K.C. Jahrbuch ...
- Journal
- K.C. Jahrbuch ...
- Volume
- 1906
- Article
- Ernst Hochschild: Gabriel Riesser
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 148 (sequence 13)
- Language
- German
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_c._ 148 Ernst HoobschiM. gehabt, und nun erschien einer, der das Ganze als sein gutes Recht forderte. Auch von christlicher unvoreingenommener Seite erhielt Rießer manche ermutigende Zustimmung, auf dem begonnenen Wege weiterzuBchreiten. Die geachtesten Zeitschriften machten auf seinen Namen, auf den man nun zu hören hätte, aufmerksam. Diese Schrift jedoch war nur das Präludium in der Symphonie des Zornes, die Rießer anstimmte. Er mußte bald wieder auf dem Kampfplatze erscheinen. Der bekannte Kirchenrat Paulus in Heidelberg hatte in der von ihm herausgegebenen Zeitschrift „Sophronizon“ eine lange, weitausgesponnene Anklage gegen die Juden und Rießers Schrift geschrieben. Weil die Juden eine besondere Nation wären, könnten sie keine deutschen Nationalitätsrechte beanspruchen. Wollten sie ernsthaft ihr Deutschtum bekennen, so müßte dies durch die Taufe geschehen. Diese Schrift erschien, kurz bevor der badische Landtag über die Stellung der dortigen Juden beraten und entscheiden sollte. Hier galt es also, sofort den Streich zu parieren, und dies tat Rießer in einer scharfen, schneidigen Gegenschrift, die er sich in sechs Tagen von der Seele schrieb. Die Schrift, in der er seinen Zorn ausströmen ließ, erhielt den Titel: „Verteidigung derbiiraerlichen CH eichstellungder Juden gegen die E i n w ii r f e des Herrn Dr. G. E. G. Pa ulus. Den gesetzgeben-