K.C. Jahrbuch ...
- Journal
- K.C. Jahrbuch ...
- Volume
- 1908
- Article
- Walter Graetzer: Zur Frage der gesellschaftlichen Stellung der Juden
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 31)
- Language
- German
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Gesellschaftliche Stellung der Juden. 77 andere ist ihm gleichgültig. — Man vergleiche Sudermanns treffende Satire: die Ehre. — Een Künstler aber und den künstlerisch-harmonisch veranlagten Gelehrten stellt seine Weltanschauung, sein Streben nach Harmonie hoch über solche kleinlichen Vorurteile. Langsschädel- und Rasseneigentümlichkeiten sind ihm dabei, gleichgültig. — Daß in diesen Kreisen sich nun auch so viel frei-* heitliche Elemente finden, so viel liberal denkende Männer, welche mit dem Antisemitismus nicht sympathisieren, ist natürlich. Um vollständig zu sein, sei auch noch auf das Dienstjahr beim Militär hingewiesen. Im Anfang hält der allgemeine Druck alle zusammen. Kommt zur Beförderung, so muß der Jude zurückstehen, — wenigstens in einer großen Anzahl von Regimentern, — so ist es aus mit jedem Verkehr. Er ist Soldat, nicht Kamerad. Hörte man nicht gar von einem, der mit Ministerverantwortlichkeit begabt war, den Ausspruch: „Der jüdische Kamerad müsse ertragen werden.“ Wie war es denn mit dem Fall Feige? — s. Breslaüer Zeitung vom 13. März 1904 Nr. 62. — Schlimmer kann es nicht kommen. 13. Die Folgen. Der gesellschaftliche Boykott ist das schlimmste, was es für einen gebildeten Menschen /geben kann, weil er ihft~im Innersten seines Wesens trifft.. Er sagt m. a. W. nichts, als