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Bericht der Großloge für Deutschland · 1895-03-01 · März · p. [Seite]

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Journal
Bericht der Großloge für Deutschland
Volume
1895
Issue
März
Date
1895-03-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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18 — Glaubensgenossen dcir Hauptgemeinden Deutschlands die allsehige Genehmigung: des Statuts ermöglicht, nachdem vorher unzählige Entwürfe «rrfgearbeitet waren. 1 Wahrend dieser .zeitraubenden und für mich sehr schwien Verhandlungen wurde mir einerseits vorgeworfen, ich zu {eigenwillig und wolle allein-regieren, andererseits mir ein Vorwurf daraus gemacht, dass ich zu \M om-n in Rath nehme. In'Wahrheit war es mein Bestreben. die Ansicht hervor- * i ' ■ \ ragende! Glaubensgenossen aller [Parteien und aus allen Heilen I leuift lilands zu hören, "Pass ich natürlich nicht alflr. auch noch so wohlmeinende: Rathschläge befolgen kornre. liegt auf der Hand. Hier, wie in den meisten Fällen. nur durch gegenseitige Comprotuissc eine Kinigung zu rzi eiert 'AVährenäJ dieser ganzen Periode war nicht nur :h persönlich, sonde rn-auch die Anstalt von, verschiedenenilen den gehässigsten Angriffen und-Verdächtigungen ausnge ' sei wurÜ Ter wai .gefetzt. Nachdem ich au) kien Kath wohlmeinender und erfahrener Freunden ohne die Beendigung der Formalitäten! ti-/uwar*.n. die Anstalt in? Leben gerufen.,, um auch den |/weiilcr.n gegenüber den Beweis-zu führen, dass meine Pläne bei genügender materieller l'nterstützung durchführbar sind, körnte ich wenigstens erwarten, dass auch diejenigen Glaubens- Ge Jossen, weiche nicht geneigt waren, direkte i nterstützung . r * - . w zu gewähren. einje wohlwollend« Neutralität beobachten v, üjr äi \\. hoffentlich werden ietz't. nachdem die Statuten rüentlidit sind. I auch die Zweiflet bekelirt und alle diejenigen, welche itus I nkenntnisti dem T'nternehmen geschadet ha>cn. durch doppelten Fiter für die Förderunjj des>elben S" ige tragen. '■: ^Weiche Schwierigkeiten bei Gründung dieses Interne imcttsi zü überwinden warctyuntl theilweise noch zu überwi vkn sind,vermag man-erst dannzu crmessern. wenn man bekenkt. wie fremd sich vorher sämmtliche. teil der Leitung, dem Betriebe und dem Unterrichte betraute Lehrer. Gärtner und Handwerker waren, und wie die Zöglinge aus allen Tl leiten I fceütschlanus' und< 'esterreichs mit den verschiedensten \ rbitdurigefi zu Anfang und während des «Juanais einge- Trcten sind. , Obgleich ich trotz meiner vielseitigen anderweitigen Berulspthci^en .nr.tl trotz meiner keineswegs kräftigen Ge<- sijndheit den"grössten Theil. meiner Zeit während der letzten beidrri. Jahre den Interessen der Anstalt' gewidmet habe, 'glaube ic!; dennoch nichts weiter als. meine Schuldigkeit gethan zu haben, darf aber" auch andere Glaubensgenossen, namentlich die lieben Brüder, tiitten. von jetzt ab mir kräftig zur Seite' zu stehen und das junge Institut ünanzie'lU und J *' * * ' * | anderweitig zu unterstützen. - , 1 Bestrebungen, wie sie die israelitische Lrzichungsanstalt in Ahkm in s Auge gefas-st hat. können nur dann einen nachhaltigen Erfolg haben, wenn sie von allen Seiten get. f >rdert werden. x- : . - ~ f.7i -" _m ' . i In heutiger Zeit, wo das Judenthum'von so vielen Seiten Angriffen ausgesetzt ist . unter welchen unsere ärmeren | ilaubensgenosseri" ganz besonders zu leiden haben, ist es Pflicht eines jeüen Juden, zur Hebung der sozialen Lage desselben nach Möglichkeit,beizutragen. Wenn unser Orden dien als leuchtendes Beispiel vorangeht, erfüllt er seine Mission und erwij-bt sich die Sympathie der weitesten Kreise. A. M. Simon. Hannover. I Aus dem Gedächtnissbuch der Gros&oge. Seit unsern letzten Angaben sind innerhalb unseres Distrikts folgende Brüder verstorben: 3. Am 30. januar 1895 Bruder Louis Lebrecht Mitglied der Lessing-Loge in Breslau seit dem ß. April 1889.- geboren am 29. Februar 1860. 4. Am 9. Februar 1895 Bruder Carl Hirsch. Mitglied der Montetiore-Loge in Berlin seit ' dem 22. Oktober 1889. geboren den 25. No- - vember 1856. in Berlin. 5. Am 4. März 1895 Bruder Heinrich Katzenellenbogen, Mitglied der Berth. Auerbach-Loge in Berlin seit dem 13.. April 1891, geboren am 12. Mai 1845 zu Krotoschin. Aus. den Logen des VIII. Distrikts. Deutschet Reichs- und Leopold Zunz-Loge in Berlin. In_ letzter Zeit waren unsere Sitzungen weniger besucht als vorhep. was _aber zum Theil' aus den ungünstiger. Gesundheits - Verhältnissen herzuleiten ist. Dafür war aber der Inhalt der Sitzungen um s<> anziehender: e.> fanden sehr lebhafte~~\ )ebatten über verschiedene Gegenstände stattso die Bibliotheksfrage, welche nun endlich, nachdem der würdige (irosssekretär Br. Wollt' die Verwaltung der Bibliothek übernommen, einer befriedigenden Lösung entgegengeht:" ferner über die Schaffung "eines Organs, welches dem Insertionsbedürfniss der Brüder dienen solle Dieser Gegenstand dürfte unsere Loge noch ferner beschäftigen. x Auch über die Bedeutung unseres Ordens gegenüber derjenigen der Freimaurerlogen fanden interessante Debatten statt, welche die Mehrleistungen unseres Ordens unzweideutig ergaben, aber auch den Wünsch zu Tage forderten, dass der brüderliche Verkehr in unsern Logen sich noch herzlicher gestalten möge. Hierzu war zahlreiche Gelegenheit geboten in den geselligen Veranstaltungen der Loge, welche einen sehr befriedigenden Verlauf nahmen Auch geistige Nahrung wurde uns vielfach geboten, u. A. ein Vortrag des Herrn Rabbiner Coblenz aus(Bielefeld über den Fintluss der ersten französischen Revolution auf die Gestaltung der Stellung des Judenüiums in Europa, welcher dieses Thema in äusserst geistvoller, klarer Weise behandelte, und „besonders die Verdienste" Mirabeau s und Gregoire's Um die F.mancipation der französischen Juden hervorhob. welche1 diejenige der übrigen europäischen Juden zur Folge hatte: Reicher Beifall ward dem Vortragenden zu Theil. und der Wunsch ausgesprochen, diesen Vortrag dem Drück zu übergeben, welchem seitens' der Loge entsprochen werden soll.; Fraternitas - Loge in Dresden. Auf Grund Logenbeschlusses erhalten alle Mitglieder unserer. Loge jeden Grosslogen-Monatsbericht zugesandt. Ueber alle uns zukommenden Protokolle der Sitzungen des Genefal-Comitcs und des geschäftsführenden Ausschusses wird in unseren Sitzungen referirt und discutirt. . Wir hatten die'Freude, öfters Brüder unserer Schwester - Logen bei uns begrüssen zu können.

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