K.C. Jahrbuch ...
- Journal
- K.C. Jahrbuch ...
- Volume
- 1908
- Article
- Walter Graetzer: Zur Frage der gesellschaftlichen Stellung der Juden
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 78 (sequence 32)
- Language
- German
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78 Walter Graetzer. daß alle seine ifühe vergeblich sei, er könne nicht Freund und Berater sein. "Wer jemals das Verlangen gehabt hat, sich an den anderen anzulehnen, wer jemals den Wunsch gespürt hat, Freunde und Anregung zu suchet, auch außerhalb des Kreises, in dem er sonst zu verkehren pflegt, der wird mir nachfühlen können, wie entwürdigend ein solcher Boykott wirkt. Dieser gesellschaftliche Ausschluß hat die schlimmsten Folgen. Es entsteht daraus eine, bis ins Febermaß gesteigerte Schärfe im Verkehr, die zu einem bewußten Gegensatz ausarten muß. Das Näherkommen von Mmwdi zu Mensch, die Ueberbrückung der Gegensätze wird unmöglich gemacht. Es ist kein Wunder, wenn beide Kreise sich dann vor einander zurückziehen, wenn sie einander immer zu tadeln haben, wenn sie einander dann nicht mehr mögen. Man wird dann leicht geneigt, 'einander nichts mehr zu verzeihen, — auf diesem Grundsatz baut sich ja doch der Verkehr sonst auf. — \14. Mittel. Wir müssen auf Mittel dagegen sinnen. Es darf nicht so wfortgehen. Gegen diese Unfreiheit, gdgen diese antiliberalen Gedanken müssen alle die arbeiten, welche um das Wohl ihres Vaterlandes besorgt sind. Dieser Appell richtet sich nicht allein an die Juden, er richtet sich an alle, welche überhaupt frei-