K.C. Jahrbuch ...
- Journal
- K.C. Jahrbuch ...
- Volume
- 1908
- Article
- Bruno Weil: Spielarten des Antisemitismus
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 142 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- section
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/4862473-6435523--354-4862803- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
142 Bruno Weil. ' / Dem Aeußem nach sein Gegenfüßler ist Nummer 3: Der Hausierer. Der Humorist Hebt es, im Kaftan zu erscheinen, langes Haar zu tragen und den Hausiererkasten am Riemen haltend, darauf los zu schachern, zu feilschen, zu handeln. Vorn wird er herausgeworfen, hinten kommt er wieder herein. Was Hegt an Ehre, Gesinnung und sonstigen Idealen, die läßt er den Christen. Er wül Geld; wie der Herr Kommerzienrat im Grossen, so will es dieser polnische Hausierer, dargestellt wahrscheinHch von einem jüdischen Humoristen, im Kleinen. Und Publikum lacht, applaudiert, bravo 1 Du gemeiner Jude! Publikum freut sich. Oder er heißt Mayer und ist der be- Jkannte jüdische junge Mann aus dem Konfektionsgeschäft oder Warenhaus. Er bedroht die Jungfräulichkeit aller ehrbaren Nichtjüdinnen, kann sich schon seht gut zii seinem Vorteil verrechnen und tut furchtbar erschrocken, Wenn es herauskommt. Im Uebrigen sind seine Ziele die gleichen wie die von Nummer 2 und 3, Geld und Geld 1 Seine Kleidung ist geckenhaft, sein Stehkragen reibt ihm den Hals, und seine Gefräßigkeit ist grenzenlos. Alles das singen jüdische Humoristen täglich unter der Leitung jüdischer Direktoren in die Menge hinein. Das kommt einem ebenso schamlos