K.C. Jahrbuch ...
- Journal
- K.C. Jahrbuch ...
- Volume
- 1906
- Article
- Ernst Hochschild: Gabriel Riesser
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 156 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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166 Ernst Hochschild. Inzwischen wartete er auf die Bewilligung des /Bürgerrechts. Lange blieb die Antwort aus, bis er eines Tages die niederschmetternde Nachricht erhielt, daß er auch diese letzte Hoffnung begraben dürfe. Nun stand er schon Hoch Tn den Dreißigern und es war alles mißglückt, was er erstrebt hatte. Noch immer jvar er freier Schriftsteller, aber er hatte trotz aller Erfolge, die seine geistige Tätigkeit errang, keinen PlatzTm bürgerlichen Leben. Dieses Jahr 1840, das die tiefste Enttäuschung brachte, war aber der Knickpunkt in seiner Lebenslinie. Denn nun gings bergan. Er bekam von Hamburg das überraschende, freiwillige Angebot einer Notariatsstelle. Er nahm dieses Angebot an, trotzdem ihn die Stubenarbeit des Notars nicht reizte. In Hamburg nahm er sein früheres Leben wieder auf. Er griff in den Streit der orthodoxen und liberalen Synagogen richtung ein, er betätigte sich aber auch jetzt wieder mehr auf außerjüdischem Gebiete, indem er — als Vorläufer einer jetzt erwachten Bewegung — den Alkoholmißbrauch bekämpfte. Dann trat er auch hinaus auf die politische Bühne. Seine Persönlichkeit, die ihn zum Führer der jüdischen Bewegung machte, war mächtig genug, um auf dem weiten, allen zugänglichen Kampfplatze / des politischen Ringens eine ehrenvolle Stelle zu behaupten. Seine politischen Reden der vormärzlichen Zeit sind voller Schwung und Frühlingsah-