K.C. Jahrbuch ...
- Journal
- K.C. Jahrbuch ...
- Volume
- 1908
- Article
- Walter Graetzer: Zur Frage der gesellschaftlichen Stellung der Juden
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 54 (sequence 8)
- Language
- German
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64 Walter Graetzer. durch Gesetz und Gewohnheit fast überall ab gleichartig hingestellt und in gleicher Weise unterdrückt werden? Oluie Rücksicht auf verschiedene Sprache, verschiedenen Wohnort, verschiedene Sitte, verschiedene Bräuche, verschiedene Abstammung, was doch sonst — o definientes professores! — ein „V o 1 k“ ausmacht! Seid wann sindr sämtliche evangelische Christen ein Volk? Wer glaubt im Ernst an die bestechende Fiktion der katholischen Kirche, wonach die katholische Christenheit ein Volk bildet, dem Papst allein untertan? 4. Veranlassung. Viele, und in der Hauptsache christliche Autoren stellen die Juden, die fanatische, leicht bewegliche Rasse als besonders intelligent hin. Ich danke für das Kompliment — wir brauchen es heute gamicht. y ' t Nehmen wir an, die deutschen Juden seien nicht übermäßig intelligent. Was bildet dann die Veranlassung der sogenannten antisemitischen Bewegung? Zwei Richtungen laufen einander zuwider. Der Adel will seinen Kreis geschlossen halten und damit den der Beherrschten unter allen Umständen vergrößern. Die Beherrschten wollen das Gegenteil. Mithin muß Drängen nach oben einen Druck nach unten zur Folge haben und umgekehrt Nach der actio die reactio, nach dem übermütigen Louis die Revolution. Die äußere Veranlassung