K.C. Jahrbuch ...
- Journal
- K.C. Jahrbuch ...
- Volume
- 1908
- Article
- Walter Graetzer: Zur Frage der gesellschaftlichen Stellung der Juden
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 7)
- Language
- German
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Gesellschaftliche Stellung der Juden. 68 Das Mittelalter. Geistig trennen uns nicht drei Jahrhunderte vom dreißigjährigen Krieg. (Frhr. von Mirbach). Sodann: Abschluß — gewollter Abschluß — seitens der deutschen Juden; aber gegründet weniger auf ihre ortodoxen Lehren, als auf Stolz der Verletzten, der — in religiösen Vorstellungen Anderer — als fluchbeladen Bezeichneten. Hieraus folgt unweigerlich: Zusammenschluß der Zusammengedrängten. Naturgemäß müssen sich unter ihnen Sprache, Verkehr, Kleidung u. s. w., besonders herausbilden, im natürlichen Gegensatz zu den Anderen. Abgesehen von den noch aufgezwungenen Besonderheiten: Ghetto, gelber Fleck am Kleid, Zinsfuß, Schutzjuden, Beschränkung in Freizügigkeit und Berufswahl. Treffen dann zwei aus verschiedenen Lagern zusammen — sie müssen mindestens Scheu, wenn nicht Abneigüng vor einander empfinden. Schließlich noch aus neuester Zeit: Alle Juden sind ein Volk, sind geheim verbunden, also international. Zugegeben, daß die Ziele des Zionismus in Deutschland falsch verstanden werden, ja mit Absicht gegen die deutschen Juden ausgebeutet werden wo bleibt der Beweis für die ..obige Behauptung? Und — im äußeren Falle: Die ^Btrige Behauptung träfe zu — Wirkung statt Ursache nehmen, heißt falsch spielen. Wo ist „e i n“ „V olk“? Müssen nicht die zu denen halten, die