K.C. Jahrbuch ...
- Journal
- K.C. Jahrbuch ...
- Volume
- 1908
- Article
- Nathan Birnbaum: Die sprachliche und literarische Entwicklung der Ostjuden
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 94 (sequence 11)
- Language
- German
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94 Nathan Birnbaum. Es kann nun kein Zufall sein, daß das Neuhebräische gerade in der Lyrik und nur in der Lyrik den Ansprüchen ganz gerecht worden ist, die mim an Äne Sprache stellen dnrfjwH tqjti sie eine vollen twidtelkr'neirnfeB-könned.CEs kann kein Zufall mior-dra die neuhebräische Dichtung gerade und nur auf jenem Gebiete volle Lebensglut verrät, wo inneres Leben nach außen schlägt; nur dort, wo die Seele des Dichters selbst in ihrer Unmittelbarkeit an unsere Seele stößt. Und es kann ebenso kein Zufall sein, daß der Genius des Neuhebräischen versagt oder wenigstens ermattet, wo der Dichter mit dem äußeren Leben, mit den Menschen und Dingen^ringt, wo er,schauen und erzählen oder schauen und handeln lassen muß, in der Erzählung und im Drama. Wir kommen der Erklärung dieser Erschei- _ nung näher, wenn wir das Neuhebräische der Lyrik und dasjenige der Epik vergleichen. In der Lyrik fühlen wir wohl manchmal den Kampf des Dich- / ters mit der Sprödigkeit der Sprache, aber wir sehen die Seele des Dichters in ihrer vollen Plastik vor uns. Nichts ist verwischt, verblaßt. Alles tief und vollfarbig. Ganz anders im epischen Neu-, hebräisch. Wir empfinden so etwas wie eine dämpfende Hülle übei\ allen diesen Erzählungen. Unter der Hiille der mnnht.igw .Ti»i'i»>liii|MWitmierilc1«ng alten Hebräisch und die laute Lebenskunde der