K.C. Jahrbuch ...
- Journal
- K.C. Jahrbuch ...
- Volume
- 1908
- Article
- Nathan Birnbaum: Die sprachliche und literarische Entwicklung der Ostjuden
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 91 (sequence 8)
- Language
- German
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t Die Entwicklung der Oetjuden. 91 reichen Leben der Ostjuden schöpfen. Einer der ersten hebräischen Romanciers, der dies tat, ist der Iitthauer Rüben. Ascher Brandes, der vor etwas mehr als zwei Jahren in Wien im größten Elende starb. Dieser vielgeprüfte und doch ewig heitere und hochgemute Mensch hinterließ in seinen Werken, namentlich in seinem „Glaube und Leben“ ein Erbteil von beträchtlichem literarischen und noch viel größerem kulturhistorischen Wert. Allenfalls aber haftet ihm, ebenso wie den anderen hebräischen Dichtern seiner Zeit, noch ein Stück poesiefremder Dialektik und Kritik an. Erst in der allerjüngsten Zeit strebt die hebräische erzählende Dichtung mit Erfolg von allem unkünstlerischen Raisonnement loszukommen und reine künstlerische Darstellung des Lebens zu erzielen. Unter manchen minderwertigen sind viele gute Leistungen und einzelne ausgezeichnete vorhanden. Es hat keinen Sinn, hier viele Kamen aufzuzählen. Soll aber wenigstens einer beispielsweise genannt werden, — so sei es der junge S. M. Feuerberg. Wer seine und seiner Kongenialen Werke lesen kann, hat, nicht nur reichen Kunstgenuß, sondern gewinnt auch einige Vorstellungen von dem so fremdartigen und interessanten Volkstum der Ostjuden. Allein die epische Kraft der neuhebräischen Literatur ist trotz alledem rächt so groß als mannach der epischen Vergangenheit des Hebräischen,