K.C. Jahrbuch ...
- Journal
- K.C. Jahrbuch ...
- Volume
- 1906
- Article
- Ernst Hochschild: Gabriel Riesser
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 155 (sequence 20)
- Language
- German
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Gabriel Riesser. 16V v Vielleicht wird der Gegner an dem derben Ernst ihrer Streiche den Deutschen erkennen.“ Möge sich doch jeder diese Worte zu eigen machen und mit derselben kraftvollen Entrüstung wehren, daß bald diese Vorwürfe, die ja heute noch erhoben werden, nicht mehr gewagt werden. Im Jahre 1836 trat ein Wechsel in Rießers äußerem Lebensgange ein. Er verlegte seinen Wohnsitz von Hamburg, da er doch keine Aussicht sah, das dortige Bürgerrecht zu erringen. Seine Hoffnungen glaubte er, am ehesten in Kurhessen verwirklichen zu können, und dort die Advokatur und das Bürgerrecht.zu erhalten. Er petitionierte dieserhalb an die Kurhessische Regierung und ließ sich in Boekenheim bei Frankfurt nieder. Daß er auch in dieser Wartezeit nicht müssig war, bezeugen verschiedene Kampfschriften, juristische Arbeiten, ein flammender Aufruf zur Erbauung eines Lessingdenkmals und insbesondere seine, „jüdischen. Briefe.“ Wie sein mutiger Sinn es nirgendwo duldete, daß im politischen Felde der Jude hintanstehe, so sprang auch Rießer vor, als einige Literaten, die von Heine und Börne geärgert waren, eine billige Rache in antisemitischen Anwürfen nahmen. Dagegen schrieb er in den lesenswerten jüdischen Briefen, die neben dem eigentlichen Ziele der Abwehr feine Kritiken über die zeitgenössische Literatur enthalten.