. •» 1 ' ''"'.*-.'■"-■•*•--'*■ Junkermann, in schwungvoller Weise ausgedrückt. , Auf Anregung des Letzteren," über die Mittel und Wege uns gegen die heutige Intoleranz zu stärken und widerstandsfähig zu machen, sprach. Br.. Dr. j\ roner nochmals beim Glase Wein in markiger, durch passende Beispiele und Gleichnisse gewürzter Rede, die darin ausklang> durch Pflege der Litteratur und'Geschichte des Jüdenthumi das letalere zu stärken und hierzu die Loge als die passendste Vereinigung zu betrachten. In später Nachtstunde trennte sich die Versammlung mit dem Bewusstsein. einen genüssreichen geistigen Abend verlebt zu haben. - ' . - . ' , . r' '. « .' '. , .«st?.''f'";' ,'- ,''' *" - .' ' - ■ Berend-Lehmann-Lage in Halberstadt. Wiederum können |ir auf den seit unsrem letzten'Bericht zurückgelegten Zeitabschnitt mit Genugtuung ' zurückblicken. Unsere Sitzungen sind In der Regel zahlreich besucht, und ein eifrig thätiges Interesse thüt sich, zusehends wachsend, im Kreise der Brüder für urtsre Arbeiten kund. Den GJanzpunkt unsrer Logenfreuden' stellt, ein Vortrag des hier allverehrten Herrn Rabbiners Dr: Auerbach dar. welcher. ' . . . *,"-,.■-.*•' * * L * obwohl der Behrend-LehmamvLoge nicht angehörend, derselben seit Anbeginn' rege Sympathien entgegengebracht hat. Sei.n diesmaliger Vortrag hatte zum Vorwurf: „Die Knistehung des ehristenthums. und' sein A'erhältniss zum Judenthum." , Hatte das Thema an sich schon vorher die Gemüther in begreifliche Spannung versetzt, „so verstand es der Redner während der anderthalbstündigen Ausführung. Aller Blicke wie gebahnt an seine Lippen zn fesseln: In formvollendeter packender Sprache zergliederte Herr' Dr. Auerbach zunächst den Zeitgeist*Und die Verhältnisse vor und während der Stiftung der christlichon Religion in Palästina, um spdann naeh objektivster Darlegung der ursprünglichen Absichten und Ansichten' des- Stifters, der Synoptiker und späteren Apostel das, Vtihältniss des Christenthums zum Juder.thum und die beiderseitigen Welt-, Lebens- und ethisch-socialen Anschauungen durch eine vergleichende Klarstellung zu würdigen. Der herrliche Vortrag, welcher wiederum von dem eminenten Wissen dieses Gelehrten auf theologischem wie allgemein menschlichen Gebieten zeugte, hat die Zuhörer ebenso reich belehrt und begeistert wie mit dem Wunsch ertüllt, auch in Zukunft recht oft von seinen Vorträgen erfreut zu werden. Ueber. dieser hervorragenden-Leistung des erziehenden Wirkens Ziaben wir noch verschiedener kleinerer Vorträge zu gedenken, welche uns yon Brüdern innerhaSi der Sitzung^ bei § 10 Wer Tagesordnung gewidmet wurden Äind weitere Vorträge sind uns für die höchste Zeit vom'Comilc für geistige Interessen auch von'Nicht-Brüdern, welche jedoch hier am Platze ansässig sind, angemeldaii. Die feierliclre Begehung des Qrdensfesiesc musste vom Herbst her verschoben werden und'fand er.st am 17 dieses Monats statt In einer zum Nachmittag anberaumten Festloge erstaltete Bruder Präsident einen Rückblick auf die Gesammtthätigkeit der Berehd-Lehmänn-Loge, feierte in von Herzen zu Herzen zielenden Worten die hehren Grundsätze des gel. Ordens im Allgemeinen "und das Dreigestirn unserer Devise im Besonderer^ und ermahnte ergreifend und

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